Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Nicht nur in Sachsen-Anhalt: Auch die Mallorca-Urlauber an der Playa de Palma wählen die AfD

Дата публикации: 08-09-2026 06:42:33

Wer sich über den Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt wundert, muss nur einen Abstecher an die Playa de Palma machen. Dort zeigt sich, dass ihr Wahlergebnis offenbar kein kurzfristiges Phänomen ist. Mit 43,8 Prozent der Stimmen hat die Partei ihre politischen Konkurrenten deutlich hinter sich gelassen – mit einer direkten Botschaft, die bei vielen Deutschen verfängt und von Nostalgie, Melancholie und rassistischen Untertönen geprägt ist.

Основное содержимое страницы с новостью.

Wer sich über den Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt wundert, muss nur einen Abstecher an die Playa de Palma machen. Dort zeigt sich, dass ihr Wahlergebnis offenbar kein kurzfristiges Phänomen ist. Mit 43,8 Prozent der Stimmen hat die Partei ihre politischen Konkurrenten deutlich hinter sich gelassen – mit einer direkten Botschaft, die bei vielen Deutschen verfängt und von Nostalgie, Melancholie und rassistischen Untertönen geprägt ist.

Unter den deutschen Urlaubern, die derzeit ihre Ferien auf Mallorca verbringen, finden sich einige, die sich von den Positionen der Partei überzeugt zeigen. Dahinter steckt häufig Frust über die aus ihrer Sicht mangelnde Fähigkeit der etablierten Politik, ihre Sorgen zu lösen.

„Wir haben im Grunde dieselben Probleme wie Spanien. Schau dir an, was in Ceuta passiert“, sagt Andy, der vor einigen Tagen aus Hamburg angereist ist. Für den wirtschaftlichen Niedergang seines Landes macht er „die Migration“ und die „Lügen“ der Europäischen Union verantwortlich.

Je näher am Megapark, desto radikaler der Ton

Je näher man der Schinkenstraße und dem Megapark kommt – zwei Symbolen des feierfreudigen deutschen Partytourismus –, desto radikaler wird der Ton mancher Urlauber. Fahnen deutscher Fußballvereine prägen das Bild. Gleichzeitig ist von der Policia Local von Palma wenig Gegenwehr gegen das öffentliche Trinken zu erkennen.

Auf der erst kürzlich wieder aufgestellten niedrigen Mauer, nur etwa 50 Meter von der Polizeiwache in Les Meravelles entfernt, trinkt Maget Sangria mit einer Gruppe von Freunden. Seit 20 Jahren kommen sie nach Mallorca und gönnen sich jedes Mal eine Woche Ausnahmezustand – obwohl inzwischen alle die 50 überschritten haben.

„Ich mag die AfD. Wir zahlen heute hohe Steuern, aber die Politik der Regierung bringt uns nichts. Wir müssen den Wohlstand zurückholen, den wir in den vergangenen Jahren verloren haben. Die AfD ist die einzige Alternative, der ich vertraue, weil es mir heute schlechter geht als früher“, sagt er.

Auch seine Freunde geben an, AfD zu wählen – mit einer Ausnahme.

Eine Gegenstimme in der Runde

Die abweichende Stimme gehört Ralf. Er verweist auf den Arbeitskräftemangel in Deutschland und warnt davor, dass ein weiterer Aufstieg der Partei schwerwiegende Folgen für das Land haben könne.

„Sie vertreten Ideen Hitlers“, sagt er.

Mit dieser Einschätzung steht er unter den hier angetroffenen deutschen Urlaubern aus der arbeitenden Bevölkerung allerdings eher allein. Währenddessen kämpfen sie mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen auf der Insel. „So einen schlimmen September haben wir noch nie erlebt, seit wir hierherkommen“, sagt einer von ihnen.

Für Beobachter kein überraschendes Ergebnis

Für diejenigen, die die Entwicklung der extremen Rechten seit Jahren verfolgen, kommt das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag nicht überraschend.

„Diese Tragödie hat sich seit Langem angekündigt“, sagt Laura Camargo, Dozentin für Sprache und Literatur an der Universität der Balearen (UIB). Camargo war Mitbegründerin von Podemos auf den Balearen und saß für die Partei im Regionalparlament. Außerdem ist sie Autorin des Buches Trumpismo discursivo. Origen y expansión del discurso de la ola reaccionaria global.

Will Ortspolizisten im Kampf gegen illegale Ferienvermietung einsetzen: Laura Camargo.

Laura Camargo. / Foto: Mielniezuk

Für Camargo ist der Erfolg der AfD das Ergebnis einer schrittweisen Normalisierung ihrer Vorstellungen. Dabei müsse die Partei heute nicht mehr auf die äußeren Formen des Nationalsozialismus der 1930er-Jahre zurückgreifen.

„Es ist eine Partei, die nationalsozialistisches Gedankengut legitimiert, rechtfertigt oder in eine neue Form überführt. Diese Vorstellungen und dieses Weltbild setzen sich durch, ohne dass dafür Hakenkreuze oder Panzer gezeigt werden müssen und ohne dass man sich wie Hitler oder Mussolini aufführt“, sagt sie.

Camargo betont, dass diese Entwicklung nicht auf Deutschland beschränkt sei. Sie werde seit Jahren in verschiedenen europäischen Ländern vorbereitet.

Wenn sich politische Grenzen verschieben

Nach Ansicht der früheren Abgeordneten funktionieren auch die sogenannten Brandmauern gegen die extreme Rechte nicht mehr ausreichend. Ein Teil des konservativen politischen Spektrums habe deren Rhetorik übernommen, während wirtschaftliche und soziale Probleme ungelöst blieben.

„Die Rechte übernimmt rassistische, hasserfüllte und islamfeindliche Diskurse. Man darf diese rassistische Ideologie nicht übernehmen. Man muss die Probleme der arbeitenden Bevölkerung lösen – beim Wohnen, im Verkehr und bei den Perspektiven junger Menschen“, sagt Camargo.

Seit rund einem Jahrzehnt werde diese Ideologie in Medien und sozialen Netzwerken zunehmend salonfähig gemacht. „Am Ende wird derjenige, der am wenigsten hat, gegen den ausgespielt, der noch weniger hat. Die Menschen können schließlich glauben, dass die anderen an ihren Problemen schuld sind.“

Manche hatten mit einem noch stärkeren AfD-Ergebnis gerechnet

An der Schinkenstraße beobachtet eine Polizeistreife das Geschehen. Einige Straßenverkäufer essen im Schatten der Bäume zu Mittag. Auf der niedrigen Mauer daneben sitzen weitere deutsche Urlauber. Es ist 15 Uhr, die zweite Runde Bier steht bereits auf dem Tisch.

Sie haben eine Fahne von Union Berlin dabei – einem Verein, der wie kaum ein anderer in der Bundesliga für Gemeinschaft und die enge Bindung seiner Fans steht. Trotzdem bedauern die Anhänger hier, dass der Wahlsieg der AfD nicht noch deutlicher ausgefallen ist.

„Wir hatten mit einem größeren Sieg gerechnet. Hoffentlich gibt es bei uns in der Stadt dasselbe Ergebnis“, sagt einer von ihnen.

Gerade deshalb wirkt die Szene besonders widersprüchlich. Union Berlin ist ein Klub, dessen Fans einst selbst am Ausbau ihres Stadions mitarbeiteten und selbst den Aufstieg in die Bundesliga sowie die spätere Champions-League-Qualifikation mit einer gewissen Skepsis betrachteten – aus Sorge, die eigene Identität zu verlieren.

„Uns gefällt die derzeitige politische Situation nicht. Wir brauchen eine Lösung“, sagt Anna Lenna.

Auch in ihrer Freundesgruppe geben auf Nachfrage alle an, AfD gewählt zu haben.

Frust in Teilen der arbeitenden Mittelschicht

Sie stehen beispielhaft für einen Teil der arbeitenden unteren Mittelschicht Deutschlands, der nach Jahren eigener Anstrengungen offenbar kaum noch Hoffnung sieht, seine wirtschaftliche Lage durch die traditionelle Politik verbessern zu können. Für manche wird dadurch die radikale Botschaft der AfD nach enttäuschten Versprechen der etablierten Parteien zur vermeintlich einzigen Alternative.

Dabei geht es nicht nur um einzelne politische Forderungen. In den Gesprächen zeigt sich vor allem ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber den etablierten Parteien und das Gefühl, dass sich die eigene Lebenssituation trotz jahrelanger Arbeit verschlechtert habe.

Camargo erwartet weiteren Aufstieg in Europa

Camargo geht davon aus, dass sich diese Entwicklung in Europa weiter ausbreiten wird. Als eines der nächsten Länder nennt sie Frankreich.

„Es wird noch stärker werden. Ich sage das mit Sorge und Wut. Wir wussten, dass es so kommen würde“, sagt sie.

Das Problem bestehe nicht allein darin, dass rechtsextreme Parteien Regierungsverantwortung übernehmen könnten. Gefährlich sei ebenso, dass andere Parteien Teile ihrer Positionen übernähmen.

„Es ist eine Katastrophe, wenn die Rechte die Argumente der extremen Rechten übernimmt und die Linke gleichzeitig keine Lösungen anbietet.“

Die Sehnsucht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit

Eine der wichtigsten Ursachen des Erfolgs sieht die Dozentin in der Sehnsucht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit.

„Sie verkaufen die Vorstellung, man könne zurückkehren, das Land wieder groß machen und eine verlorene Vergangenheit zurückholen. Durch das investierte Geld und die Normalisierung dieses Diskurses glauben inzwischen viele Menschen, dass danach etwas Besseres kommen werde. Und genau darin liegt das Drama.“

Für Camargo liegt darin eines der größten Probleme dieser politischen Entwicklung: Nicht nur die Parteien selbst hätten an Einfluss gewonnen, sondern auch ihre Sprache und Deutungsmuster hätten sich zunehmend im politischen und gesellschaftlichen Alltag festgesetzt.

Die Aussichten für Europa seien düster – und Mallorca bilde dabei keine Ausnahme. Denn die Botschaft sei längst nicht mehr nur angekommen. Viele hätten begonnen, sie als Wahrheit zu akzeptieren.

Es gibt inzwischen zu viele politische und gesellschaftliche Verantwortlichkeiten, als dass danach einfach alles weitergehen könnte wie bisher. Europa stehen unruhige Zeiten bevor. Und nicht jeder hat das bereits erkannt.

Abonnieren, um zu lesen

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1„Deutschland geht den Bach runter“: So blicken Mallorquiner mit Deutschland-Bezug auf die Landtagswahlen011.8524-09-2026
2Coalition, cordon sanitaire, influence russe : après la victoire de l’AfD en Saxe-Anhalt, les questions qui se posent011.7313-09-2026
3Séisme politique en Allemagne : l’extrême droite l’emporte largement en Saxe-Anhalt018.0407-09-2026
4Das vorläufige Ergebnis: AfD vor SPD - CDU verpasst Einzug08.5621-09-2026
5Victoire de l’AfD en Saxe-Anhalt : pourquoi le RN fait profil bas (et Reconquête jubile)09.3613-09-2026
6Deutschland kann sich diesen Reformstau nicht mehr leisten012.513-09-2026
7Germania, primi exit poll: Linke avanti a Berlino, AfD prima in Pomerania010.9720-09-2026
8Remigrasjon må bli stuerent å diskutere i norsk politikk08.7320-09-2026
9Merz reconoce el «desastre» del partido conservador en pleno auge electoral de la extrema derecha06.4721-09-2026

Классификация: . Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 9.65. Источник: www.mallorcazeitung.es.