Sie knacken Mülltonnen und hinterlassen Chaos. Die Gemeinde plant, künftig einen Stadtjäger einzusetzen. Das rät der Wildtierbeauftragte.
Stand: 28.09.2026, 16:00 Uhr

Sie knacken Mülltonnen und hinterlassen Chaos. Die Gemeinde plant, künftig einen Stadtjäger einzusetzen. Das rät der Wildtierbeauftragte.
Westhausen. Nicht ohne Weiteres ist ein Jäger befugt, innerhalb bebauter Flächen, in sogenanntem befriedetem Gebiet, zu jagen. Auch nicht, wenn es sich um die Bekämpfung eines Problemtiers handelt. "Wobei die Grenzen fließend sind", sagt Peter Menzendorf. Der Wildtierbeauftragte des Ostalbkreises berät die 42 Kommunen im Kreis.
Was für den einen Nachbarn noch putzig erscheint, ist für den anderen eine Plage. Ganz oben führen Waschbären diese Liste an. Possierlich einerseits, störend und sachbeschädigend andererseits. Auch gingen Ängste der Bürger mit aufdringlichen Wildtieren einher, so Menzendorf.
Plage im heimischen GartenSo fürchten sich manche Bürger um die Sicherheit der eigenen Haustiere. Andererseits werden Nutz- und Zierpflanzen in Gärten gefressen. Zurück bleiben teils größere Mengen von Kot. Nicht selten gehen auch wirtschaftliche Schäden mit solchen Tieren einher.
Waschbären auf dem VormarschDass sich insbesondere die eigentlich nicht heimische Art der Waschbären gerne auf der Suche nach Essbarem auch in Wohnungen begibt und dort erhebliche Schäden anrichtet, sei inzwischen zigfach dokumentiert. In nur wenigen Jahren habe sich die Population drastisch erhöht und sei aus der Region nun nicht mehr wegzudenken. In städtischen Bereichen tummeln sich laut Menzendorf 50 bis 60 Waschbären je Quadratkilometer.
Stadtjäger als letzte Rettung?Füchse seien zehn bis fünfzehn vorhanden. Marder lediglich acht. Somit müsse dem Problem anderweitig begegnet werden. Stadtjäger erfüllen solche Aufgaben, arbeiten dem Landratsamt zu, fangen die Tiere und verbringen diese an einen anderen Ort. Eine spezielle Ausbildung, zusätzlich zu einem vorhandenen Jagdschein, ist dafür notwendig.
2023 hat Menzendorf seine Stelle beim Landratsamt angetreten. Damals hatte lediglich Durlangen einen eigenen Stadtjäger. Heute seien es 21 Kommunen und keine habe den Schritt bereut, sagt der Wildtierbeauftragte weiter. 32 Stadtjäger seien aktuell im Ostalbkreis anerkannt. Westhausen könnte zeitnah ebenfalls über einen Stadtjäger verfügen, der dann im Auftrag und gegen Rechnung für wildtierbelästigte Bürger arbeitet.
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