Saugen, blasen, häckseln mit 18-V-Akku – Der Gardena PowerJet Collect P4A im Praxistest. Wir prüfen Leistung, Lautstärke und Preis des kabellosen Laubsammlers.
Saugen, blasen, häckseln mit 18-V-Akku: Wir prüfen den kabellosen Laubsauger Gardena PowerJet Collect P4A im Praxistest auf Leistung, Lautstärke und Laufzeit.
Laubsauger sind meist ein Kompromiss: die Saugfunktion erspart zwar händische Arbeit, aber viel Fangvolumen bedeutet auch viel Gewicht am Arm. Gardena versucht beim PowerJet Collect P4A ab 145 Euro einen Ausgleich – 30 Liter Fangsack, 10:1-Häcksler und rund 350 km/h Blasgeschwindigkeit stehen 3,6 Kilogramm ohne Akku gegenüber. Dazu kommt eine Einhandbedienung ohne Dauergriff. Der Test zeigt, wie gründlich das Kombigerät arbeitet und warum die Akkuwahl hier entscheidend ist.
Ausstattung und DesignDer PowerJet Collect P4A nutzt die neue Gardena-Farbgebung: Schwarz als Hauptfarbe statt des bisherigen Rotorange-Türkis. Entsprechend sind Fangsack und Saugrohre komplett schwarz. Der Fangsack fasst 30 Liter, die Häckselfunktion komprimiert das Material im Verhältnis 10:1 – 30 Liter entsprechen etwa dem Grasfangsack eines kleinen Rasenmähers.
Bei der Blasgeschwindigkeit widerspricht sich Gardena selbst: Für das Solo-Modell nennt der Hersteller 353 km/h, für das Ready-to-Use-Set dagegen 250 km/h auf seiner Homepage. Beide Geräte sind aber technisch identisch; das Set enthält lediglich zusätzlich Akku und Ladegerät. Der Handel führt für beide Varianten übereinstimmend rund 350 km/h. Die 250 km/h sind damit ein Datenfehler auf der Herstellerseite – der Wert stammt offenbar vom kleineren PowerJet-Bläser. Wir rechnen im Folgenden mit rund 350 km/h.
Diese Spitzengeschwindigkeit wird ausschließlich direkt an der Düse erreicht. Zur Einordnung: 350 km/h liegen weit über Windstärke 12, dem höchsten Wert der Beaufort-Skala. Ein Laubbläser darf deshalb nie auf Menschen oder Tiere gerichtet werden – das gilt auch für schwächere Geräte.
Bilderstrecke: Gardena PowerJet Collect P4A
Wie fast jeder Laubsauger arbeitet der PowerJet Collect P4A auch als Bläser. Da der Blasbetrieb den Schmutz meist nur verteilt, haben wir vor allem den Saugbetrieb getestet. Umgeschaltet wird per Drehschalter, auch im laufenden Betrieb. Das hilft, wenn feuchtes Laub oder ein angesaugter Ast das Rohr verstopft und Ausschalten allein nicht genügt. Der Fangsack muss auch im Blasbetrieb montiert sein.
Das Gerät bietet drei Arbeitsstufen und zusätzlich einen Boost-Modus. Diesen aktiviert man für schwierige Aufgaben wie hartnäckiges nasses Laub; er verbraucht deutlich mehr Energie, ist lauter und sollte nur kurz laufen. Mit Akkus unter 4 Ah steht er nicht zur Verfügung. Gardena gibt 95 dB(A) Schallleistungspegel und 82 dB(A) am Ohr der Bedienperson an – leiser als viele Konkurrenten, aber in der Praxis trotzdem keineswegs leise. Ein Gehörschutz ist zu empfehlen. Die Saugleistung liegt bei 171 Liter pro Sekunde, das entspricht rund 10 m³/min.
Lieferumfang und MontageEin Tragegurt und ein höhenverstellbares 360-Grad-Rad, das das Manövrieren auf verschiedenen Oberflächen erleichtert, gehören zur Ausstattung. Damit lässt sich Laub auf Rasen wie auf Pflaster oder Asphalt aufnehmen. Das Nettogewicht beträgt 3,6 kg ohne Akku; hinzu kommen 368 g (2,5 Ah) oder 638 g (4 Ah). Für das komplette Set nennt der Handel 4,6 kg – also inklusive Akku.
Der Sauger kommt weitgehend montiert. Nur das zweiteilige Saugrohr wird aufgesteckt und verschraubt, dazu kommt der Tragegurt. Danach Akku laden und einsetzen – sofern Akku und Ladegerät mitgekauft wurden. Die Power-for-all-Alliance ist ein Zusammenschluss führender Hersteller mit einheitlichem 18-V-Akkustandard, die Akkus lassen sich markenübergreifend einsetzen. Wer bereits einen solchen Akku besitzt, etwa von Bosch, spart entsprechend.
Bedienung und ErgebnisDas Gerät arbeitet zügig und gründlich. Auf einen Sicherheitsschalter verzichtet Gardena: Der auslösungsfreie Betrieb mit Einhandbedienung vermindert die Belastung beim Einsatz. Ein Druck startet den Sauger, ein weiterer stoppt ihn. Man muss also nichts dauerhaft gedrückt halten, sondern nur das Gerät führen – das entlastet die Hand spürbar.
Staub lässt sich beim Aufsaugen trockenen Laubs nicht vermeiden, hält sich aber in Grenzen. Der doppelt gefütterte Fangsack ist feuchtigkeitsbeständig und lässt sich leicht abnehmen und entleeren. Fangsack und Radsatz sind Verschleißteile und als Ersatzteile erhältlich. Über die seitliche Wartungsklappe erreicht man das Metall-Laufrad, sodass sich Blockierungen schnell beseitigen lassen – nur bei entnommenem Akku und mit entsprechender Vorsicht.
AkkulaufzeitAls Sauger ist der PowerJet Collect P4A energiehungrig. Ein 2-Ah-Akku ist nicht freigegeben, 2,5 und 3 Ah werden nicht empfohlen: Sie liefern im ungünstigsten Fall nur rund vier Minuten Laufzeit und nicht die volle Saugleistung. Mit 4 Ah sind je nach Stufe 10 bis 35 Minuten drin, mit 6 Ah 15 bis 54 Minuten. Passend dazu nennt der Handel für das Set mit 4-Ah-Akku eine maximale Betriebszeit von 10 Minuten – gemeint ist offenbar der Dauerbetrieb auf hoher Stufe.
Mindestens 4 Ah sind daher Pflicht, in größeren Gärten eher 6 Ah. Da im Ladegerät immer nur ein Akku steckt, kann die Pause lang werden: Ein älteres Ladegerät braucht für einen leeren 4-Ah-Akku bis zu vier Stunden. Neuere Modelle schaffen das in gut einer bis zwei Stunden.
PreisGardena ist kein Billiganbieter. Das Solo-Gerät ohne Akku und Ladegerät hat eine UVP von rund 200 Euro, das Ready-to-Use-Set kostet regulär 280 Euro. Die Straßenpreise liegen deutlich darunter: das Solo-Modell gibt es unter 145 Euro, das Set für knapp 205 Euro. Damit bewegt sich das Gerät im üblichen Rahmen seiner Klasse.
FazitDer Gardena PowerJet Collect P4A ist kräftig und ausdauernd genug, um Laub und Schmutz auch auf größeren Grundstücken zusammenzuholen. Überzeugend ist vor allem die Bedienung: Der Schalter rastet ein, statt dauerhaft gedrückt werden zu müssen, und zusammen mit Schultergurt und höhenverstellbarem Rad bleibt die Hand entspannt. Auf längeren Strecken macht genau das den Unterschied.
Auch technisch stimmt das Paket. Die Häckselfunktion mit 10:1-Reduzierung verhindert, dass der 30-Liter-Sack ständig geleert werden muss, das Metall-Laufrad wirkt robuster als übliche Kunststofflösungen, und über die seitliche Wartungsklappe lassen sich Blockierungen schnell beseitigen. Fangsack und Radsatz sind als Ersatzteile erhältlich.
Die Schwächen liegen beim Energiebedarf. Mit 2,5 oder 3 Ah macht das Gerät keinen Spaß, der Boost-Modus bleibt dann ohnehin gesperrt. Wer mehr als ein paar Quadratmeter reinigt, sollte 4 Ah als Untergrenze und besser einen zweiten Akku einplanen. Auf unebenem Untergrund und bei nassem Laub sind Verstopfungen möglich, und leise ist der Sauger trotz moderater Werte nicht – Gehörschutz gehört dazu.
Wer bereits Power-for-all-Akkus mit ausreichender Kapazität besitzt, bekommt mit dem Solo-Modell ein durchdachtes Gerät zum fairen Kurs; für Neueinsteiger rechnet sich eher das Ready-to-Use-Set. Unter den bisher getesteten Laubsaugern ist er der angenehmste – nicht weil er am stärksten bläst, sondern weil er sich am besten benutzen lässt.
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