Boomer oder Gen Z – wer hatte es wirklich schwerer? Ein Faktencheck mit konkreten Zahlen zu Jobs, Gehalt und Hauskauf liefert überraschende Antworten.
Stand: 26.09.2026, 11:21 Uhr
Boomer oder Gen Z – wer hatte es wirklich schwerer? Ein Faktencheck mit konkreten Zahlen zu Jobs, Gehalt und Hauskauf liefert überraschende Antworten.
München – Der Generationenkonflikt ist ein altbekanntes Thema. Auch in Deutschland treffen unterschiedliche Überzeugungen aufeinander. Häufig stehen sich Boomer (auch Babyboomer genannt) und Gen Z gegenüber.

Die Boomer, zu denen meist die Jahrgänge 1946 bis 1964 gezählt werden, werden gerade im Berufsleben als leistungsbereit beschrieben. Angehörige der Gen Z werden in der Regel als Jahrgänge 1996 bis 2010 definiert. Ihnen wird oftmals zugeschrieben, neben der Arbeit auch genug Zeit für Freizeit und persönliche Verwirklichung haben zu wollen. Doch lassen sich Boomer und Gen Z überhaupt vergleichen? Im Internetforum Reddit tauchte jetzt eine steile These auf.
Gen Z und Boomer: These um vermeintlich bessere Voraussetzungen entfacht Generationen-DiskussionEin Nutzer behauptete dort in einem Beitrag: „Boomer hatten es viel leichter.“ Und legt nach: „Boomer kommen aus einer Zeit, in der ein Alleinverdiener eine dreiköpfige Familie ernähren konnte.“ Der Reddit-User ist überzeugt: „Viele aus der Boomer-Generation konnten unter Bedingungen leben, von denen jüngere Menschen heute nur noch träumen können.“
Inzwischen habe die heutige Generation „mit steigenden Mieten, unsicheren Arbeitsverhältnissen, hohen Lebenshaltungskosten und einer völlig unklaren Zukunft“ zu kämpfen. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Teils gab es Zustimmung, einige störten sich massiv an der Bezeichnung Boomer und warfen dem Ersteller des Beitrags Bashing der älteren Generation vor. Viele Nutzer betonten allerdings, dass ein Vergleich der Generationen und der Umstände der jeweiligen Zeit schwierig bis unmöglich sei.
Hatten Boomer es leichter als die Gen Z? Ein Vergleich zeigt, dass früher nicht alles besser warDie Frankfurter Allgemeine Zeitung wagte kürzlich trotzdem einen Faktencheck, um die Voraussetzungen für heutige Boomer in ihren jungen Jahren und die Gen Z vergleichbar zu machen. Beleuchtet wurden der Arbeitsmarkt, Gehälter, Wohnungsangebot und Miete sowie die Möglichkeit, ein Eigenheim zu erwerben.
In den 1980er Jahren waren knapp 10 Prozent der unter 25-Jährigen auf der Suche nach einem Job. Heute liegt die Jugendarbeitslosenquote laut Arbeitsagentur bei 7,2 Prozent – historisch gesehen kein Ausreißer. Doch Arbeitsmarktökonom Enzo Weber warnt davor, die Lage schönzureden. Das Problem heute sei ein anderes: Nicht Entlassungen treiben die Zahl hoch, sondern der Umstand, dass kaum neue Stellen entstehen. „Damit haben besonders Berufseinsteiger zu kämpfen“, sagte Weber der FAZ.
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Beim Lohn steht die junge Generation besser da als ihre Eltern. Vollzeitkräfte zwischen 25 und 30 Jahren kamen im Jahr 2024 laut Bundesagentur für Arbeit im Median auf 3720 Euro brutto im Monat. Inflationsbereinigt entspricht das einer Kaufkraft von 3882 Euro – und damit mehr als das Mediangehalt von 2001. Das lag damals bei 2182 Euro, was heute inflationsbereinigt einer Kaufkraft von 3527 Euro entspricht.
Hauskauf und Miete: Gen Z hat es noch etwas schwerer als die BoomerDagegen gestaltete sich der Hauskauf für Boomer zur Jahrtausendwende einfacher als heute für die Gen Z. Inzwischen hat sich die Grunderwerbsteuer von damals bundesweit gültigen 3,5 Prozent fast verdoppelt. In vielen Bundesländern werden inzwischen 6,5 Prozent fällig. Umgerechnet auf den Kaufpreis beziffert die FAZ den Unterschied in vielen Fällen auf etwa 10.000 bis 20.000 Euro. Hinzu kommt der Umstand, dass der Aufbau von Eigenkapital heute schwieriger und langwieriger ist. Auch die Immobilienpreise haben sich extrem nach oben entwickelt.
Wer sich kein Eigenheim leisten kann, muss mieten – und das wird immer teurer. In Berlin sind die Mieten seit 2010 um 70 Prozent gestiegen, auch in anderen Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg schossen die Mietpreise seitdem in die Höhe. Gleichzeitig sinkt das Wohnungsangebot. Neu auf den Wohnungsmarkt zu kommen, ist heute eine der größten finanziellen Hürden für junge Menschen.
Ein Nutzer bei Reddit fasste es indes so zusammen: „Schlussendlich kämpft jede Generation mit ihren Problemen.“ Derweil zeigen aktuelle Zahlen des Jugendfinanzmonitors, dass die Gen Z mehr und mehr den Glauben an den finanziellen Aufstieg verliert. (Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Reddit, Arbeitsagentur) (kh)