Eine Zeugin berichtet vor dem Landgericht Saarbrücken, Bauunternehmer Martin G. habe Geld vor seiner Ehefrau verstecken wollen. Die Staatsanwaltschaft wertet die knapp 400.000 Euro, die bei Martin Welker gefunden wurden, als Bestechungsgeld, die Verteidigung als Schwarzgeld.
Saarbrücken · Eine Zeugin berichtet vor dem Landgericht Saarbrücken, Bauunternehmer Martin G. habe Geld vor seiner Ehefrau verstecken wollen. Die Staatsanwaltschaft wertet die knapp 400.000 Euro, die bei Martin Welker gefunden wurden, als Bestechungsgeld, die Verteidigung als Schwarzgeld.
14.09.2026 , 18:30 Uhr
Ex-Ludwigsparkstadion-Baustellenchef Martin Welker steht derzeit vor Gericht. Die Anklage wirft ihm Korruption vor.
Foto: Thomas WieckIm Prozess gegen Martin Welker und Martin G. wegen des Verdachts der Korruption im Zusammenhang mit dem Bau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions hat eine weitere Zeugin die Darstellung der Verteidigung gestützt. Die Frau aus Hessen berichtete am Montag vor dem Landgericht Saarbrücken, Bauunternehmer G. habe sie an Silvester 2020/21 angerufen und gefragt, ob er Geld bei ihr lagern könne. Er habe das Geld vor seiner Ehefrau schützen wollen, seine Trennung war damals gerade am Laufen. Ein Rosenkrieg.
Seine Frau sei an diesem Tag nicht zu Hause gewesen, habe G. erklärt. Deshalb sei der Zeitpunkt gut, das Geld aus dem Haus zu schaffen und nach Hessen zu bringen. „Wir kennen uns schon seit 30 Jahren, haben ein enges Vertrauensverhältnis. Ich habe ihm gesagt: Er kann es vorbeibringen“, berichtete die Zeugin. Nach der Höhe oder Herkunft des Geldes habe sie nicht gefragt. Das habe sie nicht interessiert, sagte die Frau. „Ob 50 oder 50.000 Euro, das war mir egal.“
G. sei allerdings nicht zu ihr gekommen. Daraufhin habe sie ihm über WhatsApp geschrieben und gefragt, ob alles in Ordnung sei und ob es geklappt habe. G. habe lediglich geantwortet: „Es hat geklappt.“ Später habe G. ihr erzählt, dass das Geld bei Welker liege.
Bei dem Bargeld soll es sich um jene knapp 400.000 Euro handeln, die Ermittler später bei Martin Welker unter dem Dach in einem Koffer gefunden haben. Die Staatsanwaltschaft wertet die Summe als Bestechungsgeld. Die Verteidigung dagegen erklärt, es habe sich um Schwarzgeld aus dem Besitz des Bauunternehmers gehandelt, das er vor seiner Ehefrau verbergen wolle. Diese Version hat auch der ehemalige Baustellenleiter des Ludwigsparks und Mitangeklagte Welker vor Gericht erklärt.
Für Welker ist die Aussage ein weiteres Argument gegen den zentralen Vorwurf der Anklage.
Nach dem Auftritt der Zeugin erklärte er, bereits der zweite Zeuge habe bestätigt, dass es sich bei dem Geld nicht um Bestechungsgeld, sondern um Schwarzgeld gehandelt habe. Damit sei dieser Anklagepunkt aus seiner Sicht klar widerlegt.
Der Prozess wird fortgesetzt. Laut Plan mindestens bis Februar 2027. (sas)