Nissan stellt den Pixo vor, einen elektrischen Kleinstwagen, der sich auf Stadtnutzung konzentriert und rund 20.000 Euro kosten dürfte.
Sind es die kleinsten Autos, die der Elektromobilität zum Durchbruch auf breiter Front verhelfen? Das wird sich zeigen, doch eines lässt sich schon festhalten: Aus einem anfangs spärlichen erwächst derzeit ein nennenswertes Angebot an E-Autos, deren Listenpreise unter 25.000 Euro liegen. Der Renault Twingo gehört dazu, und im Test erwies er sich als überraschend gelungen. Auf dieser Basis stellt Nissan den ähnlich konzipierten Pixo vor.
Geräumiger KofferraumDer Nissan Pixo ist ein Kleinstwagen. Er misst 3,8 m in der Länge und 1,79 m in der Breite. Zwischen den Achsen sind es 2,49 m und damit kaum weniger als beispielsweise ein Opel Corsa bietet, der insgesamt deutlich länger ist. Hier macht sich bezahlt, dass keine Rücksicht auf die Integration eines Verbrenners genommen werden musste. Auch der Kofferraum ist mit 356 Litern für ein Auto in diesem Segment erstaunlich geräumig. Der Wendekreis von nur 9,9 m deutet bereits zart an, in welchem Profil Nissan den Pixo vor allem sieht: im Stadtverkehr.
Nissan Pixo Innenraum (6 Bilder) Die Materialien dürften schlicht sein, doch auf den ersten Blick macht das Cockpit des Pixo keinen ärmlichen Eindruck. (Bild:Nissan
)Auch die Konfiguration des Antriebs legt das nahe. Der E-Motor an der Vorderachse leistet 60 kW, Angaben zu Fahrleistungen macht Nissan noch nicht. Sie werden sich aber im Rahmen dessen bewegen, was im Twingo möglich ist. Vermutlich wird auch im Pixo die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt sein. Viel wichtiger aber wird der Zielgruppe sein, wie oft man laden muss und wie zügig das geht.
38 kW im SchnittAn Wechselstrom kann dreiphasig mit 11 kW geladen werden. Eine Option, auch mit 22 kW laden zu können, gibt es nicht. Es ist praktisch egal, an welche DC-Säule der Pixo gestellt wird: Sie wird in der Regel mindestens das liefern, was der Nissan abgreifen kann. 50 kW sind es in der Spitze. Die Aufladung von 15 auf 80 Prozent soll in 28 Minuten möglich sein. Das ergibt in diesem Fenster eine durchschnittliche Ladeleistung von rund 38 kW. Niemand soll sagen, lange Strecken wären damit absolut nicht möglich, so richtig vergnüglich werden sie mit einem Pixo aber nicht. Doch dafür ist der Kleinstwagen auch nicht gedacht. Wie das mit einem ähnlich konzipierten Kleinstwagen auf einer 2000 km langen Reise tatsächlich aussieht, hat unser Kollege Jürgen Seeger im Test des Hyundai Inster mit 42-kWh-Batterie ausführlich beschrieben.
Autobahnverbrauch treibt den WLTP nach obenEs lohnt sich, die unterschiedlichen WLTP-Angaben zu Verbrauch und Reichweite näher zu beleuchten. Im kombinierten Verbrauch gibt Renault für den Twingo im Zyklus 12,6 bis 12,7 kWh an. Dieser Wert wird deutlich nach oben getrieben durch den Autobahnwert von 17,8 bis 18,1 kWh/100 km. Die anderen Werte für Innenstadt und Stadtrand liegen bei weniger als 9 kWh/100 km, und selbst auf der Landstraße sollen es nur 11 sein. Das hat sich im Test meines Kollegen Christoph so auch bestätigt, und für den praktisch baugleichen Pixo sind ganz ähnliche Werte zu erwarten. Es könnte also gut sein, dass in einem für den Pixo typischen Fahrprofil nicht die kombinierte WLTP-Reichweite von 259 km im Alltag interessant ist, sondern vielmehr in die innerstädtische, die wie im Twingo bei knapp 390 km liegen dürfte.
Wir rechnen mit rund 20.000 Euro für das Basismodell.
(Bild: Nissan)
Ab Anfang 2027 zu habenAusgeliefert werden soll der Nissan Pixo ab Anfang 2027. Nissan macht noch keine Angaben zum Preis, doch wir erwarten das Basismodell bei rund 20.000 Euro, die besser ausstaffierte Version bei etwa 22.000 Euro. Einerseits belebt Konkurrenz das Geschäft, andererseits bewegt sich der Pixo in einem Segment, in dem Kunden sehr genau auf die Kosten schauen.
(mfz)
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