Der Wirtschaftsrat der CDU warnt davor, Künstliche Intelligenz in Europa vor allem zu regulieren. Deutschland und die EU müssten bessere Bedingungen für KI-Entwicklung schaffen.
17.09.2026 · 21:30 Uhr
Generalsekretär Steiger zu KI: „Zunehmend Frage der nationalen und internationalen Sicherheit“
Foto: Sebastian GollnowExklusiv | Berlin · Der Wirtschaftsrat der CDU warnt davor, Künstliche Intelligenz in Europa vor allem zu regulieren. Deutschland und die EU müssten bessere Bedingungen für KI-Entwicklung schaffen.
In der Debatte um Risiken und Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) hat der Wirtschaftsrat der CDU vor einer Überregulierung in Europa gewarnt. „Europa darf nicht erneut den Fehler machen, eine Schlüsseltechnologie vor allem zu regulieren, während sie andernorts rasant entwickelt wird“, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats, unserer Redaktion. Die jüngsten Warnungen von Experten hätten gezeigt, dass KI „zunehmend zu einer Frage der nationalen und internationalen Sicherheit“ werde, sagte Steiger.
Aus seiner Sicht brauche es für KI vor allem drei Dinge: Investitionen, Daten und bezahlbare Energie. Steiger warnte: „Europa hat aktuell keines davon in ausreichendem Maß. Deshalb müssen wir die Voraussetzungen dafür verbessern, dass Unternehmen und Forschung KI auch in Europa entwickeln und nutzen können.“ Lob äußerte Steiger für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg betont hatte, die EU müsse ihre eigene KI-Entwicklung vorantreiben. „Diesem Anspruch müssen jetzt konkrete Verbesserungen der Standortbedingungen folgen“, sagte er.
Zu den konkreten Forderungen des Wirtschaftsrats zählt unter anderem, „internationale Standards für Sicherheitstests und Risikobewertungen“ leistungsfähiger KI-Systeme zu schaffen. Dabei solle sich Deutschland in „internationalen Formaten für verbindliche Sicherheitsstandards einsetzen“, schreibt der Wirtschaftsrat. Regulierung solle zudem „konsequent nach dem tatsächlichen Risiko der Anwendung“ ausgerichtet werden. Für normale KI-Anwendungen sei es nötig, „möglichst wenig zusätzliche Bürokratie“ zu schaffen. Außerdem müsse man „private und öffentliche KI-Investitionen massiv ausbauen und europäisches Wachstumskapital mobilisieren“. Regulierung solle „nicht isoliert national, sondern möglichst international abgestimmt“ werden.
Zuvor hatte das Unternehmen Anthropic von ähnlichen Vorfällen bei Tests berichtet. Die Vorkommnisse hatten die Sorge verstärkt, dass KI der menschlichen Kontrolle entgleiten könnte. Anthropic-Chef Dario Amodei schlug eine branchenweite Verlangsamung der Entwicklung vor, um der Forschung Zeit für Sicherheitsvorkehrungen zu verschaffen. UN-Generalsekretär António Guterres rief vor diesem Hintergrund zu internationaler Zusammenarbeit auf, um die Risiken beim Einsatz von KI einzudämmen.
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