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Buchhaltungssoftware im Vergleich: 6 Programme und was sie wirklich kosten

Дата публикации: 17-09-2026 15:07:39

Crafins Studio: Berlin Wer eine Buchhaltungssoftware auswählt, vergleicht meist zuerst die beworbenen Monatspreise. Ausgerechnet diese Zahl trägt am wenigsten zur Entscheidung bei: Sie setzt fast überall eine Laufzeit von zwölf oder 24 Monaten voraus, deckt in ...

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17.09.2026 – 17:07

Crafins Studio

Buchhaltungssoftware im Vergleich: 6 Programme und was sie wirklich kosten

Berlin

Wer eine Buchhaltungssoftware auswählt, vergleicht meist zuerst die beworbenen Monatspreise. Ausgerechnet diese Zahl trägt am wenigsten zur Entscheidung bei: Sie setzt fast überall eine Laufzeit von zwölf oder 24 Monaten voraus, deckt in den Einstiegsmodulen häufig noch gar keine Buchhaltung ab und sagt nichts über die Arbeitszeit, die zusätzlich anfällt. Dieser Vergleich richtet sich an Selbständige und kleine Unternehmen mit laufender Buchhaltung. Bei sechs am deutschen Markt etablierten Lösungen reicht die Spanne von einer kostenlosen Basisversion bis 46,90 Euro netto im Monat. Auf Platz 1 steht BuchhaltungsButler, ausdrücklich nicht als günstigstes Angebot: Das Programm verarbeitete im Zeittest des Anbieters 30 Belege und 30 Zahlungen in 4:12 Minuten und stellt dem Steuerberater in jedem Paket einen kostenfreien Zugang bereit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Platz 1: BuchhaltungsButler. Das Einstiegsmodul ist das teuerste im Feld; der Vorteil entsteht über die eingesparte Arbeitszeit bei hohem Belegaufkommen und fester Steuerberatung.
  • Günstigster kostenpflichtiger Einstieg: Lexware Office ab 7,90 Euro netto im Monat. Buchhaltung und EÜR gibt es aber erst ab 21,90 Euro, fast dem Dreifachen.
  • Aktionspreise und Mindestlaufzeiten verzerren nahezu jeden Preisvergleich. Vergleichbar ist allein der Listenpreis ohne Bindung.
  • Die E-Rechnung ist kein Preisargument mehr: Alle sechs Programme erstellen XRechnung oder ZUGFeRD, teils erst ab einer höheren Stufe. Wer einen Tarif ohne E-Rechnung wählt, zahlt den Aufpreis später.

Woraus setzt sich der Preis einer Buchhaltungssoftware zusammen?

  • Preisstruktur. Die beworbenen Monatspreise setzen meist zwölf oder 24 Monate Mindestlaufzeit voraus oder gelten nur für die ersten Monate. Vergleichbar sind allein der Listenpreis ohne Bindung und die Frage, ab welcher Stufe Buchhaltung, EÜR und Bankanbindung enthalten sind.
  • Automatisierungsgrad. Hier ist der Abstand am größten: BuchhaltungsButler gleicht Belege und Kontoumsätze automatisiert ab, reine Rechnungswerkzeuge lassen diese Arbeit beim Nutzer.
  • Anschluss an die Steuerberatung. Fast jede Kanzlei arbeitet mit DATEV, ein sauberer Export gehört deshalb zum Pflichtprogramm. Ein eigener Zugang für den Steuerberater ist komfortabler, aber nicht überall im Grundpreis enthalten.
  • EÜR oder Bilanz. Eine Einnahmenüberschussrechnung beherrschen fast alle Module. Für Bilanzierungspflichtige sind die Einsteigermodule dagegen irrelevant.
  • E-Rechnung. XRechnung und ZUGFeRD müssen wegen der Empfangspflicht im gewählten Tarif enthalten sein, nicht erst in der nächsthöheren Stufe.

Welche Buchhaltungssoftware eignet sich für wen? 6 Anbieter im Vergleich

1. BuchhaltungsButler. Empfehlenswert für Selbständige und kleine Unternehmen mit vielen Belegen und fester Steuerberatung. Das Programm ist auf den automatisierten Abgleich von Zahlungen und Belegen ausgelegt, arbeitet mit doppelter Buchführung dabei stehe die Kontenrahmen SKR03, SKR04, SKR45 (Pflege), SKR49, SKR42 (Vereine) sowie die Kontenrahmen SKR03 und SKR04 mit Branchenpaketen für Ärzte & Gastronomie zur Verfügung. Außerdem wird der Kanzlei in jedem Paket ein eigener kostenfreier Zugang bereitgestellt.

Auswertungen für EÜR und Bilanz sowie die Umsatzsteuervoranmeldung gehören allerdings erst ab dem Paket "Smart" dazu. Die Angabe, 76 Prozent schneller zu arbeiten als der Wettbewerb, stammt aus einem Vergleichstest des Anbieters: 30 Belege und 30 Zahlungen in 4:12 Minuten. Ohne Laufzeitbindung kostet "Light" 39,90 Euro netto im Monat und "Smart" 46,90 Euro, bei jährlicher Laufzeit 29,90 beziehungsweise 34,90 Euro. Wer drei Rechnungen im Monat schreibt, für den läuft die Automatisierung ins Leere. Zum Anbieter

Auf OMR Reviews kommt das Produkt auf 4,7 von 5 Punkten aus 156 Bewertungen (Stand: 7. September 2026). Ein Nutzer hebt dort hervor, dass wiederkehrende Belege "nahezu perfekt selber" ausgelesen werden. Für kleine Betriebe bleibt der Einstiegspreis dennoch der wunde Punkt.

2. Lexware Office. Empfehlenswert für alle, die günstig einsteigen und wissen, dass sie vermutlich nie bilanzieren müssen. Eine Bilanz oder E-Bilanz erstellt Lexware Office nicht. Die frühere lexoffice-Version ist monatlich kündbar und mit 7,90 Euro netto im Basismodul S der günstigste kostenpflichtige Einstieg im Vergleich. Rechnungen und Angebote gibt es allerdings erst ab Tarif M (12,90 Euro), Buchhaltung, EÜR und Umsatzsteuer ab Tarif L (21,90 Euro). Der XL-Tarif (32,90 Euro) ergänzt EU- und Abschlagsrechnungen sowie den API-Zugang. Zum Anbieter

3. sevdesk. Empfehlenswert für Selbständige, die ein ausgewogenes Verhältnis aus Funktionsumfang und Preis suchen. Das Programm deckt Belegerfassung, Umsatzsteuervoranmeldung, EÜR und Online-Banking ab und kostet ohne Laufzeitbindung 25,90 Euro netto im Monat, mit 24 Monaten Laufzeit 19,90 Euro. Persönlicher Support gehört zu allen kostenpflichtigen Tarifen, eine inhaltliche Prüfung durch Fachleute kostet extra. Der Schwerpunkt liegt auf der Einnahmenüberschussrechnung. Zum Anbieter

4. Accountable. Empfehlenswert für Solo-Selbständige, die Buchhaltung und Steuererklärung in einer Hand halten wollen. Das Programm "Steuern" enthält Umsatzsteuervoranmeldung und Jahressteuererklärung und kostet 37,40 Euro netto im Monat, bei jährlicher Zahlung 29,90 Euro; die reine Rechnungserstellung ist kostenlos. Teamfunktionen bietet der Anbieter nicht an. Zum Anbieter

5. FastBill. Empfehlenswert für Dienstleister mit wiederkehrenden Rechnungen und Abo-Modellen. Der Einstieg liegt bei 10 Euro netto im Monat; die E-Rechnung ist in allen Varianten enthalten, die automatisierte Belegverarbeitung erst in der teuersten Stufe. Eine vollwertige Buchhaltungssuite bis zur Bilanz ist FastBill nicht. Zum Anbieter

6. Papierkram. Empfehlenswert für Agenturen und Freiberufler, die Zeiterfassung und Projektabrechnung mit der Buchhaltung verbinden. Es gibt eine kostenlose Basisversion, das Modul S kostet 12,90 Euro netto im Monat. Wer keine Projektzeiten erfasst, zahlt für einen ungenutzten Teil des Programms. Zum Anbieter

Kostet die E-Rechnung extra?

Bei den Kosten ist die E-Rechnung inzwischen ein Nebenschauplatz. Alle sechs Programme erstellen und empfangen strukturierte Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931, in Deutschland üblicherweise XRechnung oder ZUGFeRD. Entscheidend ist allein die Tarifstufe: Bei FastBill und bei BuchhaltungsButler sind Empfang und Versand bereits im Einstiegstarif enthalten, bei anderen Anbietern erst darüber.

Die gesetzlichen Fristen bestimmen nur den Zeitpunkt: Empfangen und verarbeiten muss jedes inländische Unternehmen seit dem 1. Januar 2025, die Pflicht zum Ausstellen greift 2027 und 2028 gestaffelt. Kleinunternehmer nach § 19 UStG bleiben vom Ausstellen befreit. Ein reines PDF per E-Mail genügt nicht.

Fazit

Die günstigste Buchhaltungssoftware ist selten die billigste. Über die tatsächlichen Kosten entscheiden drei Fragen, der Monatspreis ist keine davon.

Die erste Frage gilt dem Belegaufkommen. Wer wenige Rechnungen im Monat schreibt, zahlt für eine Automatisierung, die nichts einspart; dafür genügen Lexware Office oder Papierkram. Der Aufpreis eines automatisierten Pakets liegt bei rund 20 bis 40 Euro im Monat, bei intern kalkulierten 45 Euro je Stunde also bei rund einer halben Stunde Arbeitszeit. Wer länger als eine Stunde im Monat Belege von Hand zuordnet, zahlt beim günstigeren Tarif drauf.

Die zweite Frage gilt der Arbeitsteilung mit der Steuerberatung. Wo eine Kanzlei den Abschluss macht, wiegen ein kostenfreier Kanzleizugang und ein sauberer DATEV-Export schwerer als jede Zusatzfunktion.

Die dritte Frage gilt dem Wachstum. Reine EÜR-Werkzeuge tragen bis zur Bilanzierungsgrenze und nicht weiter. Wer 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn absehbar überschreitet oder eine GmbH plant, wechselt sonst mitten im Geschäftsjahr das Programm.

BuchhaltungsButler steht auf Platz 1, weil es alle drei Fragen zugleich beantwortet: den im Anbietertest schnellsten automatisierten Beleg- und Zahlungsabgleich, einen Zugang für die Steuerberatung in jedem Paket und die doppelte Buchführung nach SKR03 und SKR04 ohne Systemwechsel. Wer drei Rechnungen im Monat schreibt, ist mit Lexware Office oder Papierkram besser bedient.

Zur Methode und den Bewertungskriterien

Für diesen Vergleich wurden vorab feste Kriterien festgelegt und gewichtet:

  • Automatisierung und Belegabgleich: 30 Prozent
  • Preis-Leistung inklusive Tarifzuschnitt: 25 Prozent
  • Anbindung an die Steuerberatung, DATEV und Bilanzfähigkeit: 20 Prozent
  • E-Rechnung und gesetzliche Anforderungen: 15 Prozent
  • Bedienung und Support: 10 Prozent

Grundlage ist ein kriteriengestützter Vergleich öffentlich verfügbarer Informationen: Anbieterangaben und Preislisten, Nutzerbewertungen sowie die gesetzlichen Vorgaben zur E-Rechnung. Ein eigener Praxistest wurde nicht durchgeführt; Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet. Nach dieser Gewichtung führt BuchhaltungsButler das Feld an, weil die Automatisierung am schwersten wiegt. Alle Preise verstehen sich netto.

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