Spotify-Gründer Daniel Ek mischt bei Helsing mit, Jonas Andrulis holt sich Apple-Power, bei SAP gibt’s Ärger um eine frisch gewählte Betriebsrätin. Unser Newsletter „Tech Update“ liefert exklusive Recherchen, Analysen und News zu Start-ups und Innovationen.
Spotify-Gründer Daniel Ek mischt bei Helsing mit, Jonas Andrulis holt sich Apple-Power, bei SAP gibt’s Ärger um eine frisch gewählte Betriebsrätin. Unser Newsletter „Tech Update“ liefert exklusive Recherchen, Analysen und News zu Start-ups und Innovationen.
27.03.2026, 11.29 Uhr
Liebe Leserin, lieber Leser.
Facebook sei wie „die neuen Zigaretten“, postulierte Salesforce-Chef Marc Benioff (61) schon vor Jahren. „It’s not good for you; it’s addictive. They’re after your kids. They need to be regulated“, so der Multimilliardär 2019 in einem „Fortune“-Interview . Seither ist wenig passiert. Doch diese Woche hat die Facebook-Mutter Meta ihre erste Niederlage in Sachen Jugendschutz vor einem Gericht in New Mexico kassiert – kurz darauf folgte ein Urteil gegen Meta und YouTube, wonach die Social-Media-Plattformen die mentale Gesundheit einer jungen Userin verletzt hätten. Weitere Prozesse werden folgen. Ist das etwa der Big-Tabacco-Moment für Big Tech?
Das sind unsere Topthemen diese Woche:
Wie der Spotify-Gründer bei der Drohnenfirma Helsing die Strippen zieht
Frisch gewählter SAP-Betriebsrätin droht Kündigung
Das neue Business von Aleph-Alpha-Gründer Jonas Andrulis
Uber vor Riesendeal mit Berliner Start-up Blacklane
Taktgeber: Spotify-Gründer Daniel Ek ist die Schlüsselfigur beim gehypten Drohnen-Start-up Helsing
Foto: Noam Galai / Spotify / Getty ImagesDer wertvollste deutsche Defense-Tech-Player Helsing hat einen ungewöhnlichen Taktgeber: Spotify-Gründer Daniel Ek (43) ist bei Helsing nicht nur größter Geldgeber und Verwaltungsratschef – er soll sich hinter den Kulissen auffällig tief ins Operative einmischen, von politischem Netzwerken bis zur Suche nach Topmanagern. Nach Recherchen meiner Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk gibt es intern zudem Spekulationen, wie weit Eks Ambitionen wirklich reichen. Und: Dokumente werfen Fragen auf, ob die viel zitierte 12-Milliarden-Euro-Bewertung in der letzten Runde tatsächlich „real“ war. Wird der schwedische Milliardär zum Risiko für das Gründertrio um Thorsten Reil (52), Gundbert Scherf (43) und Niklas Köhl (43)?
Anfang dieser Woche haben rund 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei SAP einen neuen Betriebsrat gewählt. Der Konzern steht am Kapitalmarkt derart unter Druck, dass einige bereits vom Code Red sprechen, wie wir gerade erst berichtet haben . Womöglich wäre eine starke Arbeitnehmervertretung also in solchen Zeiten nicht unwichtig. Nur: Das notorisch zerstrittene Gremium kommt nicht zur Ruhe, wie mein Kollege Caspar Schlenk recherchiert hat. Einer frisch gewählten Betriebsrätin droht sogar die Kündigung.
Nächster Streich: In Frankfurt baut Jonas Andrulis eine neue KI-Firma auf
Foto:PR
Jonas Andrulis (44), der mit Aleph Alpha einst einer der KI-Pioniere in Europa war, baut gemeinsam mit der Beratungsfirma Roland Berger ein neues KI-Start-up auf. Wir verraten euch exklusiv den Namen der neuen Firma – und welchen alten Bekannten er sich als Technikchef an die Seite holt .
Wojciech Zaremba (37), Mitgründer von OpenAI, soll nach dem Wandel zur For-Profit-Company OpenAIs gemeinnützige Stiftung führen und darf eine Milliarde Dollar im Jahr ausgeben .
Donald Trump (79), US-Präsident, besetzt sein Beratergremium für Wissenschaft und Technologie neu: Die Liste liest sich wie das Who’s who des Silicon Valley: Meta-Boss Mark Zuckerberg (41), Google-Gründer Sergey Brin (52), Investor Marc Andreessen (54), Nvidia-Chef Jensen Huang (63) und weitere. Wo früher sonst hochkarätige Wissenschaftler saßen, tummeln sich jetzt lauter Tech-Bros – und eine Tech-Sis: AMD-Chefin Lisa Su (56).
Thomas Lueke (41), ehemaliger Partner bei Cherry, startet einen neuen KI-Fonds. Für den Fonds namens Futurepresent hat er 300 Millionen Dollar eingesammelt und bereits in Firmen wie General Intuition oder Afori von Fabian Wesemann investiert.
Seid ihr beim OMR Festival dieses Jahr? Dann würden wir euch gern zum Brunch einladen. Das manager magazin, Finance Forward und Qonto richten am 6. Mai um 10 Uhr ein Female Finance Breakfast für Gründerinnen, Selbstständige und Finanzfrauen aus. Location ist der Kiosque, das Szenelokal von Sternekoch Fabio Haebel in St. Pauli. Plätze sind begrenzt, hier könnt ihr euch bewerben.
Pionier im Luxussegment: Blacklane-Gründer Jens Wohltorf
Foto: Fabrizio Bensch / ReutersDer Gründer und CEO von Blacklane, Jens Wohltorf (48), steht vor dem größten Deal seines Lebens. Der US-Konzern Uber drängt in das Premiumsegment für Fahrdienste – und will dafür wohl Blacklane kaufen. Wie meine Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk recherchiert haben , bahnt sich damit einer der größten deutschen Start-up-Deals an. Prominente Investoren wie Mercedes-Benz und Carsten Maschmeyer (66) würden profitieren.
Die Solarfirma Enpal stampft ihren Kundenservice für Photovoltaikanlagen ein. Dafür entlässt das Unternehmen knapp hundert Angestellte, wie „Gründerszene“ berichtet. In den vergangenen Monaten habe Enpal demnach bereits eine parallele Kundenservice-Abteilung aufgebaut. Die Entlassenen dürfen sich nun auf neue Stellen im Unternehmen bewerben. Nett!
Google kooperiert mit Agile Robotics aus München: Googles KI-Modell Gemini soll die Roboter des Start-ups aufschlauen, um komplexe Aufgaben in Fabriken selbst zu verstehen, zu planen und auszuführen. Amazon kauft sich indes mit Fauna Robotics die nächste Robofirma ganz. Weiter geht’s also mit den Robo Wars.
Und noch mal Meta: Der Konzern schnürt ein riesiges Vergütungspaket für Spitzenleute. Geknüpft ist es an den gigantischen Börsenwert von 9 Billionen Dollar.
Auch Disney betroffen: OpenAI wollte in Sora Disneys Zeichentrickfiguren nutzen
Foto: Samuel Boivin / NurPhoto / IMAGOOpenAI stellt überraschend sein KI-Social-Netzwerk Sora ein. Der Bedarf für ein eigenes soziales Netzwerk als ultimative Quelle für Fake-Tiervideos und Desinformation war wohl doch nicht so hoch wie gedacht. Darüber dürfte vor allem Disney nicht happy sein, denn der Unterhaltungskonzern hatte erst vor wenigen Monaten einen Riesendeal mit OpenAI abgeschlossen: Disney versprach, mehr als eine Milliarde in Sora zu pumpen – Geld, das aber anscheinend nie geflossen ist. Um es mit Donald Duck zu sagen: „Schluck!“
Nun wünschen wir euch einen schönen Freitag, denn das war es schon wieder mit dem aktuellen „Tech Update“. Leitet den Newsletter gern an andere Interessierte weiter. Abonnieren könnt Ihr uns hier, damit ihr auch in Zukunft keine Ausgabe verpasst.