Der Autozulieferer Schaeffler konnte im abgelaufenen Quartal seine Profitabilität zwar steigern, der Umsatz sank jedoch leicht. Nun verschärft CEO Klaus Rosenfeld sein Sparprogramm.
Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will in den kommenden Monaten 1300 Mitarbeitende über zusätzliche Altersteilzeitlösungen abbauen. Es sollen Mitarbeiter der Jahrgänge 1971 und älter aktiv angesprochen werden, teilte Schaeffler bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit. Das Unternehmen rechnet dadurch mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 51 Millionen Euro.
Es habe bereits in der Vergangenheit eine große Nachfrage seitens der Belegschaft nach Altersteilzeitmöglichkeiten gegeben. Der jetzige Vorschlag bedeutet, dass Beschäftigte bereits im Alter von 55 Jahren die Altersteilzeit in Anspruch nehmen könnten.
Umsatz bröckelt, Profitabilität steigtIn den ersten sechs Monaten des Jahres sind die Umsätze von Schaeffler im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf rund 11,7 Milliarden Euro gefallen. Währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 0,4 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit sank um knapp 2000 auf 108.912. Vor Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten blieb im ersten Halbjahr ein Gewinn von 549 Millionen Euro – 14 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die im MDax notierte Aktie legte zu.
Mit Blick auf das zweite Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Betriebsgewinn von 264 Millionen Euro, das sind 28,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz ging mit 5,9 Milliarden Euro leicht zurück.
Hauptgrund für das Gewinnplus ist das deutlich bessere Abschneiden des Industriegeschäfts, in dem unter anderem Teile für Roboter oder die Luftfahrt gebündelt sind. Hier verbesserte sich der Gewinn um fast zwei Drittel. Auch das traditionell margenstarke Ersatzteilgeschäft fuhr einen höheren Gewinn ein. Das klassische Geschäft mit Teilen für Verbrenner-Neuwagen ließ dagegen Federn.
Als einzige der vier Schaeffler-Sparten verzeichnete im ersten Halbjahr die E-Mobilität ein Umsatzwachstum – um 7,2 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro. Allerdings hatte das Unternehmen auch hier erst vor Kurzem seine Prognose zurücknehmen müssen. Die Wachstumskurve werde nicht so steil verlaufen, wie ursprünglich angenommen, hatte Vorstandschef Klaus Rosenfeld (60) erklärt – insbesondere wegen der Förderpolitik von US-Präsident Donald Trump (80), der Zuschüsse für den Kauf von E-Autos gestrichen hatte.
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