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SpaceX: Anleger warten auf erste Quartalszahlen nach Kurssturz, Rakete Starship im Fokus

Дата публикации: 04-08-2026 10:26:00

Anleger blicken gespannt auf SpaceX: Am Abend legt CEO Elon Musk erstmals Quartalszahlen vor – nach einem Börsendebüt, bei dem bereits mehr als 500 Milliarden Dollar an Unternehmenswert verpufften.

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Raketenstart Ende Juli: Auf seine neue Rakete Starship setzt SpaceX große Hoffnungen
Raketenstart Ende Juli: Auf seine neue Rakete Starship setzt SpaceX große Hoffnungen

Raketenstart Ende Juli: Auf seine neue Rakete Starship setzt SpaceX große Hoffnungen

Foto: SPACEX / UPI Photo / IMAGO

Anleger blicken gespannt auf die ersten Quartalszahlen von SpaceX, die das Unternehmen am Abend nach US-Börsenschluss vorlegen will. Der Bericht kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Seit dem Börsendebüt am 12. Juni hat SpaceX mehr als 500 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren, die Aktie steckt in der vierten Woche in Folge im Minus. Seit dem Rekordhoch von 225 US-Dollar, das die Aktie vier Tage nach dem Börsendebüt am 16. Juni erreicht hatte, hat SpaceX seinen Börsenwert wieder halbiert. Anleger, die zum Rekordhoch eingestiegen sind, haben aktuell rund 50 Prozent ihres Einsatzes verloren.

Nicht zuletzt deshalb richtet sich der Blick der Investoren nun auf die Frage, ob das Management unter Elon Musk (55) mit der Zahlenvorlage Vertrauen in den weiteren Wachstumspfad des Unternehmens wiederherstellen kann.

Musk enttäuschte bereits mit Tesla

CEO Musk enttäuschte Anleger bereits vor Wochen, als er den Quartalsbericht von Tesla vorlegte. Wegen stark steigender Kosten, einem negativen freien Cashflow sowie einer vorsichtigen Einschätzung zur Skalierung des Robotaxi-Geschäfts knickte die Aktie an der Wall Street ein.

Die Einschätzung der Lage bei SpaceX ist jedoch wesentlich komplizierter. Ein wesentlicher Teil der Investmentstory beruht auf Musks langfristiger Vision für das Unternehmen. Dazu gehören Pläne, bald Rechenzentren im Weltraum zu bauen, später den Mars zu kolonisieren und gleichzeitig KI-Dienste zu etablieren, die mit Google, OpenAI und Anthropic konkurrieren sollen.

Wer also in SpaceX investiert, glaubt auch daran, dass Musk seine Pläne umsetzen kann. Im Unterschied zu anderen Großkonzernen wird die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 1,4 Billionen Dollar also nicht durch klassische Finanzkennzahlen gestützt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis der vergangenen Erlöse liegt im Bereich der 70, das operative Geschäft verbrennt Milliardenbeträge pro Quartal und die Schulden übersteigen die Barmittel nahezu um das Doppelte, analysiert CNBC .

Leerverkäufer profitieren

Belastet wird die Aktie dem Bericht zufolge auch durch die Aussicht auf zusätzliche Papiere am Markt, da fortwährend Sperrfristen auslaufen und frühe Investoren erstmals verkaufen können.

Leerverkäufer profitieren derweil von dem Kursrückgang. Laut CNBC liegen ihre Buchgewinne seit dem IPO bei etwa 8,3 Milliarden Dollar.

Trotz der schwachen Kursentwicklung sehen einzelne Analysten Chancen. Ben Harwood von New Street Research verweist gegenüber CNBC darauf, dass die Aktie seit dem Börsengang zwar volatil war, die jüngste Schwäche aber eine Einstiegsmöglichkeit biete. Für langfristig orientierte Anleger sei das derzeitige Niveau aus seiner Sicht attraktiv. New Street hatte SpaceX kurz vor dem Börsengang mit einem Kursziel von 165 Dollar eingestuft, zuletzt schloss die Aktie bei rund 108 Dollar.

Starship: Der Traum vom Weltraumtourismus

Die Hoffnung der Anleger beruht primär auf Starship, der neuen Rakete von SpaceX, die vollständig wiederverwendbar sein und leistungsstärkere Satelliten ins All bringen soll. Gelingt der technische Durchbruch der Rakete, will das Unternehmen die Kosten für den Transport von Fracht und Personen ins All deutlich senken, den Ausbau seiner Starlink-Konstellation beschleunigen und das Satellitenkommunikationsgeschäft stärken. Die Konnektivitätssparte, also der Geschäftsbereich, der mit Internet- und Datenverbindungen über Satelliten Geld verdient, ist derzeit das einzige profitable Geschäftssegment des Unternehmens.

Probleme gab es zuvor mit den Falcon-Raketen von SpaceX, der älteren und kleineren Rakete mit teilweise wiederverwendbaren Stufen. Starship soll ein Vielfaches der Transportkapazität der Falcon-Raketen erreichen und damit die Wirtschaftlichkeit für Forschungs-, Verteidigungs- und Kommunikationskunden verbessern. Zugleich könnte die neue Rakete langfristig Weltraumtourismus ermöglichen. Das Geschäft ist aber insgesamt noch weit davon entfernt, profitabel zu sein.

In seinem Börsenprospekt betont SpaceX die zentrale Rolle von Starship für das Geschäftsmodell. Bleibt die Rakete hinter den Erwartungen zurück und erreicht keine vollständige Wiederverwendbarkeit oder schnelle Umläufe, rechnet das Unternehmen mit höheren Kosten pro Start. Das könnte zu verzögertem Umsatzwachstum, erhöhtem Kapitalbedarf und möglichen Reputationsschäden führen, analysiert CNBC. Einen Vorgeschmack dazu gab es Ende Juli, als die knapp 120 Meter hohe Rakete ihren 13. Testflug in Texas startete. Die Landung verlief nicht vollständig planmäßig, da es Probleme bei der Zündung gab.

Geschäft mit KI

Nach den jüngsten Berichten von Alphabet, Meta, Microsoft und Amazon richten Anleger ihren Blick nun vor allem auf die KI-Strategie von SpaceX und den Kapitalbedarf für Investitionen. Besonders stark im Fokus steht dabei das Vorhaben rund um „Cursor“, ein KI-Coding-Start-up, das SpaceX für 60 Milliarden Dollar übernehmen will. Sollten die Behörden zustimmen, dürfte die Übernahme im dritten Quartal erfolgen.

Parallel dazu baut SpaceX das Geschäft mit seinem Grok-Chatbot aus. Die KI, die Musk auch auf seiner Plattform X verwendet, sichert dem Unternehmen unter anderem Aufträge des US-Verteidigungsministeriums, sorgt aber ebenso für Kritik. In Europa und den USA laufen Untersuchungen und Klagen, weil die Bildbearbeitungsfunktionen von Grok die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie erleichtern.

Vermietung von Rechenzentren

Und dann gibt es noch Plan C: Da Musks KI-Projekte bislang im Wettbewerb mit OpenAI und Anthropic nur begrenzt Marktanteile gewinnen konnten, setzt SpaceX verstärkt darauf, überschüssige Rechenkapazitäten seiner Rechenzentren an andere Unternehmen zu vermieten. Dadurch sollen zusätzliche Erlöse aus dem Infrastrukturaufbau generiert werden, während die eigenen KI-Modelle und Dienste weiterentwickelt werden, wie CNBC berichtet.

So hatte SpaceX vor seinem großen Börsengang etwa einen Vertrag mit Google geschlossen, der dem Unternehmen monatlich rund 920 Millionen Dollar für die Bereitstellung von KI-Kapazitäten einbringen soll. Zuvor hatte bereits Anthropic mit SpaceX vereinbart, die Kapazität des Rechenzentrums „Colossus 1“ in Tennessee anzumieten. Auch das aufstrebende KI-Start-up Reflection AI will Musk an sich binden.

Einen ähnlich stark enttäuschenden Börsengang im Technologiesektor hat es seit 2012 kaum gegeben. Damals fiel die Aktie von Facebook über Monate und unterschritt zeitweise die Hälfte des Ausgabepreises. Facebooks Börsenwert nach dem ersten Handelstag lag jedoch nur bei rund 100 Milliarden Dollar und damit bei etwa einem Fünftel des Wertes, den SpaceX seit seinem Hoch verloren hat.

mje

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