Zuletzt gab es kräftig Unstimmigkeiten. Nun legt Großaktionär Frasers ein Angebot für die Metzinger Modemarke Hugo Boss vor, das das Unternehmen mit 2,7 Milliarden Euro bewertet. Die Aktie springt.
Der britische Milliardär Mike Ashley (61) greift nach dem schwäbischen Modekonzern Hugo Boss. Die Frasers Group, ein von Ashley beherrschter britischer Textilien-, Schuh- und Sporthändler, biete den Aktionären von Hugo Boss 38 Euro je Aktie, teilte die Gesellschaft, die bereits Großaktionär bei Boss ist, am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Das Angebot bewertet Hugo Boss mit 2,7 Milliarden Euro. Es unterliege keiner Mindestannahmeschwelle.
Frasers hatte seinen Anteil an dem Metzinger Modekonzern in der Vergangenheit kontinuierlich ausgebaut und vor einem Jahr die Schwelle von 25 Prozent überschritten. Zudem zeigte sich der Großaktionär Ende November mit der Arbeit von Boss-Aufsichtsratschef Stephan Sturm (62) unzufrieden und kündigte an, ihn nicht mehr zu unterstützen. Am Dienstag kam dann die Kehrtwende. Die Frasers Group teilte mit, dass sie ihre Position in Bezug auf Stephan Sturm, den ehemaligen Chef von Fresenius, neu bewertet habe. Nunmehr wolle die Gesellschaft Herrn Sturm in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Hugo Boss unterstützen.
Der vor über 100 Jahren gegründete schwäbische Textilkonzern steckt mitten in einer Neuausrichtung. Hugo Boss hatte im Dezember angekündigt, das Sortiment und den Vertrieb in den nächsten drei Jahren grundlegend umzubauen und dafür 2026 sinkende Umsätze und Gewinne in Kauf zu nehmen. Die neue Strategie mit dem Namen „Claim 5 Touchdown“ solle die Effizienz verbessern und „den Weg für nachhaltiges, profitables Wachstum ebnen.
Die Frasers Group ist in Deutschland keine Unbekannte: Sie hatte in der Vergangenheit bereits die Fühler nach der Kette SportScheck ausgestreckt, die dann aber an den italienischen Sportfachhändler Cisalfa ging. Erst Anfang März hatte Frasers den Einstieg beim Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma bekannt gegeben. Der Unternehmer Ashley hatte 1982 sein erstes Sportgeschäft im britischen Maidenhead eröffnet. Ende der 90er-Jahre waren es schon rund 100 Läden. Seitdem hat er sein Imperium über den Verkauf von Sportartikeln hinaus ausgebaut und setzt auf weltweit bekannte Luxusmarken.
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