Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Ein überraschender Drall in der Quantenwelt

Дата публикации: 27-08-2026 08:00:00





Ein Effekt aus dem Ballsport zeigt sich auch in der Wechselwirkung von Licht und Materie. Forschende am PSI haben dieses optische Phänomen nun erstmals direkt beobachtet.


Основное содержимое страницы с новостью.

Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI, der ETH Zürich und der Universität Amsterdam konnten erstmals direkt den optischen Magnus-Effekt beobachten. Das Phänomen ist das optische Gegenstück zu einem Effekt aus der klassischen Mechanik. Für Quantencomputer ist er relevant, weil er die präzise Kontrolle ihrer grundlegenden Informationseinheiten, der Qubits, beeinflusst.

Tischtennisprofis sind wahre Meister im Umleiten schneller Projektile. Ein gezielter Drall beim Anschlag lässt den kleinen weissen Ball geradeaus auf die Kante fliegen und im letzten Moment doch noch in einer engen Kurve in die linke Ecke ziehen. Die Mechanik hinter diesem sportlichen Kniff ist als Magnus-Effekt bekannt. Er wirkt auf Bälle ganz unterschiedlicher Grösse und hat auch im Fussball schon zu manchem Sieg verholfen. 

Eine internationale Forschungskollaboration am Paul Scherrer Institut PSI wagte nun den Schritt vom Ball zum Atom und schaffte es erstmals, den sogenannten optischen Magnus-Effekt experimentell nachzuweisen. Dabei fliegt allerdings kein Atom auf einer Kurvenbahn. Stattdessen richten die Forschenden einen stark gebündelten Laserstrahl auf ein einzelnes Ion und beobachten die daraus resultierende Wechselwirkung. 

Damit konnten sie zeigen, dass das Maximum dieser Wechselwirkung seitlich verschoben ist – eine wichtige Erkenntnis für die Entwicklung von Quantencomputern, bei denen Laserlicht zur präzisen Steuerung von Qubits zum Einsatz kommt. Über ihre Ergebnisse berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Physical Review Letters.

Wenn das Zentrum plötzlich danebenliegt

Richtet man einen stark fokussierten Laserstrahl auf ein Ion, so würde man die stärkste Wechselwirkung dort erwarten, wo der Laserstrahl am intensivsten ist: in seinem Zentrum. Doch durch die starke Bündelung des Lasers verändert sich auch die räumliche Struktur seines elektromagnetischen Feldes. Das führt dazu, dass die Wechselwirkung mit dem Ion nicht mehr genau im Zentrum des Laserstrahls am stärksten ist, sondern ein kleines Stück seitlich davon. Diese seitliche Verschiebung ist das optische Gegenstück zum Magnus-Effekt beim Tischtennisball.

Und genau wie eine unerwartete Verschiebung im Sport zum Ballverlust führen kann, kann sie in Quantencomputern zum Verlust von Kontrolle führen. Denn dort wird Laserlicht eingesetzt, um den Zustand von Qubits gezielt zu verändern. Der optische Magnus-Effekt kann diese präzise Steuerung beeinträchtigen und dadurch zu Fehlern beitragen, wenn er nicht berücksichtigt wird. 

Zugleich steckt in diesem Effekt auch eine Chance: «Die dabei entstehenden Kräfte könnten genutzt werden, um Qubits miteinander zu koppeln und so komplexere Berechnungen zu ermöglichen», erklärt Erstautor Philip Leindecker vom Zentrum für Photonenforschung des PSI und vom Departement Physik der ETH Zürich.

Eine Landkarte des Laserlichts

Um den optischen Magnus-Effekt sichtbar zu machen, nutzten die Forschenden ein einzelnes Kalzium-Ion als eine Art winzige und äusserst empfindliche Sonde. Das elektrisch geladene Atom wird dabei in einer sogenannten Ionenfalle mithilfe elektromagnetischer Felder nahezu bewegungslos an einer bestimmten Position festgehalten. Solche gefangenen Ionen kommen auch in Quantencomputern zum Einsatz: Dort können sie als Qubits dienen, deren Quantenzustand sich mithilfe von Laserlicht gezielt verändern lässt.

Für ihr Experiment untersuchten die Forschenden, wie stark das Kalzium-Ion an verschiedenen Stellen mit dem Licht eines stark fokussierten Lasers wechselwirkt. «Unser Ion funktioniert dabei wie ein winziger Sensor, den wir nutzen können, um die Struktur des Laserlichts abzutasten», erklärt Leindecker. «Damit wird eine Verschiebung messbar, die lediglich einige Hundert Nanometer beträgt.» Dabei zeigte sich auch eine überraschende Eigenschaft des Effekts: Die Grösse der Verschiebung hängt allein von der Lichtwellenlänge ab und nicht davon, wie stark der Laser fokussiert wird.

Den optischen Magnus-Effekt hatten Forschende der Universität Amsterdam bereits einige Jahre zuvor theoretisch vorhergesagt. Mit dem gefangenen Kalzium-Ion gelang es dem Team nun erstmals, den optischen Magnus-Effekt zu beobachten und genauer zu charakterisieren.

Kontakt

Originalveröffentlichung

Direct Observation of the Optical Magnus Effect with a Trapped Ion
Philip Leindecker et al. 
Physical Review Letters, 06.08.2026 (online)
DOI: 10.1103/kj5p-qqs5

Über das PSI

Das Paul Scherrer Institut PSI entwickelt, baut und betreibt grosse und komplexe Forschungsanlagen und stellt sie der nationalen und internationalen Forschungsgemeinde zur Verfügung. Eigene Forschungsschwerpunkte sind Zukunftstechnologien, Energie und Klima, Health Innovation und Grundlagen der Natur. Die Ausbildung von jungen Menschen ist ein zentrales Anliegen des PSI. Deshalb sind etwa ein Viertel unserer Mitarbeitenden Postdoktorierende, Doktorierende oder Lernende. Insgesamt beschäftigt das PSI 2300 Mitarbeitende und ist damit das grösste Forschungsinstitut der Schweiz. Das Jahresbudget beträgt rund CHF 450 Mio. Das PSI ist Teil des ETH-Bereichs, dem auch die ETH Zürich und die ETH Lausanne angehören sowie die Forschungsinstitute Eawag, Empa und WSL. (Stand 06/2026)

Weitere Artikel zum Thema

18.02.2026

Zukunftstechnologien

7 min

Zeitmessung auf Quantenebene

An der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS haben Physiker einen Weg gefunden, die Zeit zu messen, die während eines Quantenereignisses verstreicht. Sie entdeckten, dass diese von der Symmetrie des Materials abhängt.

05.02.2026

Zukunftstechnologien

6 min

Chirurgie für Qubits

Forschende zeigen, wie Quantenoperationen unter gleichzeitiger Fehlerkorrektur durchgeführt werden können – ein wichtiger Schritt hin zu zuverlässigen Quantencomputern.

22.10.2025

Zukunftstechnologien

9 min

Zeitbremse und Ionenfallen

Cornelius Hempel berechnet Quantenphänomene mit Quanten. Klingt logisch, ist aber hochkomplex. Sein neuester Coup: ein Quantensimulator, der die Zeit verlangsamt.

5232 — Das Magazin des Paul Scherrer Instituts PSI

Forschung für gesundes Altern

#01/2026

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Neutronen verschwinden nicht in die Spiegelwelt018.1728-07-2026
2Quantenmaterial unter Druck013.7707-07-2026
3Weltweit einzigartige Linse rückt Neutronen stärker in den Fokus012.1614-07-2026
4Erste Positronen für den Future Circular Collider017.7824-08-2026
5Квантовый парадокс: физики ЮУрГУ научились делать свет ярче, вычитая из него фотоны5715-07-2026
6Scientists may have finally caught “empty” space changing light08.8127-08-2026
7Neue Einblicke in das menschliche Sehen017.5425-06-2026
8Quantum breakthrough links light and magnetism in atomically thin materials08.3916-07-2026
9A strange new quantum droplet can hold itself together06.7221-08-2026
10Scientists discover hidden geometry that bends electrons like gravity07.2701-02-2026

Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 17.24. Источник: www.psi.ch.