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Eicar-Testvirus: So prüfen Sie Ihren Virenscanner auf Funktionalität

Дата публикации: 23-07-2026 11:00:00

Mit dem Eicar-Testvirus prüfen Sie, ob Ihr Antiviren-Programm richtig funktioniert. Wir beschreiben, was es mit der Testdatei auf sich hat – und wie Sie sie nutzen.

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Virenscanner testen mit EicarEicar-Testvirus: So prüfen Sie Ihren Virenscanner auf Funktionalität

Der Eicar-Testvirus ist ein probates Mittel für grundlegende Antivirus-Tests.

Foto: iStock.com/ style-photography

Mit dem Eicar-Testvirus prüfen Sie, ob Ihr Antiviren-Programm richtig funktioniert. Wir beschreiben, was es mit der Testdatei auf sich hat – und wie Sie sie nutzen.

Die Anbieter von Antiviren-Programmen versprechen, dass ihre Produkte einen hohen Schutz bieten. Dieser basiert auf postulierten hohen Erkennungsraten für Malware (Schädlinge) und auf mehr oder weniger vielen Funktionen. Wie hoch die Schutzquote von Antiviren-Programmen ausfällt, das prüfen regelmäßig Testlabore.

Ob das Antiviren-Programm auf Ihrem PC prinzipiell in der Lage ist, Malware zu erkennen, können Sie ganz einfach selbst testen: Das gelingt mit dem Eicar-Testvirus. Dieser ist nicht wirklich schädlich; er richtet unter Windows keinen Schaden an, sollte aber bei Ihrem Antiviren-Programm, sofern es korrekt läuft, eine "Virus/Malware gefunden"-Warnung auslösen. Wenn eine solche Meldung erscheint, ist das ein gutes Zeichen und Sie brauchen trotz generischer eindringlicher Worte in einer Pop-up-Behelligung nicht in Panik verfallen.

Wenn Ihr Antiviren-Programm im Hinblick auf den Eicar-Testvirus keine Warnung ausgibt, dann haben Sie womöglich dessen Hintergrundwächter (On-Access-Scanner) deaktiviert, die Lösung ist falsch konfiguriert oder eine Malware hat die Schutzlösung stillgelegt. In dem Fall sollten Sie Ihr Antiviren-Programm im Hinblick auf dessen Lizenzstatus und Konfiguration überprüfen und gegebenenfalls auf ein Konkurrenz-Produkt umsteigen. So ist Ihr Computer geschützt. Es ist nur selten der Fall, dass ein Antiviren-Programm/-Anbieter nicht bei der Erkennung des Eicar-Testvirus mitmacht und diesen nicht als maliziös meldet. Wer mag, kann dem mit einem Upload des Eicar-Testvirus beim Webdienst "

VirusTotal

" von Google nachgehen.

Kennzeichnung für einen externen LinkPackshot Windows 11 Pro

Lizenz Windows 11 Pro

So kommen Sie an den Eicar-Testvirus ran

Eicar-Testvirus: So prüfen Sie Ihren Virenscanner auf Funktionalität

Der Eicar-Testvirus ist nicht sehr groß, er kommt nur auf wenige Bytes an Umfang.

Foto: COMPUTER BILD

Der Eicar-Testvirus basiert auf einem Zeichenfolgen-Code, den Sie auf verschiedenen Webseiten finden. Sie erstellen ihn auf Ihrem PC in Form einer Datei selbst, indem Sie den besagten Zeichenfolgen-Code etwa von der

zugehörigen Wikipedia-Webseite

in die

Zwischenablage

kopieren und ihn zum Beispiel in

Windows-Notepad

einfügen, woraufhin Sie ihn mittels des Hotkeys "Strg-S" speichern. In diesem Zuge legen Sie eine Datei im Format "*.txt" auf Ihrem PC ab; auch jede andere verwendete

Datei-Endung

ist denkbar.

Ein gutes Antiviren-Programm sollte vor dem Eicar-Testvirus beziehungsweise vor einer entsprechenden Eicar-Testvirus-Datei unabhängig vom verwendeten File-Namen warnen und sie löschen. Und zwar idealerweise so schnell, dass ein entsprechendes Element nach dem Speichern gar nicht erst im Dateisystem im Windows Explorer erscheint. Dann funktioniert der Hintergrundwächter eines Antivirus ordentlich.

Eine Warnung und Löschung beim Versuch, den Eicar-Testvirus mit einem Doppelklick zu öffnen, ist nicht optimal, aber besser als gar keine Intervention.

Gar keine Reaktion im Hinblick auf den Eicar-Testvirus erscheint wiederum problematisch.

Auf Wunsch versuchen Sie, den Eicar-Testvirus von der zugehörigen offiziellen Webseite "

eicar.org/download-anti-malware-testfile/

" herunterzuladen. Damit testen Sie nicht den Dateisystem-Schutz Ihres Antiviren-Programms (wie mit einer Eicar-Testvirus-Datei – siehe oben im Artikel), sondern dessen Webschutz oder einen solchen, der auf Browser-eigenen Schutzfunktionen basiert oder mittels eines

Antiviren-Add-ons

realisiert ist. Avira Free Security etwa bringt keinen Webschutz mit, die Freeware-Antivirus-Pendants von Avast und AVG aus demselben Hause – Gen Digital, ehemals NortonLifeLock genannt – schon.

Eicar-Alternativen: "TestVirus"-App & Co.

"TestVirus"-App

Der Antiviren-Anbieter Ikarus bietet formal eine "TestVirus"-App an, mit der sich Antiviren-Programme unter Android prüfen lassen. Der zugehörige

Download-Link auf der Projektseite

verweist aber mittlerweile ins Leere.

wicar.org

Für Profis interessant ist die Website "wicar.org": Dort finden sich eine Reihe von Testszenarien, um ein Antiviren-Programm auf seine Zuverlässigkeit zu untersuchen. Man klickt unter "Run the tests" auf einen Button und bekommt sodann verschiedene "test payload"-Varianten angeboten, mit denen sich arbeiten lässt. Es lässt sich etwa auf Eicar zugreifen, doch auch etwa auf Exploits, die Sicherheitslücken im Internet Explorer 6 oder in Adobe Flash 18x ausnutzen sollen. Auch ein JavaScript-basierter Crypto-Miner findet sich.

Wir raten davon ab, wicar.org zum Spaß und auf einem produktiv genutzten PC einzusetzen. Durch die Nutzung entsteht womöglich Schaden, auch wenn das nicht immer und vermutlich nur selten der Fall ist. Ein spezielles Testsystem, auf dem sich keine wertvollen Daten befinden und das nicht für das Home-Office nötig ist, von dem also nicht die eigene berufliche Existenzgrundlage abhängt, ist für den Einsatz anzuraten.

Firefox: Itsatrap

Analog zu Eicar völlig harmlos ist die spezielle Test-Webseite "

itisatrap.org/firefox/its-a-trap.html

", auf der Sie im Falle von Firefox prüfen können, ob der Browser-eigene Phishing-Schutz wie vorgesehen arbeitet. Beim Aufruf der Seite sollte in Firefox eine rote Warnmeldung erscheinen; Chromium-basierte Browser verzichten darauf.

Antivirus: Avast Free Antivirus

Gratis-Sicherheitsprogramme in der Übersicht

Foto: COMPUTER BILD

Test-Malware

Ein abschließender Tipp für Mutige: Suchen Sie nach echter Malware, um Antiviren-Software auf den Zahn zu fühlen? Sie wollen das Identifizieren schadhafter Dateien jenseits von Eicar auf die Probe stellen, was besonders realitätsnah ist? Oder Sie wollen

eigene Antiviren-Signaturen für die Open-Source-Programme "YARA" und "ClamWin" programmieren

, sodass sie beliebige Dateien nach Ihrer Wahl als bösartig geißeln? Richtige – wenngleich nicht topaktuelle – Malware zu Testzwecken versammelt die Website "https://dasmalwerk.eu" zum Download.

Die dort angebotenen Malware-Dateien sind in ZIP-Archiven gespeichert. Es bewahren einen hier mehrere Hürden vor Unheil: Die besagten Archive sind verschlüsselt, sodass Schadcode nicht ohne Weiteres entweichen kann. Das Entschlüsselungs-Passwort lautet "infected". Eine Dateiendung weisen die hier involvierten Malware-Dateien nicht auf; es gilt, sie für eine Ausführbarkeit manuell mit einem Dateimanager hinzuzufügen. Normalsterbliche Anwender lassen von alledem am besten die Finger – hier droht eine reale Gefahr. Tests mit dortiger Malware sollten allenfalls aufseiten von Profis erfolgen, und zwar auf einem Zweit-PC (eine

virtuelle Maschine

ist okay bis gut, doch gewiefte Malware kann selten aus ihr ausbrechen) und dort ohne eine bestehende Internetverbindung; WLAN-Zugangsdaten sollten in Windows nicht gespeichert sein, Malware könnte eine WPA2-/WPA3-Passphrase auslesen und in das Internet übermitteln.

In aller Deutlichkeit eine Warnung zu malwerk.eu: Laden Sie von dort nichts herunter, wenn Sie dafür keinen guten Grund haben. Wer Eicar bislang nicht kannte, der ist vermutlich kaum in der Lage, mit einer echten Malware fundiert umzugehen.

Wem Eicar schon länger ein Begriff ist und wer sich gut mit Technik auskennt, für den sind Experimente mit echter Malware vielleicht eher etwas. In unserem Test passierte es übrigens, dass eine Ransomware angriff: Sie verschlüsselte eine Handvoll (irrelevanter) Dateien auf unserem Desktop, aber auch auf einem angesteckten USB-Stick. Er diente für eine Windows-10-Neuinstallation, die Datei "setup.exe" wurde dort hin zu "setup.exe..doc" geändert. Eine Malware-seitig erzeugte "Read_ME" genannte HTML-Datei auf dem Desktop enthielt eine Lösegeld-Zahlungsaufforderung für eine Entschlüsselung.

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