Der Gewinn von Bayer zieht im ersten Quartal deutlich an als von Analysten erwartet. Bayer-CEO Bill Anderson ist trotz schwächelnder Pharma-Sparte optimistisch – und hofft auf ein Ende der Glyphosat-Klagewelle.
Ein starkes Agrargeschäft hat Bayer zum Jahresstart überraschend viel Rückenwind verliehen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro, teilte der Pharma- und Agrarkonzern am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 3,93 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz sank um gut 2 Prozent auf 13,41 Milliarden Euro, währungsbereinigt wuchs Bayer aber um gut 4 Prozent. „Wir treiben die Umsetzung unserer Strategie weiter voran und sind fest entschlossen, unsere Ziele für das laufende Jahr zu erreichen“, sagte Vorstandschef Bill Anderson (59).
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Die Agrarsparte profitierte im ersten Quartal von der Beilegung eines Lizenzstreits mit dem US-Konkurrenten Corteva. Die Sparte fast trug eine halbe Milliarde Euro zum Umsatz bei. Außerdem erholten sich die Preise beim Unkrautvernichter Dicamba in den USA. Das Ergebnis stieg um fast 18 Prozent.
Im Pharmageschäft bekam Bayer dagegen die Patentabläufe von bisherigen Blockbuster-Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmittel Eylea zu spüren. Umsätze mit den neueren Medikamenten wie dem Krebsmedikament Nubeqa und dem Nierenmittel Kerendia legten dagegen kräftig zu. Das Pharma-Ergebnis sank, vor allem auch wegen erhöhter Vertriebskosten, um 7,5 Prozent.
Den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der Leverkusener Konzern. Wegen veränderter Wechselkurse passte Bayer die Zielspannen auf unbereinigter Basis jedoch leicht nach oben an. Für 2026 rechnet das Management nun mit einem Umsatz von 44,5 bis 46,5 (bisher: 44 bis 46) Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Sondereinflüssen von 9,4 bis 9,9 (bisher: 9,1 bis 9,6) Milliarden Euro. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, sagte Finanzchef Wolfgang Nickl (57). „Wir erwarten für den Rest des Jahres weitere Volatilität in der Entwicklung der Wechselkurse.“
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