Der Großaktionär Prosus verkauft kartellrechtlich bedingt rund 13,6 Millionen Aktien von Delivery Hero an das US-Unternehmen. Damit erhöht Uber seine Beteiligung auf 7 Prozent.
Uber erhöht seine Beteiligung an dem Essenslieferanten Delivery Hero auf rund 7 Prozent. Der US-Fahrdienst übernimmt für 270 Millionen Euro einen Teil des Anteilspakets des bisher größten Delivery-Hero-Aktionärs, der niederländischen Beteiligungsgesellschaft Prosus, wie diese am Freitag mitteilte.
Prosus muss seine Beteiligung an dem Berliner Unternehmen bis August auf weniger als 10 Prozent abbauen. Das ist eine EU-Auflage, nachdem der Investor den britischen Rivalen Just Eat Takeaway übernommen hatte. Zunächst sinkt der Anteil durch den Verkauf an Uber auf 21,8 von 26,3 Prozent. Hinter Prosus steht die südafrikanische Naspers-Gruppe.
Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg (46) begrüßte die Aufstockung von Uber als „langfristigem Aktionär“. Sie sei „eine Bestätigung unserer Plattform, unserer Strategie und unserer fortlaufenden Bemühungen, langfristigen Wert für alle Aktionäre zu schaffen“.
Uber erklärte gegenüber der „Financial Times“, der Anteilskauf sei „opportunistisch“ gewesen. Der US-Konzern ist mit Uber Eats ebenfalls als Essens-Lieferdienst aktiv. Uber Eats expandiert aggressiv in Europa und plant neue Lieferdienste unter anderem in Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland und Rumänien.
Nach Prosus-Angaben zahlt Uber 20 Euro je Aktie für einen Anteil von 4,5 Prozent. Der Preis liegt knapp unter den 20,14 Euro, mit denen Delivery Hero am Donnerstag an der Börse geschlossen hatte. Am Freitag schnellte die Aktie zum Handelsstart um mehr als 6 Prozent nach oben.
Uber war vor zwei Jahren für 300 Millionen Dollar mit rund 3 Prozent bei Delivery Hero eingestiegen. Das Engagement war damals Teil der Vereinbarung zum Verkauf des Taiwan-Geschäfts der Delivery-Hero-Tochter Foodpanda an Uber Eats. Der Deal platzte nach Widerstand der Kartellbehörden in Taiwan, der Einstieg blieb davon unberührt.
Delivery Hero steht derzeit unter Druck des Hongkonger Investors Aspex , der mehr als 9 Prozent der Anteile hält und damit weiterhin vor Uber liegt. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge hat Aspex ebenfalls Interesse an einem Kauf von Delivery-Hero-Aktien von Prosus angemeldet.
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Der Investor, der nach eigenen Angaben seit 2020 bei Delivery Hero engagiert ist, ist mit der im Branchenvergleich unterdurchschnittlichen Ertragskraft unzufrieden. Aspex fordert daher den Rückzug aus ganzen Regionen und die Absetzung von Vorstandschef Östberg.
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