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Hyrox-Gründer Moritz Fürste: „Wenig Rhythmus, immer Vollgas“ – ein Blick in den Kalender

Дата публикации: 28-04-2026 07:01:00

Hyrox-Gründer Moritz Fürste reist an mehr als 100 Tagen im Jahr. Hier erzählt er, warum er lange glaubte, er brauche keine Assistentin und warum er seinen Kalender gern mit einem Golfprofi tauschen würde.

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Hyrox-Gründer Moritz Fürste reist an mehr als 100 Tagen im Jahr. Hier erzählt er, warum er lange glaubte, er brauche keine Assistentin und warum er seinen Kalender gern mit einem Golfprofi tauschen würde.

Das Interview führte Katharina Hölter

28.04.2026, 09.01 Uhr aus manager magazin 5/2026

„Wenn man nach einer Woche nichts von mir hört, habe ich es nicht für relevant gehalten“: Hyrox-Gründer Moritz Fürste
„Wenn man nach einer Woche nichts von mir hört, habe ich es nicht für relevant gehalten“: Hyrox-Gründer Moritz Fürste

„Wenn man nach einer Woche nichts von mir hört, habe ich es nicht für relevant gehalten“: Hyrox-Gründer Moritz Fürste

Foto:

Hyrox

manager magazin: Kommen Sie selbst noch zum Trainieren?

Moritz Fürste: Wenn es geht, trainiere ich jeden Morgen. Ich stehe um 6.40 Uhr auf, frühstücke mit meinen beiden Töchtern, bringe sie zur Schule. Danach gehe ich entweder laufen oder ins Fitnessstudio. Um kurz vor 9 Uhr fahre ich los ins Büro. Mittwochabends spiele ich Tennis.

Ihr Mitgründer Christian Toetzke und Sie haben mit Hyrox eine Trendsportart kreiert, daraus ist eine globale Eventreihe mit mehreren Millionen Euro Umsatz geworden. Wurden Sie irgendwann von Terminen und Aufgaben überrollt?

Das kann man so sagen. Tatsächlich habe ich seit wenigen Monaten eine Executive Assistant. Wir haben gemeinsam angefangen, meinen Kalender aufzuräumen und zu strukturieren. Ich habe vorher neben dem operativen Geschäft jeden Termin, jede Reise selbst geplant und gebucht. Das wurde mir irgendwann einfach zu viel.

Was haben Sie aus Ihrer Sportlerkarriere mitgenommen, was Ihnen jetzt beim Zeitmanagement hilft?

Als Amateursportler im Profibereich konnte ich mich nie auf den Sport allein konzentrieren. Ich hatte Athletiktraining, habe nebenbei dual studiert und musste mich selbst um Sponsorenaufträge kümmern. Deshalb habe ich immer wieder priorisiert, vor Klausuren mein Lernpensum hochgefahren, vor den Turnieren das Studium in den Hintergrund gestellt. Das hat mich zu einem Multiorganisationstalent gemacht.

Wie macht sich das heute bemerkbar?

Mein Kopf kann sehr schnell thematisch switchen. Ich brauche zwischen zwei Terminen keine Karenzzeit.

Wie sieht eine typische Woche aus?

Ich habe jeden Tag einen Check-in mit meiner Assistentin Sarah. Regelmäßig tausche ich mich mit meinem Partner Christian aus. Mit meinen Kollegen, die direkt an mich berichten, habe ich wöchentlich Jour fixes, daneben organisieren wir uns via Slack und WhatsApp. Wenn ich mir meinen Kalender so anschaue, stelle ich fest, dass ich vormittags eher interne und nachmittags eher externe Termine habe.

Welche Prinzipien leiten Ihre Kalenderplanung?

Keine, ich bin kein Fan von Zeitmanagement-Tools und gebe ungern Ratschläge dazu. Ich glaube, dass jede und jeder einen ganz eigenen Rhythmus hat. Ich halte weder etwas von der Theorie, dass erfolgreiche Manager um 5 Uhr aufstehen und nur wenige Stunden Schlaf brauchen. Genauso wenig sollten alle mindestens acht Stunden schlafen. Ich streame jedenfalls sehr gern abends um 22 Uhr zusammen mit meiner Frau noch eine Serie.

„Mein Kopf kann sehr schnell thematisch switchen“: Moritz Fürste gönnt sich zwischen zwei Terminen häufig keine Pausen

„Mein Kopf kann sehr schnell thematisch switchen“: Moritz Fürste gönnt sich zwischen zwei Terminen häufig keine Pausen

Foto:

Screenshot: Hyrox

Wie würden Sie Ihren Rhythmus beschreiben?

Da ist wenig Rhythmus, da ist immer Vollgas – das kommt vermutlich aus dem Sport. Da ist man einfach gewohnt, immer das nächste Ziel anzugehen.

Wie organisieren Sie Ihre To-dos?

Ich blocke mir manchmal Zeit, um sie abzuarbeiten – auch wenn es um meine ehrenamtliche Aufgabe als erster Vorsitzender im Hockeyclub geht. E-Mails beantworte ich in der Regel innerhalb von einem Tag. Nur wenn ich Urlaub habe, kann es länger dauern. Wenn man nach einer Woche nichts von mir hört, habe ich es nicht für relevant gehalten. Präsentationen lese ich oft auf Flugreisen. Die Reisezeit nutze ich auch für Brainstormings, mache mir mit Zettel und Stift strategische Gedanken.

Die Fossile

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Wie viel arbeiten Sie insgesamt?

Ich kann Ihnen keine konkrete Stundenzahl nennen, auch weil ich so zerstückelt arbeite: Wenn die Kinder schlafen, checke ich noch mal meine E-Mails, mit Asien und den USA habe ich auch Calls in den Randzeiten, ich reise an etwa 100 Tagen im Jahr. In einer Woche, in der ich nur von Hamburg aus arbeite, sind es vielleicht 50 bis 60 Stunden.

Wann ist Ihr persönliches Limit erreicht? Wie stellen Sie das fest?

Ich spüre das ganz deutlich im Urlaub, wenn ich zwei, drei Tage brauche, um runterzukommen. Oder wenn ich nicht mehr so gut im Kopf umschalten kann.

Sind Sie im Urlaub erreichbar?

Ja, ich arbeite immer wieder zwischendurch. Mein Handy ist an.

Sie sind viel unterwegs. Was bedeutet das für Ihr Familienleben?

Ich bin in der sehr glücklichen Situation, dass meine Frau sich entschieden hat, zu Hause den Laden zu schmeißen. Wenn sie mit auf Events kommt, haben wir die Großmütter, die sich kümmern. Ich bin dafür sehr dankbar.

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Bei einem Exit aus der Firma hätten Sie sofort einen freien Terminkalender.

Das ist nichts, was Christian und ich anstreben. Bei der Frage nach dem Exit geht es ja auch um Geld, darauf kommt es mir nicht an. Ich könnte mir eher vorstellen, dass wir uns operativ über die Jahre zurückziehen, aber auch daran denke ich aktuell nicht. Ich will das Baby weiter großziehen. Wir wollen Hyrox weiter als Sportart etablieren; Trainingscamps initiieren und streben an, eine olympische Disziplin zu werden.

Mit wem würden Sie gern mal den Kalender tauschen?

Mit einem Golfprofi. Ich könnte weiterhin um die Welt fliegen, bei gutem Wetter Golf spielen und müsste meine sportliche Karriere nicht so früh beenden. Im Alter werden ja viele Golfer nur noch besser.

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