Milliardenpoker um VWs Dieselmotoren-Tochter: Während sich fünf Bieter um die Übernahme von Everllence streiten, hat auch die Porsche SE Interesse. Volkswagen dementiert allerdings einen Bericht, dass die Holding der Familien Porsche und Piëch sich bereits 10 Prozent an Everllence gesichert habe.
Egal, welcher Finanzinvestor den Zuschlag für die Volkswagen-Dieselmotoren-Tochter Everllence bekommt, die Familienholding Porsche SE gehört laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zu den Gewinnern. Sie solle nach den Vorstellungen von Volkswagen als Co-Investor bei Everllence einsteigen. Gedacht sei an eine Beteiligung von etwa 10 Prozent. Volkswagen dementiert das allerdings: „Es ist ein offenes Bieterverfahren, die Angebote werden neutral bewertet, das beste Angebot wird den Zuschlag erhalten“, so ein Sprecher des Konzerns. „Gegenteilige Behauptungen oder Gerüchte sind schlicht falsch.“
Dass der bisherige Eigentümer einen Co-Investor durchsetzt, wäre ungewöhnlich. Mit einem Finanzinvestor sei eine solche Konstruktion aber leichter zu bewerkstelligen, zitiert Reuters Insider.
Normalerweise suchen sich Finanzinvestoren im Bedarfsfall selbst Kapitalgeber, die eine Übernahme gemeinsam mit ihnen finanzieren. Nach Informationen des manager magazins war im Gespräch, dass sich die Porsche SE bei Everllence mit dem schwedischen Finanzinvestor EQT verbünden könnte. Die börsennotierte Holding der Volkswagen-Großaktionäre Porsche und Piech will abseits ihrer Kernbeteiligungen an VW und dem Sportwagenbauer Porsche AG in neue Geschäftsfelder investieren, kommt dabei aber nicht recht voran.
Zu den sechs vorerst erfolgreichen Bietern zählen laut Reuters nun die Investoren Advent, Blackstone, Brookfield, CVC und EQT. Volkswagen will zunächst nur 51 Prozent an Everllence verkaufen, auch um von einem erhofften späteren Wertzuwachs zu profitieren. Der Zuschlag für einen Bieter wird noch vor der Sommerpause erwartet. Nun werfen die sechs Kandidaten zunächst einen tiefen Blick in die Bücher des Unternehmens.
Volkswagen hatte den Dieselmotoren- und Turbomaschinenhersteller MAN Energy Solutions im Juni 2025 in Everllence umbenannt. Das Unternehmen stellt unter anderem Dieselmotoren für Schiffe und Generatoren für Kraftwerke her. VW hatte die ehemalige MAN-Tochter vor dem Börsengang des aus MAN und Scania bestehenden Lkw-Konzerns Traton ins eigene Portfolio übernommen. 2024 kam Everllence mit 15.000 Beschäftigten auf einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.
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VW-Finanzvorstand Arno Antlitz (55) hatte am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz nur erklärt, der Konzern sei beim Verkauf an einen Investor „sehr, sehr gut unterwegs“. VW wolle das Unternehmen mit dem neuen Miteigentümer weiterentwickeln. Dazu seien hohe Investitionen nötig. Advent, EQT, Blackstone, CVC und Brookfield gaben keine Stellungnahme ab.
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