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Hitzschlag oder Sonnenstich? So leisten Sie im Notfall richtig Erste Hilfe

Дата публикации: 28-06-2026 14:03:05

Hitze kann jeden treffen – plötzlich kollabiert jemand. Schnelles Handeln rettet Leben. Doch einen fatalen Fehler machen fast alle.

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Es passiert schneller, als viele denken: Ein heißer Sommertag, ein voller Bahnsteig, ein Spaziergang in der Mittagssonne – und plötzlich sackt jemand in sich zusammen. Hitze ist in Deutschland längst kein Nischenthema mehr, sondern ein medizinisches Risiko, das jeden treffen kann. Wer im entscheidenden Moment richtig reagiert, kann Leben retten.

Dieser Text erklärt Schritt für Schritt, was Laien tun können – und wo die Grenzen der Ersten Hilfe liegen.

Erst einordnen, dann handeln

Mediziner unterscheiden grob zwischen Sonnenstich (Schwindel, Übelkeit, Schwäche, oft mit starkem Schwitzen) und dem deutlich gefährlicheren Hitzschlag. Warnzeichen für einen Hitzschlag sind unter anderem Verwirrtheit, undeutliche Sprache, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit. Die Haut kann dabei heiß und trocken sein – muss es aber nicht.

Eine wichtige Botschaft vorweg: Verlieren Sie keine Zeit mit einer Diagnose. Experten betonen ausdrücklich, dass Laien die genaue Art der Hitzeerkrankung nicht sicher unterscheiden können – und das auch nicht müssen. Im Zweifel gilt: kühlen, beobachten, Notruf wählen.

Szenario 1: Die Person ist ansprechbar

Wenn der oder die Betroffene noch bei Bewusstsein und orientiert ist, gehen Sie so vor:

Raus aus der Hitze: Bringen Sie die Person in den Schatten oder an einen kühlen Ort. Hinlegen.

Hinlegen: Oberkörper leicht erhöhen, flach lagern.

Kleidung lockern: Enge oder schwere Kleidung öffnen.

Aktiv kühlen: Mit feuchten Tüchern, kühlem (nicht eiskaltem) Wasser und Luftzufächeln – besonders an Kopf, Nacken, Achseln und Leisten.

Trinken anbieten – mit Vorsicht: kleine Schlucke Wasser oder ein Elektrolytgetränk, aber nur, wenn die Person wirklich wach, orientiert und nicht übel ist.

Nicht allein lassen: Der Zustand kann sich rasch verschlechtern.

Die Faustregel lautet: Bessert sich der Zustand nicht innerhalb von etwa 30 Minuten – oder treten Verwirrtheit, Krämpfe oder Bewusstseinsstörungen auf – wählen Sie sofort den Notruf 112. Im Zweifel leiten Sie die Experten dort bei der Ersten Hilfe an.

Szenario 2: Die Person ist bewusstlos

Jetzt zählt jede Sekunde:

Sofort 112 anrufen – oder anrufen lassen. Atmung prüfen. Anleiten lassen.

Atmet die Person normal: in die stabile Seitenlage bringen, weiter kühlen, Atmung kontinuierlich überwachen.

Atmet die Person nicht und ist gesichert bewusstlos: Sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen – 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute, etwa 5 bis 6 cm tief, mittig auf dem Brustbein. Wer geschult ist, kombiniert 30 Kompressionen mit zwei Beatmungen. Ein verfügbarer AED (Defibrillator) sollte umgehend eingesetzt werden.

Ganz wichtig: Einer bewusstlosen Person niemals Flüssigkeit einflößen. Schluck- und Hustenreflexe können ausgefallen sein – Wasser geriete sonst in die Lunge.

Kühlen, kühlen, kühlen

Internationale Fachgesellschaften betonen unisono: Schnelle, aggressive Kühlung ist die wirksamste Erste-Hilfe-Maßnahme beim Hitzschlag. Wenn praktikabel, ist ein Eintauchen in kühles Wasser bis zum Hals die effektivste Methode.

Ist das nicht möglich, hilft eine Kombination aus kalter Dusche, feuchten Tüchern, Eispackungen (in Tüchern, nie direkt auf die Haut) und Fächeln. Fiebersenker wie Paracetamol oder Ibuprofen wirken bei einem Hitzschlag übrigens nicht – es handelt sich nicht um Fieber, sondern um eine externe Überhitzung. Wichtig ist beim Kühlen die Kombination von Maßnahmen und das rasche Senken der Temperatur im Körperstamm, also Rumpf, Hals und Kopf.

Was Sie nicht tun sollten

Keine Selbstdiagnose-Schleifen drehen, während sich der Zustand verschlechtert. Keine fragwürdigen Hausmittel aus Internetforen ausprobieren – Empfehlungen zu speziellen Getränken, „Gurkenwasser“ oder Ähnlichem sind medizinisch nicht belastbar.

Bewusstlose niemals Flüssigkeit einflößen. Die Person nicht allein lassen.

Im Zweifel: 112

Dieser Text ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung und keine ärztliche Beratung. Er fasst gängige Empfehlungen seriöser Organisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes zusammen. Im Ernstfall gilt immer: Lieber einmal zu früh den Rettungsdienst rufen als einmal zu spät. Der Notruf 112 ist in ganz Europa kostenfrei erreichbar – auch ohne Guthaben oder Empfang im eigenen Netz.

Wer regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs auffrischt, ist im Notfall deutlich handlungssicherer. Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser und ASB bieten solche Kurse bundesweit an – im Sommer eine besonders lohnende Investition.

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Классификация: Происшествия. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 5. Источник: www.berliner-zeitung.de.