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Pflicht: Netflix, Prime & Disney+ müssen deutsche Filme machen

Дата публикации: 27-05-2026 13:46:00

Die deutsche Filmindustrie hat eine Durststrecke hinter sich. Nun sollen private Mittel und eine aufgestockte Förderung die Branche wieder beflügeln.

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Verpflich­tende Inves­titionen der groen Strea­ming­dienste wie Netflix, Amazon oder Disney+ und eine aufge­stockte staatliche Frderung sollen die Film­produk­tion in Deutschland wieder in Schwung bringen. Das Bundes­kabi­nett hat einen entspre­chenden Gesetz­entwurf von Kultur­staats­minister Wolfram Weimer beschlossen. Die Vorlage geht jetzt in das Parlament. Sie soll Anfang 2027 greifen.

Hintergrund ist eine jahrelange Flaute der deutschen Filmbranche. In groen Studios wie etwa in Babelsberg oder bei der Bavaria fehlten Auftrge, groe Filme und Serien wurden anderswo gedreht - zum Beispiel der Netflix-Film "Im Westen nichts Neues" in Tschechien. Einige europische Lnder lockten mit attraktiven Konditionen und Steu­ervor­teilen.

"Chance auf Filmhits"

Netflix, Amazon und Co sollen in Filmstandort investieren Netflix, Amazon und Co sollen in Filmstandort investieren
Bild mit KI erstellt
Weimer hofft nun auf einen Boom und neue deutsche Blockbuster. "Mit dem heutigen Kabi­netts­beschluss znden wir fr den deutschen Film eine neue Stufe im inter­natio­nalen Stand­ortwett­bewerb", erklrte der parteilose Staats­minister fr Kultur und Medien. "Nun ist es an der Branche, diese Chance zu nutzen, um Filmhits 'made in Germany' in Serie zu produzieren."

Eckpunkte fr eine Inves­titi­onspflicht fr Strea­ming­konzerne und TV-Sender hatte die schwarz-rote Koalition schon im Februar vereinbart. Weimers Entwurf greift das auf. Demnach sollen die Dienste und Sender mindestens acht Prozent ihres Jahres­umsatzes mit Abos und Werbung in den Film­standort Deutschland stecken. Das knnte sich auf Hunderte Millionen Euro summieren.

Nach Angaben des Bran­chen­verbands VAUNET lagen die Umstze aus Pay-TV und Paid-Video-on-Demand in Deutschland schon 2024 bei rund 5,5 Milliarden Euro. Den Werbemarkt fr TV, Video­strea­ming und Audio-Medien prognos­tizierte VAUNET fr 2026 auf 6,5 Milliarden Euro. Von den Werbe­umstzen mit Video­strea­ming sollen knapp drei Viertel auf die Gro­konzerne Alphabet, Amazon, ByteDance und Meta entfallen.

Auch Fern­sehsender betroffen

Die Mindest­inves­titi­onsquote gilt aber nicht nur fr die inter­natio­nalen Konzerne, sondern auch fr Fern­sehsender wie RTL, ProSieben/Sat1 und auch die ffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Als Bemes­sungs­grund­lage fr sie sollen die Programm­kosten fr das nicht-lineare Angebot gelten.

Daneben seien Anreize fr weiter­gehende freiwillige Selbst­verpflich­tungen vorgesehen, erklrte Weimer. "Ab einer Inves­titi­onsquote von 12 Prozent oder mehr ist es den Medi­enun­ternehmen erlaubt, von bestimmten Detail­vorgaben des Gesetzes abzuweichen." Sogenannte Subquoten soll es fr deutsch­spra­chige Inhalte, unabhngige Produzenten und die Herstellung neuer Werke geben. Zudem geht es um Vorgaben fr eine Rech­tetei­lung mit unab­hngigen Produzenten.

Film­frder­tpfe mit mehr als 300 Millionen

Von staatlicher Seite stehen laut Weimer ab sofort die im vergangenen Jahr auf 250 Millionen Euro verdop­pelten Mittel zur Film­frde­rung des Bundes zur Verfgung. Weimer spricht von einem "Filmbooster". Mit diesem und anderen Frder­tpfen stelle der Bund mehr als 300 Millionen Euro fr Film­produk­tionen bereit. Hinzu kmen Frder­mittel der Lnder. Das sei mehr als je zuvor, sagte der Kultur­staats­minister.

Die Koalition hatte vor der Einigung vom Februar lange darum gerungen, ob es wirklich eine gesetzliche Pflicht zu Inves­titionen geben sollte. Weimer frchtete rechtliche Risiken und bevorzugte zeitweise eine freiwillige Verein­barung mit den Strea­mingriesen und Sendern, die nach seinen Angaben Inves­titionen von rund 15,5 Milliarden Euro binnen fnf Jahren in Aussicht gestellt hatten.

Die SPD und das Haus von Finanz­minister Lars Klingbeil pochten hingegen auf die gesetzliche Verpflich­tung und setzen sich durch - allerdings mit einer vergleichs­weise niedrigen Quote von acht Prozent.

Jetzt erklrte Klingbeil: "Wer am deutschen und euro­pischen Filmmarkt gute Geschfte macht, der muss hier auch seinen Beitrag leisten." Mit den neuen Regeln strke man den Film­standort und seine Vielfalt. "Unser Ziel ist, dass mehr Auftrge nach Deutschland und Europa gehen. Wir wollen, dass europische Inhalte gestreamt werden. Und wir frdern die Arbeit unab­hngiger Produ­zentinnen und Produzenten."

Lob von den Grnen

Auch der Vorsitzende des Kultur­ausschusses im Bundestag, Sven Lehmann von den Grnen, lobte das Vorhaben. "Endlich geht es vorwrts in der Filmpolitik", sagte Lehmann in Berlin. "Es ist gut, dass die Bundes­regie­rung eine gesetzliche Inves­titi­onsver­pflich­tung fr Strea­ming­dienste und private Sender auf den Weg bringt. Die Film- und Fern­sehbranche hat lange genug auf diesen Schritt gewartet." Lehmann kritisierte, dass Weimer zu lange an frei­willigen Deals fest­gehalten und damit unntig Zeit verspielt habe.

Laut einer Umfrage von Zattoo soll erstmals eine Mehrheit der Haushalte Fernsehen ber das Internet empfangen. Eine andere Erhebung kommt zu stark abwei­chenden Ergebnissen.

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