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Telekom-Chef warnt: Ohne Infrastruktur bleibt KI sprachlos

Дата публикации: 20-04-2026 13:25:00

Heute ist die "Mutter alle Messen", die Hannover Messe (Industrie) trotz Streiks gestartet. Telekom Chef Höttges betonte in einer Ansprache die Bedeutung von Infrastruktur.

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Trotz eines Streiks der Hanno­veraner Verkehrs­betriebe (stra) ist heute die "Mutter aller Messen", die Messe Hannover (Indus­trie) gestartet. Die Deutsche Telekom, jahre­langer Stammaus­steller ist auch dieses Jahr in redu­zierter Form vor Ort, aber Telekom-Chef Tim Httges hielt dort eine wichtige Rede, im Bran­chen­jargon "Keynote" genannt.

Die ganze Welt spricht ber KI

Httges hat zum Auftakt der Hannover Messe die Inves­titi­onsbe­reit­schaft in Knst­liche Intel­ligenz fr den Standort Deutsch­land bekrf­tigt. „Die ganze Welt spricht ber KI. Aber ohne Infra­struktur ist selbst KI sprachlos. Darum inves­tieren wir in sichere Netze, souve­rne Rechen­zentren und KI-Rechen­power.“ In seiner Keynote gab Httges zudem einen Ausblick auf den kommenden Mobil­funk­stan­dard 6G, der gerade fr indus­trielle Anwen­dungen neue Mglich­keiten erffnen soll. Ausgerechnet zur wichtigsten deutschen Industriemesse streikt der Nahverkehr. Ausgerechnet zur wichtigsten deutschen Industriemesse streikt der Nahverkehr.
Foto: Picture Alliance/dpa
Deutsch­land und Europa brchten alle Voraus­setzungen mit, um in der physi­schen KI, also der Anwen­dung von KI im indus­triellen Umfeld, eine fhrende Rolle einzu­nehmen, betonte Httges. Alle Unter­nehmen seien nun aufge­fordert, die neuen Mglich­keiten auch zu nutzen. Viele bestehende Heraus­forde­rungen lieen sich mit KI besser lsen. Dies erfor­dere jedoch nicht nur die passenden Anwen­dungen, sondern auch, Prozesse in Unter­nehmen neu zu gestalten und auf KI vorzu­bereiten. Zugleich forderte Httges die Verant­wort­lichen in der Indus­trie auf, im Blick zu behalten, welche Auswir­kungen KI auf die Menschen hat.

KI braucht Souve­rnitt

In seiner Keynote auf der Hannover Messe (Industrie) betonte Telekom Chef Tim Httges die Notwendigkeit von Infrastruktur und Souvernitt. In seiner Keynote auf der Hannover Messe (Industrie) betonte Telekom Chef Tim Httges die Notwendigkeit von Infrastruktur und Souvernitt.
Foto: Deutsche Telekom
„Wo KI und Souve­rnitt zusam­menkommen, entsteht Fort­schritt“, sagte Httges weiter. „Deutsch­land hat alle Voraus­setzungen dafr: eine starke indus­trielle Basis, Inge­nieurs­kunst und die Fhig­keit, Produk­tion mit neuesten Tech­nolo­gien zu verbinden. Wenn wir das konse­quent tun, wird Deutsch­land nicht nur mit den anderen mithalten. Wir werden vorne mitspielen.“

Telekom auf allen Ebenen der Souve­rnitt

Httges verwies auf die Erfah­rung der Telekom im Bereich Rechen­zentren und KI. Die Telekom biete „alles, was Unter­nehmen brauchen“ und verfge ber heraus­ragende Kunden­zugnge. Beim Thema Souve­rnitt seien verschie­dene Ebenen zu unter­scheiden und je nach Anwen­dung sinnvoll.

In der Praxis bentigt nicht jede Anwen­dung das hchste Souve­rni­tts­niveau, rumte Httges ein. Unter­nehmen sollten je nach Sensi­bilitt ihrer Daten und Prozesse die passende Kombi­nation aus drei Stufen whlen und diese mit Anwen­dungen verschie­dener Partner nach Bedarf kombi­nieren.

Auf der ersten Stufe steht fr den Telekom-Chef die Daten­souve­rnitt. Unter­nehmen und Behrden behalten dabei die Hoheit ber ihre Daten. So ist sicher­gestellt, dass diese nach euro­pischen Regeln verar­beitet werden. Die Telekom betreibe mit Ange­boten wie der T-Cloud-Public die notwen­digen Daten­infra­struk­turen in Europa, die den Anfor­derungen etwa der DSGVO (Daten­schutz-Grund­verord­nung) entspr­chen. Gerade fr sensible Bereiche sei das eine zentrale Voraus­setzung fr die Digi­tali­sierung.

Darauf knne man die Betriebs­souve­rnitt aufbauen. Eigene Rechen­zentren in Europa, klar gere­gelte Zugnge und zerti­fizierte Prozesse stellten sicher, dass kriti­sche Systeme zuver­lssig laufen und unter eigener Kontrolle bleiben. So lieen sich auch zentrale Geschfts­prozesse unab­hngig und stabil betreiben.

Tech­nolo­giesou­ver­nitt

Als dritte Ebene sieht Httges die Tech­nolo­giesou­ver­nitt. Hier geht es darum, Abhn­gigkeiten von auer­euro­pischen Anbie­tern zu verrin­gern und Alter­nativen zu schaffen. Die Telekom setzt auf offene Stan­dards, die eigene T-Cloud-Public, Multi-Cloud-Anstze und euro­pische Initia­tiven wie 8ra. So knnen Unter­nehmen verschie­dene Anbieter kombi­nieren und flexibel nutzen.

KI-Fabrik Mnchen: 50 Prozent mehr KI-Rechen­power fr Deutsch­land

Bereits Anfang Februar hatte die Deutsche Telekom eine KI-Fabrik in Mnchen erffnet. Damit habe das Unter­nehmen zusammen mit Partnern wie Nvidia, SAP und Siemens in nur sechs Monaten eine der leis­tungs­fhigsten Platt­formen fr indus­trielle KI in Europa geschaffen. Die KI-Infra­struktur in Mnchen (Indus­trial AI Cloud) sei speziell auf die Bedrf­nisse von Indus­trie, Mittel­stand und ffent­licher Hand ausge­richtet und werde ausschlie­lich nach euro­pischen Stan­dards betrieben.

Dabei setzt die Deutsche Telekom in der KI-Fabrik gezielt auf einen KI-Stack, der Abhn­gigkeiten redu­ziert und in ein euro­pisches kosystem einge­bettet ist. Ein KI-Stack bezeichnet die gesamte tech­nolo­gische Grund­lage einer KI-Lsung also alle Bausteine, die ntig sind, damit KI-Anwen­dungen entwi­ckelt, betrieben und in Produkte oder Prozesse inte­griert werden knnen. Dazu zhlen Daten, Modelle, Software und Infra­struktur.

Glas­faser, Mobil­funk und 6G

Die Deutsche Telekom inves­tiere jhrlich rund sechs Milli­arden Euro allein in Deutsch­land; vor allem in Glas­faser, Mobil­funk und Rechen­zentren. Gleich­zeitig arbeite sie an der Weiter­entwick­lung der Tech­nologie. Im 6G-Inno­vation Hub erfor­sche die Telekom zum Beispiel neue Tech­nolo­gien, bei denen KI von Anfang an in die Netz­archi­tektur einge­bunden sei und die Systeme Ablufe im Netz weit­gehend selbst­stndig steuern knnten.

Eine Einscht­zung (von Henning Gajek)

Uner­mdlich ist Tim Httges dabei, die Bedeu­tung guter resi­lienter Netze und Infra­struktur im Tele­kommu­nika­tions­sektor zu bekrf­tigen und sein "Schwungrad", als Motor des Erfolgs zu erklren. Dabei steckt er viel Geld in neue Infra­struktur, was bestehende Kunden begeis­tert und neue Kunden zu ihm bringt. Die Konkur­renten murren laut­stark, wissen aber genau, dass ohne die Telekom hier­zulande gar nichts luft. Beim Glas­faser­ausbau beispiels­weise werfen reihen­weise sogar groe Unter­nehmen ("too big to fail"?) das Handtuch.

Souve­rnitt bedeutet auch die Unab­hngig­keit von inter­natio­nalen Gro-Konzernen. Viele Computer-Anwender leiden unter den Vorgaben von Micro­soft beispiels­weise, die mit der Einfh­rung von Windows 11 seine Kunden zu neuer Hardware und zu Abon­nements von Office-Paketen oder Micro­soft-Cloud-Ange­boten und nicht so schlauen KI-Assis­tenten ber­reden mchte, die Daten­schutz­experten die Schwei­perlen auf die Stirn treiben. Die Telekom forciert den Umstieg von klas­sischer Sprach­tele­fonie auf Lsungen wie Micro­soft Teams, was inzwi­schen wohl tatsch­lich funk­tioniert, aber auch kein wirklich souve­rnes euro­pisches Angebot darstellt. Viel­leicht sollte die Telekom ihren groen und kleinen Kunden mal die Vorzge von offenen Systemen wie Linux nahe­bringen, da gibt es heute schon gute Mglich­keiten.

Wenn die Tele­kommu­nika­tion die Basis der Indus­trie ist, dann sollte die Tele­kommu­nika­tion auch auf der wich­tigsten deut­schen Indus­trie­messe vor Ort sein. Das ist aber in vielen Fllen aber nicht der Fall. Immerhin: Die Telekom-Indus­trie-Tochter T-Systems ist in Halle 16 und 17 prsent, ferner als Partner bei verschie­denen Koope­rati­onspart­nern (z.B. NVIDIA) vor Ort. Die Suche im Messe-Online-Portal nach "Deutsche Telekom" ergibt alleine 654 Treffer.

Vodafone, mit groen Ambi­tionen im Geschfts­kunden­markt, beson­ders seit der ehema­lige Telekom-Geschfts­kunden-Chef zu Vodafone "ber­gelaufen" ist, ist dieses Jahr im Messe-Katalog online gar nicht zu finden (0 Treffer). Auch o2-Telefnica, die mit extrem gns­tigen Ange­boten versu­chen, Fu in der Geschfts­kunden­welt zu fassen, hat nach einigen Anlufen in der Vergan­genheit dieses Jahr die Segel komplett gestri­chen und wird von der Messe gar nicht mehr erwhnt.

Richtig macht es hingegen der oft bel­chelte vierte Netz­betreiber: Er ist mit seiner Geschfts­kunden­sparte 1&1-Versatel in Halle 17 (H15) prsent.

Ein Netz­werk­ausrster wie Nokia ist in den Hallen 14 und 26 vor Ort finden. Der zweite groe Hersteller Ericsson wird hingegen nur als Unter­aussteller an einem 5G-Demo-Stand und in Verbin­dung mit dem Fraun­hofer-Institut. Auch Huawei ist nur im 5G-ACIA-Bereich (26G31) erwhnt. Die Hannover Messe hat ihr Gelnde dieses Jahr anders als gewohnt genutzt: Die Hallen 1 bis 10 bleiben geschlossen, dafr wurde u.a. die tradi­tionelle CeBIT-Halle 26 wieder­belebt.

Mag ja sein, dass klas­sische Messen umstnd­lich, teuer und wenig effi­zient erscheinen. Gerade in aktuell verwir­renden Zeiten sind aber persn­liche Kontakte und Gesprche mehr als wichtig. Tele­kommu­nika­tion wird von Menschen fr Menschen gemacht, KI hin oder her. Wer hier die Zeichen der Zeit verpasst wird bald noch mehr verpassen.

Im Jahre 2024 waren Vodafone und o2 noch in Hannover dabei. Die letzte CeBIT fand 2018 statt.

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