21,7 Meter lang, rund 20 Tonnen schwer – gefunden am Carters Beach an der Westküste Neuseelands. Fachleute nahmen Gewebeproben, die Todesursache ist offen.
An der Westküste der neuseeländischen Südinsel ist ein toter Zwergblauwal an den Strand gespült worden. Gefunden wurde das Tier am am Carters Beach bei der Hafenstadt Westport, wie die Meeresschutzorganisation Project Jonah New Zealand mitteilte und der Sender 1News berichtet.
21,7 Meter – und im Namen des Tieres steht „Zwerg"21,7 Meter Länge hat die Organisation gemessen. Das Gewicht schätzt sie auf rund 20 Tonnen. Woran das Tier starb, weiß bislang niemand. Fachleute nahmen Gewebeproben, die später wissenschaftlich ausgewertet werden sollen.
Man könnte meinen, ein Zwergblauwal sei ein kleiner Wal. Die Maße widersprechen. Zwergblauwale sind eine Unterart des Blauwals, des größten Tieres, das heute auf der Erde lebt. Sie bleiben nur wenige Meter kürzer als ihre Verwandten – deutlich leichter sind sie allerdings. Bis zu 24 Meter können sie laut den in Neuseeland veröffentlichten Angaben erreichen.

Eine Frau steht am Kopf des 21,7 Meter langen Zwergblauwals am Carters Beach bei Westport — die Kehlfurchen des Tieres reichen ihr über den Kopf.Foto: Don & Ali Parish Photography
Die Fotografin Ali Parish fuhr an den Strand, um das Tier aufzunehmen. Nach eigener Schilderung habe sie eine Träne nicht zurückhalten können.
„Ein so prachtvoller und sanfter Riese des Ozeans, hilflos am Strand liegend, das war ein herzzerreißender Anblick“, schrieb sie in einem Facebook-Beitrag. Ein Tier dieser Art aus der Nähe zu sehen, sei ein außergewöhnlich seltenes Erlebnis.
Für das weitere Vorgehen arbeitet die Naturschutzbehörde Department of Conservation nach Angaben von Project Jonah mit den örtlichen Māori zusammen. Für Küstenregionen gibt es dafür feste Protokolle. Wale haben in der Kultur der Māori einen besonderen Rang. Ein Kadaver ist damit kein Entsorgungsfall, sondern eine Angelegenheit, über die gemeinsam entschieden wird. Ziel ist, die Tikanga zu wahren – die überlieferten Regeln, nach denen im Umgang mit einem solchen Tier verfahren wird.
Dieser Wal ist kein „Entsorgungsfall“Geschützt ist das Tier auch juristisch, und zwar hart: Wer in Neuseeland einen Wal stört, bedrängt, verletzt oder tötet, riskiert bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe von 250.000 neuseeländischen Dollar.

Die kleine Rückenfinne sitzt weit hinten auf dem Körper — ein Merkmal, an dem Fachleute Blauwale von anderen Großwalen unterscheiden.Foto: Don & Ali Parish Photography
Blauwale kommen in allen Weltmeeren vor. Neuseeland hat nach Erkenntnissen von US-Forschern, jedoch eine eigene, genetisch unterscheidbare Population von mehr als 700 Tieren.
Die Naturschutzbehörde verweist auf ein zentrales Fressgebiet: die South Taranaki Bight zwischen Nord- und Südinsel. Angetroffen werden die Tiere aber auch weit darüber hinaus.
Gesellig sind sie nicht. Zwergblauwale ziehen für sich allein durchs Meer –Ausnahme sind Mütter, die ihr Kalb bei sich haben. Gefressen werden Krill und kleine Fische. Rund 1800 Kilogramm täglich.
Ihre Bestände wurden vom industriellen Walfang zusammengeschossen, wie die der großen Blauwale. Heute stehen andere Bedrohungen im Vordergrund: Lärm im Meer, die Klimaerwärmung und Kollisionen mit Schiffen.
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