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Wiederwahl als Fifa-Präsident: „Ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können“ – Wales und England entziehen Infantino die Unterstützung

Дата публикации: 03-08-2026 09:21:00




Nach dem Investoren-Fiasko von Gianni Infantino gehen die ersten Verbände in die Offensive und sagen Nein zu einer möglichen Wiederwahl des Fifa-Bosses. Die Uefa droht zudem mit rechtlichen Schritten.



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Wiederwahl als Fifa-Präsident „Ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können“ – Wales und England entziehen Infantino die Unterstützung

Fifa-Präsident Gianni Infantino spricht während des 76. Fifa-Kongresses (Archivbild).

Fifa-Präsident Gianni Infantino spricht während des 76. Fifa-Kongresses (Archivbild).

Foto: Darryl Dyck/The Canadian Press/A/Darryl Dyck

Düsseldorf · Nach dem Investoren-Fiasko von Gianni Infantino gehen die ersten Verbände in die Offensive und sagen Nein zu einer möglichen Wiederwahl des Fifa-Bosses. Die Uefa droht zudem mit rechtlichen Schritten.

Im wachsenden Widerstand gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino ziehen Wales und England als erste nationale Verbände ihre Unterstützung für eine Wiederwahl des Schweizers zurück. Der walisische Fußballverband FAW bestätigte am Montag englischen Medien, die Fifa über den Schritt informiert zu haben und Infantinos Kandidatur für die Amtszeit von 2027 bis 2031 nicht länger zu unterstützen. Wenig später zog auch der englische Verband nach, laut Times werde die FA Infantino ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen. Zudem entzogen die Serben Infantino ihre Unterstützung. Der Verband sei der Ansicht, dass es „in der gegenwärtigen Situation neues Vertrauen, einen neuen Ansatz und eine neue Führung“ brauche, die dazu beitrage, „den Dialog, die Geschlossenheit und die Glaubwürdigkeit der internationalen Fußballinstitutionen wiederherzustellen“.

„Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können“, wurde der Co-Gastgeber der EM 2028 im Vereinigten Königreich in dem Bericht zitiert. „Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen.“

Laut eines Berichts von Sky Sports wächst insbesondere in Europa der Druck auf den seit 2016 amtierenden Fifa-Chef. Weitere Verbände könnten dem Beispiel von Wales und England folgen und ihre Unterstützung zurückziehen. Am 18. März 2027 auf dem 77. Fifa-Kongress in Rabat (Marokko) will sich Infantino den Statuten gemäß ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.

Der Schritt von Wales und England folgte auf die heftige Kritik an den inzwischen aufgegebenen Fifa-Plänen, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand aus dem Weltfußball hatte Infantino sein Vorhaben am Wochenende wieder verworfen. Die Europäische Fußball-Union (Uefa), bei der Wales und England Mitglieder sind, hatte mit einem Boykott gedroht und war den Schweizer auch danach scharf angegangen.

Uefa droht mit rechtlichen Schritten

Inzwischen droht die Uefa Infantino gar mit rechtlichen Schritten. Wie der „Telegraph“ und die „Financial Times“ berichten, hat die Uefa den Weltverbandspräsidenten aufgefordert, sämtliches Material im Zusammenhang mit dem Investoren-Vorhaben nicht zu vernichten. Entsprechende Schreiben gingen demnach unter anderem auch an Technologieinvestor Joshua Kushner, der eine Schlüsselrolle bei dem Projekt hätte einnehmen sollen. Der Deutschen Presse-Agentur wurde bestätigt, dass ein Schreiben zur Sicherung von Beweismitteln versandt wurde.

„Die Uefa teilt hiermit förmlich mit, dass sie aktiv die Einleitung rechtlicher Schritte, eines Schiedsverfahrens und/oder Beschwerden bei den zuständigen Aufsichtsbehörden (zusammen die 'Verfahren') prüft. Diese beziehen sich auf den von der Fifa vorgeschlagenen FFE-Plan sowie auf alle damit in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten, die nachstehend näher erläutert werden“, zitiert der „Telegraph“ aus dem Uefa-Schreiben.

Es ging um Milliarden

Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war.

Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, verheiratet ist, hätte über seine Investmentfirma Thrive eine Schlüsselrolle übernehmen sollen.

In dem Uefa-Schreiben an Infantino und den Weltverband heißt es weiter: „Sie und die Fifa sind verpflichtet, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche in diesem Schreiben bezeichneten Dokumente und elektronisch gespeicherten Informationen zu identifizieren, aufzufinden und zu sichern, die sich in Ihrem oder im Besitz, Gewahrsam oder unter der Kontrolle der Fifa befinden.“

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