Weil der eigene Sportpark die Sicherheitsauflagen nicht erfüllt, zieht der 1. FCW für das MSV-Spiel in die IMS Arena nach Velbert um. Wird der Abend zum Familienfest?
Ob auch Top-Angreifer Lex-Tyger Lobinger (rechts) für die Duisburger im Pokalduell aufläuft, ist eher fraglich.
Foto: IMAGO/Dünhölter SportPresseFoto/IMAGO/sport/presse/foto Jens DünhöltWeil der eigene Sportpark die Sicherheitsauflagen nicht erfüllt, zieht der 1. FCW für das MSV-Spiel in die IMS Arena nach Velbert um. Wird der Abend zum Familienfest?
1. FC Wülfrath – MSV Duisburg. Für den Bezirksligisten 1. FCW ist es schon früh in der gerade erst gestarteten Saison ein absolutes Highlight. Auch für den Großteil der Wülfrather Spieler wird es wohl das überragende Erlebnis ihrer bisherigen Fußballerkarriere.
Keine Frage, die Heimpartie in der ersten Runde des Niederrheinpokals gegen den Spitzenreiter der 3. Liga scheint für manche Superlative gut. Klar sind indes die Fakten. Weil im heimischen Lhoist Sportpark die vom Verband vorgegebenen Sicherheitsanforderungen nicht gewährleistet sind, weichen die Gastgeber in die IMS Arena (Bahnhofstraße) in Velbert aus. Der Anstoß dort erfolgt am Dienstag, 25. August, um 19.30 Uhr.
Vier Ligen trennen die Kontrahenten im Fußball-Alltag. Da stellt sich die Frage nach dem Favoriten erst gar nicht, oder? Aber wie war das mit dem Pokalwettbewerb, der schon mal seine eigenen Geschichten schreibt? „So ehrlich muss man sein. Uns trennen in sportlicher Hinsicht nicht nur vier Spielklassen, sondern vom gesamten Drumherum einfach Welten. Dennoch will sich unser Team natürlich gut aus der Affäre ziehen. Wir wollen zu einem gelungenen Abend, der uns als Verein auch in organisatorischer Hinsicht fordert, mit einer starken Leistung auf dem Platz beitragen. Ein solch namhafter Gegner ist doch für jeden kleineren Amateurklub eine tolle Herausforderung“, beschreibt Michaela Massenberg, die 2. Vorsitzende des FCW, die (ungleichen) Ausgangspositionen.
Auf der einen Seite die Profi-Kicker, die, nach Platz vier in der abgelaufenen Runde, erneut die zweite Bundesliga in Angriff nehmen wollen. Aufstiegsambitionen haben indes auch die Wülfrather – von der Bezirksliga möglichst direkt wieder zurück in die Landesliga.
Unabhängig davon freuen sich alle Fußballbegeisterten in Wülfrath und Umgebung auf dieses Pokalspiel, das im gesamten niederbergischen Kreis Aufmerksamkeit finden wird. Andererseits ist allein schon die Fan-Manpower des MSV bemerkenswert: Zum mit 3:0 gewonnenen Drittliga-Auftakt gegen den SV Meppen kamen vor zwei Wochen fast 26.000 Zuschauer in die Schauinsland-Reisen-Arena. In der Vorstandsetage des FCW rechnet man am Dienstagabend insgeheim mit etwa 300 MSV-Anhängern.
Die ein oder andere Anekdote scheint im Vorfeld der Begegnung lesenswert. Wie der letzte Auftritt des FCW im Niederrheinpokal am 14. September 2022. Seinerzeit schaffte der Landesligist, mit dem 1:0-Sieg über den FC Kray, den Einzug in die zweite Runde. Ebenfalls im Velberter Stadion siegte Rot-Weiss Essen, damals wie heute dritte Liga, vor 400 Besuchern deutlich mit 9:0.
Mit welchem Personal nun die „Zebras“ in der IMS Arena auflaufen, wird sich zeigen. Fakt ist, dass die Elf von Trainer Dietmar Hirsch an diesem Samstag in der Auftaktrunde des DFB-Pokals den in die 1. Liga aufgestiegenen SV Elversberg empfängt. „Wir gehen davon aus, dass Duisburg aus Gründen der Belastungssteuerung gegen uns kaum mit der nominell besten Elf beginnt. Aber selbst die Jungs, die dann in der Startelf stehen, sind Profis, wollen sich dem Trainer anbieten, haben den Anspruch und die Qualität in den Meisterschaftsspielen zur Startformation zu zählen“, sagt FCW-Coach Weber.
Da hat sein Duisburger Kollege „Didi“ Hirsch einfach mehr Möglichkeiten und letztlich die Qual der Wahl. Klar, dass für den Ex-Profi (u.a. Borussia Mönchengladbach, Hansa Rostock und eben MSV Duisburg) die Partie gegen Elversberg Priorität besitzt. Da läuft dann folgerichtig die erste Garnitur auf. Neben anderen auch Lex-Tyger Lobinger, dem mit zwei Treffern bisher besten Schützen. Der 27-jährige Angreifer spielte in der Vergangenheit für Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Kaiserslautern und den VfL Osnabrück bereits in der 2. Bundesliga.
Für Joscha Weber ist, egal wer beim MSV aufläuft, die eigene Marschrichtung ohnehin klar: „Wir wollen uns als Team und als Verein gut präsentieren. Die Jungs haben sich eine Menge vorgenommen, sollen aber diesen besonderen Fußballabend auch genießen. Wie heißt es doch: Für solche Begegnungen spielen wir schließlich Fußball. So lange wie möglich hinten die Null halten, ist zunächst einmal unser Ziel“, betont der 32-Jährige, der hinzufügt: „Die MSV-Fans sind sicherlich von der Lautstärke her in der Überzahl. Aber es wäre nicht verkehrt, wenn auch unsere Anhänger für positive Stimmung auf den Rängen sorgen. Wir haben uns in diesem größeren Rahmen fest vorgenommen, Werbung in eigener Sache für die aktuelle Bezirksligasaison zu machen.“
Im Gegensatz zu seinem Duisburger Kollegen hat Weber nicht die Qual der Wahl. Fünf, sechs nominelle Stammkräfte sind in Urlaub oder verletzt. „Eigentlich haben wir genügend Qualität im Kader – wenn alle Mann dabei wären. Aber ich bin sicher, dass die Jungs, die auflaufen, einen guten Job machen. Warum sollten unsere Top-Angreifer Timo Mehlich und Timo Conde nicht den einen oder anderen Nadelstich setzen können? An der Einstellung und Motivation wird es mit Sicherheit nicht fehlen“, so Michaela Massenberg abschließend.
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