Janina Hettich-Walz und Philipp Nawrath fallen in der Verfolgung von Otepää zurück. Eine deutsche Biathletin aber glänzt mit einer starken Aufholjagd.
Otepää · Janina Hettich-Walz und Philipp Nawrath fallen in der Verfolgung von Otepää zurück. Eine deutsche Biathletin aber glänzt mit einer starken Aufholjagd.
Für die deutschen Biathleten lief es im windigen Otepää überhaupt nicht nach Plan. Sowohl Janina Hettich-Walz als auch Philipp Nawrath verpassten es, ihre Topleistungen aus dem Sprint in der Weltcup-Verfolgung zu veredeln. Beide fielen in ihren Rennen am Samstagnachmittag zurück. Erfreulich war aus deutscher Sicht hingegen das Ergebnis von Vanessa Voigt, deren Geheimnis für ihre Aufholjagd von Rang 28 auf Platz zehn offenbar in einer entspannten Herangehensweise lag.
„Ich habe es gestern ruhig angehen lassen, mal die Füße hochgelegt und mich heute einfach sehr gut gefühlt“, sagte Voigt am ARD-Mikrofon nach ihrer starken Vorstellung und der viertbesten Laufzeit. Die 28-Jährige (3 Strafrunden/1:51,5 Minuten) kämpfte sich ebenso wie ihre Teamkollegin Julia Tannheimer (4/+2:23,1) durch das Feld. Für Voigt ging es 18 Plätze nach vorne, Tannheimer (14.) verbesserte sich um 15 Positionen.
Den Tagessieg sicherte sich bei Sonnenschein und starkem Wind Verfolgungs-Olympiasiegerin Lisa Vittozzi (Italien/2 Strafrunden) vor der Finnin Suvi Minkkinen (1 Strafrunde/0:44,9 Minuten) und der französischen Weltcupführenden Lou Jeanmonnot (1/0:45,9). Für Hettich-Walz war Platz 26 nach sieben Schießfehlern ein ernüchterndes Ergebnis, nachdem sie noch im Sprint als Vierte das Podium nur um mickrige 1,7 Sekunden verpasst hatte.
Nawrath mit sechs Schießfehlern
Bei den Männern hatte Philipp Nawrath zuvor ebenfalls seine gute Ausgangsposition aus dem Sprint vergeben. Mit sechs Schießfehlern belegte der 33-Jährige in der Verfolgung über 12,5 Kilometer Rang acht (+3:18,1 Minuten). Ein weiteres starkes Ergebnis des zuletzt so gebeutelten deutschen Biathlon-Teams blieb somit aus.
„Es war eines der Top drei der schwersten Rennen“, sagte ein enttäuschter Nawrath, der noch am Donnerstag im Sprint als fehlerloser Dritter ins Ziel eingelaufen war: „Es war schon schwierig mit dem Schießen, da kamen die Böen rein. Dazu war es auf der Strecke total hart.“ Besonders das erste Stehendschießen wurde ihm zum Verhängnis: Dreimal verfehlte er die Scheibe.
Bei den schwierigen Bedingungen blieb Nawrath jedoch nicht allein. Nur einer zeigte sich unbeeindruckt vom Fehlerfestival des gesamten Feldes: Start-Ziel-Sieger Sturla Holm Lägreid (1 Strafrunde) aus Norwegen, der den Franzosen Émilien Jacquelin (5/+2:33,4 Minuten) und Landsmann Martin Uldal (5/+2:46,7 Minuten) souverän hinter sich ließ, feierte seinen 19. Karrieretriumph.