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Debatte um Bußgeld nach Waldbränden in NRW: „Wer Warnungen und Verbote bewusst ignoriert, gefährdet Menschen“

Дата публикации: 20-08-2026 10:58:00




Grillen, Rauchen, glimmende Zigaretten: Nach den Waldbränden in der Eifel wird über strengere Strafen für fahrlässiges Verhalten diskutiert. Die Politik fordert eine Verdoppelung des Bußgeldes auf 50.000 Euro. Die Polizeigewerkschaft hält dagegen: Nicht höhere Strafen seien entscheidend.



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Debatte um Bußgeld nach Waldbränden in NRW „Wer Warnungen und Verbote bewusst ignoriert, gefährdet Menschen“
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Waldbrand im Hohen Venn in Belgien bedroht NRW

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Foto: Christoph Reichwein/dpa/Thomas Banneyer

Düsseldorf · Grillen, Rauchen, glimmende Zigaretten: Nach den Waldbränden in der Eifel wird über strengere Strafen für fahrlässiges Verhalten diskutiert. Die Politik fordert eine Verdoppelung des Bußgeldes auf 50.000 Euro. Die Polizeigewerkschaft hält dagegen: Nicht höhere Strafen seien entscheidend.

Die verheerenden Waldbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn haben in Nordrhein-Westfalen eine Debatte über härtere Strafen für fahrlässiges Verhalten ausgelöst. Verstöße gegen Grill- und Rauchverbote in Wäldern, Parks und Grünanlagen können bislang mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Grundlage ist das Landesforstgesetz.

„Gemessen an den Widrigkeiten, Gefahren und Kosten, die mit Waldbränden einhergehen, ist eine solche Summe natürlich lächerlich gering“, sagt Christina Kampmann, innenpolitische Sprecherin der SPD‑Landtagsfraktion. Für den Einzelnen sei ein Bußgeld in dieser Höhe dennoch spürbar und sollte eine Warnung sein. Das gelte insbesondere dann, wenn durch ein verbotenes Feuer tatsächlich ein Waldbrand entstehe. „Dann kann aus der Ordnungswidrigkeit auch eine Straftat mit weiteren möglichen Konsequenzen werden. Dabei muss je nach Schwere und Auswirkungen der Tat auch über eine Erweiterung des Strafrahmens nachgedacht werden“, so Kampmann.

Brand ist nicht vollständig unter Kontrolle

Der waldpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Gregor Kaiser, betont, dass mehr als 90 Prozent der Waldbrände durch menschliche Unachtsamkeit verursacht würden. Aufklärung und Prävention seien deshalb besonders wichtig. Nordrhein-Westfalen setze seit 2025 zusätzliche Waldbrandwarnschilder ein und informiere regelmäßig über geltende Verhaltensregeln. Dabei soll es nach den Plänen der Grünen nicht bleiben. Kaiser kündigte höhere Bußgelder an: „Mit der Reform des Landesforstgesetzes werden wir die Bußgeldvorschriften anpassen und auf bis zu 50.000 Euro erhöhen“, sagte er unserer Redaktion.

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So wütet der größte Waldbrand in der NRW-Geschichte im Kreis Düren

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Foto: Federico Gambarini/dpa/dpa-tmn/Federico Gambarini

„Wer Warnungen und Verbote bewusst ignoriert, gefährdet Menschen“

Werner Pfeil, Sprecher für Feuerwehr und Katastrophenschutz der FDP-Landtagsfraktion, bezeichnete Grillen im Wald und das Wegwerfen glimmender Zigaretten als hochgradig gefährlich und rücksichtslos. „Wir brauchen stattdessen eine verstärkte Drohnenüberwachung von Wäldern im Sommer, um Rauchentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Helfen könnten zudem eine bessere Aufklärung über die Gefahren und deutlich sichtbare Warnhinweise vor Ort“, sagte Pfeil. Darüber hinaus plädierte er für die Anschaffung eigener Löschflugzeuge.

Jochen Ritter, CDU-Mitglied im Umweltausschuss, setzt ebenfalls auf mehr Prävention. „Hier hilft mehr Aufklärung – sowohl darüber, was im Brandfall zu tun ist, als auch vor allem darüber, was zu seiner Vermeidung zu lassen ist“, sagte Ritter.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält höhere Strafen hingegen nicht für die entscheidende Lösung. „Wir brauchen nicht automatisch neue oder höhere Strafrahmen. Schon heute können Verstöße gegen Feuer- und Grillverbote im Wald empfindlich geahndet werden“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Markus Robert. Entscheidend sei vielmehr, dass die bestehenden Regeln konsequent angewendet würden. Gerade bei hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr müsse sich die konkrete Gefährdung spürbar in der Sanktion widerspiegeln. „Wer Warnungen und Verbote bewusst ignoriert, gefährdet Menschen, Natur und Einsatzkräfte. Das ist keine Bagatelle“, so Robert.

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