Ein guter Schulranzen muss bequem sitzen, einfach zu bedienen und im Straßenverkehr gut sichtbar sein. Fünf bekannte Modelle mussten deshalb im Labor und beim Falltest zeigen, wie alltagstauglich sie wirklich sind.
Der erste Schultag ist einer der wichtigsten Meilensteine im Leben eines Kindes – und mit der wachsenden Vorfreude starten auch die Vorbereitungen. Gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich nach einem passenden Schulranzen umzusehen: Das Angebot ist groß, viele Sets sind noch verfügbar, und es bleibt genug Zeit, verschiedene Modelle in Ruhe zu vergleichen und probezutragen. Denn so schön Farben und Muster auch sind – am Ende entscheiden Sitz, Ergonomie und eine kindgerechte Handhabung darüber, ob der Ranzen im Alltag überzeugt.
IMTEST hat fünf Modelle von ergobag, Beckmann, McNeill, Scout und DerDieDas auf Ergonomie, Ausstattung und Handhabung getestet. Dabei konnte der Pack von ergobag* den Testsieg mit nach Hause nehmen, der Preis-Leistungssieg geht an DerDieDas Ergo Flex Easy, Motiv Trendsport*.
Der neue Schulranzen gehört zur Grundausstattung des Erstklässlers. Natürlich übernehmen einige Kinder die Taschen ihrer Geschwister oder bekommen einen guten Gebrauchten, aber ein Großteil wird sicher mit einem neuen Modell ins Schulleben starten. IMTEST stellt den Test- und Preis-Leistungssieger vor:
Testsieger: Ergobag Schulranzen, Motiv BärlaxyBesonders das Motiv „Bärlaxy“ ist ein echter Hingucker, denn der Ranzen ist übersät mit reflektierenden Elementen – perfekt für die dunkle Jahreszeit.
IMTEST-Ergebnis:
gut 1,82
Der Preis-Leistungs-Sieger ist mit 1.130 Gramm zugleich auch der leichteste Ranzen unter den Testkandidaten.
IMTEST-Ergebnis:
gut 1,83
Auch die anderen drei Schulranzen sind empfehlenswert. Schüler wie Eltern haben sozusagen die Qual der großen Auswahl.
McNeill Ergo Complete, Motiv PollyDas Set Ergo Complete besteht insgesamt aus fünf Teilen, darunter ein Turnbeutel, ein gefülltes Etui und ein abnehmbarer Button.
IMTEST-Ergebnis:
gut 1,83
Der Schulrucksack von Beckmann lässt sich um fünf Liter Volumen erweitern und ist gut für zierlichere Kinder geeignet.

IMTEST-Ergebnis:
gut 2,15
Breite Reflektorstreifen und Neonfarben sorgen dafür, dass das Schulkind auch im Dunkeln gut gesehen wird.
IMTEST-Ergebnis:
gut 2,28
Dieser Test wurde vollständig oder in Teilen in 02/23 durchgeführt. Die Berechnung aller Ergebnisse der aktuellen Version basiert auf dem IMTEST-Bewertungsverfahren 2025 und den Hersteller-UVP von 06/25. Noten und/oder Platzierung können von der ursprünglichen Bewertung abweichen.
FAQ: IMTEST fasst alles Wissenswerte rund um Schulranzen für Grundschüler zusammenWie hat IMTEST die Ranzen getestet? Welche Rolle spielt das Gewicht? Und was sollten Eltern beim Kauf beachten? Alles Tipps hat IMTEST hier zusammengefasst.
1. Warum ist der ergobag pack Testsieger?Der ergobag pack sticht als rundes Gesamtpaket heraus: ergonomisch anpassbar mit guter Gewichtsverteilung, praktisch organisiert und dank standfester, wasserdichter Bodenwanne sowie umlaufender Reflektoren besonders alltagstauglich. Auch als Modell der Vorgänger-Kollektion überzeugt er mit bewährter Qualität und punktet zusätzlich mit vielen Design-Varianten sowie einem umfangreichen 6-teiligen Set inklusive Sportbeutel, Heftebox und gefülltem Mäppchen.
2. Welche Vorzüge bietet der Preis-Leistungssieger?Der Preis-Leistungs-Sieger überzeugt als leichtester Ranzen im Test (1.130 Gramm) und punktet mit einer durchdachten Ausstattung, die im Alltag praktisch ist – von der Heft-Box gegen Eselsohren bis zu Fächern, Schlaufen und standfestem, DIN-A4-tauglichem Aufbau. Positiv fallen zudem die ergonomisch gepolsterte, atmungsaktive Rückseite sowie reflektierende Elemente und der verstärkte Boden mit Schutzfüßchen auf. Abzug gibt es vor allem für das in der Bedienung sehr komplizierte Rücken-Verstellsystem, das die Handhabung unnötig erschwert.
3. Wie testet IMTEST Schulranzen?Wie es bei den Testkandidaten um Ergonomie und den Tragekomfort bestellt ist, hat IMTEST beim akkreditierten Prüflabor von Qima testen lassen. Dort mussten sich die fünf Testkandidaten vier Prüfungen unterziehen, die in der Norm DIN 58124 verankert sind, darunter:
© Hansecontrol
© HansecontrolDas Prüflabor von Hansecontrol hat unter anderem getestet, ob die Schultergurte beim Tragen den Hals des Kindes einengen.Das Erfreuliche ist, dass fast alle Ranzen alle Anforderungen komplett erfüllt haben. Lediglich beim Modell von Beckmann beträgt die Gurtbreite an der schmalsten Stelle „nur“ 35,7 Millimeter und ist damit knapp unter der geforderten Norm.
Schließsystem der Ranzen: Vor- und NachteileNichts ist nerviger, als wenn Kinder lange an den Verschlüssen fummeln müssen, um an ihre Hefte und Stifte zu kommen. Das einfachste Öffnungssystem im Test zeigten die Kandidaten von Scout und DerDieDas, bei denen das Kind einfach und ohne Kraft den Griff nach oben ziehen muss und schon ist der Ranzen auf. Auch der Magnetverschluss von ergobag und der Drehverschluss von McNeill sind relativ einfach und schnell zu bedienen. Allen vieren gleich ist das Schließen des Ranzens, wo das Kind quasi nur den Deckel fallen lassen und vielleicht noch einen Blick draufwerfen muss, ob der Verschluss „eingerastet“ ist. Ein Kordelzug beim Pack von ergobag fixiert den Inhalt zusätzlich. Der Rucksack von Beckmann hat für sein Hauptfach einen Reißverschluss, für den das Kind immer beide Hände benötigt, um ihn zu öffnen und zu schließen.
© IMTEST
© IMTEST
© IMTESTDie Verschlusssysteme der Ranzen von DerDieDas (links), ergobag (Mitte) und McNeill (rechts) sind schnell und mit einer Hand zu bedienen. Der Rucksack von Scout nutzt das gleiche System wie DerDieDas, während das Hauptfach beim Modell von Beckmann mit einem Reißverschluss verschlossen wird.Alle Schulranzen, außer dem Modell von McNeill, haben zusätzliche Reißverschlussfächer zum Verstauen von kleinen Habseligkeiten, Geld und Schlüsseln oder der Brotbox. Beim McNeill sind die zusätzlichen Fächer nur mit einer Klettlasche fixierbar, sodass Kleinigkeiten nicht so gut gesichert sind und schnell herausfallen könnten, wenn der Ranzen im geöffneten Zustand umfällt.
Was die Ranzen von Scout, DerDieDas und ergobag bezüglich ihres einfachen Verschlusssystems zum Vorteil haben, entpuppt sich an anderer Stelle zum Nachteil. IMTEST hat mit den Ranzen einen Falltest durchgeführt und sie dabei hochgeworfen, sodass sie aus etwa drei Metern wieder auf den Boden gefallen sind. Das Modell von DerDieDas ist dabei jedes Mal mit geöffnetem Deckel gelandet und auch den Ergobag und Scout hat es gelegentlich erwischt. Wenn Kinder wild spielen und die Ranzen beispielsweise als Fußballtore nutzen, kann es bei diesen Modellen durchaus vorkommen, dass bei einem (unbeabsichtigten) Tritt gegen die Tasche der ganze Inhalt im Dreck landet. Allerdings sei hinzugefügt, dass der Inhalt beim ergobag gesichert ist, wenn das Kind den Kordelzug zuvor zugezogen hat.
© IMTEST / Kathrin Schräer
© IMTEST / Kathrin Schräer
© IMTEST / Kathrin SchräerIm Test müssen die Ranzen beweisen, wie robust sie sind.Auch im Dunkeln sicher unterwegs Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen werden. IMTEST hat im Punkt Sichtbarkeit nicht nach der DIN-Norm getestet, aber überprüft, ob die Rucksäcke mit reflektierenden Elementen ausgestattet sind. Auch wenn die Dicke und Breite der reflektierenden Elemente unterschiedlich sind und das Modell von ergobag sogar übersät damit ist, kann gesagt werden, dass alle Ranzen von allen Seiten gut bestückt sind. Vorn am Schultergurt, an den Seiten sowie an der Rückseite haben alle Schulrucksäcke reflektierende Elemente. Der Scout Genius ist zudem mit fluoreszierenden Flächen ausgestattet, um die passive Sicherheit im Straßenverkehr bei Dämmerung zu erhöhen.
Während der Grundschulzeit müssen Ranzen so einiges aushalten. Dazu gehören auch einige Regengüsse oder das Abstellen auf nassem Untergrund. Grundsätzlich sind alle Ranzen wasser- und staubabweisend, die beiden von Scout und McNeill sind darüber hinaus mit einem wasserdichten Boden in Form einer Plastikwanne ausgestattet. Bei einem starken Regen ist eine Schutzhaube auf jeden Fall empfehlenswert. Diese gibt es im Lieferumfang nur beim Modell von Beckmann, für alle anderen Ranzen muss dieser separat erworben werden.
Aber nicht nur Feuchtigkeit durch Regen ist mitunter ein Problem, auch tropfende Trinkflaschen oder ein kaputt gegangener Joghurt können Eltern zur Verzweiflung bringen. Bis auf den Scout Genius haben alle Schulrucksäcke ein Trinkflaschensteckfach an der Seite. Der Scout hat hingegen zwei Reißverschlusstaschen, die zwar für kleinere Trinkflaschen geeignet sind, größere ab etwa 500 Milliliter passen mitunter nicht so gut hinein. Durch diese praktischen Taschen ist vorgesorgt, dass die Flasche erst gar nicht in den Ranzen muss.
Die Ranzen von Beckmann, ergobag, DerDieDas und Scout haben zudem ein separates Außenfach für die Brotdose. Beckmann und ergobag geben dazu an, dass dieses mit einem wasserdichten Stoff vom Hauptfach getrennt ist. Für oben beschriebene „Unfälle“ ist dies sehr hilfreich.
Sehr wichtig! Der leere Schulranzen sollte möglichst leicht sein. Ein zu schwerer Ranzen belastet die Wirbelsäule und kann Haltungsschäden verursachen. Der leichteste Ranzen hier im Test ist der DerDieDas Ergo Flex Easy mit 1.130 Gramm.
5. Welche Passform ist die richtige?Der Ranzen sollte ergonomisch geformt und an den Rücken des Kindes anpassbar sein. Wichtige Merkmale sind:
Er sollte zum Körperbau des Kindes passen:
Es ist ratsam, verschiedene Ranzen beim Fachhändler probezutragen. Der Testkandidat von Beckmann beispielsweise eignet sich besonders für kleinere und zierlichere Kinder.
7. Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit im Straßenverkehr?Da Kinder noch klein sind, können sie schneller übersehen werden. Eine hohe Sichtbarkeit ist daher unerlässlich, weshalb in der DIN 58124 verankert ist, wie ein sicherer Ranzen gestaltet sein muss.
Ja, sie garantiert bestimmte Mindeststandards für:
Ein guter Schulranzen bietet:
Unbedingt! Das Kind kann den Ranzen anprobieren und sollte sich mit dem Design wohlfühlen – das erhöht die Akzeptanz und Motivation.
11. Wie viel kostet ein guter Schulranzen?Die Preise liegen meist zwischen 150 und 250 Euro (inklusive Zubehör). Manchmal findet man auch rabattierte Vorjahresmodelle oder Ranzen ohne Set.
12. Worauf sollte man bei Zubehör achten?Anmerkung: Der Test wurde bereits 2023 durchgeführt, die getesteten Modelle sind aber immer noch auf dem Markt verfügbar.
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