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Neues Depotangebot: Scalable Capital zieht mit seinen Kunden um

Дата публикации: 13-01-2025 09:44:37

Der Depot-Anbieter Scalable Capital zieht mit seinen Kunden auf eine eigene Platt­form um, hat eine eigene Börse eröffnet und zahlt mehr Zinsen. Das neue Angebot im Check.

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Kundinnen und Kunden von Scalable Capital wurden am 10. Dezember beim Einloggen in ihr Wert­papierdepot von der Nach­richt „Das neue Scalable“ über­rascht. Sie wurden um eine Bestätigung gebeten, ein neues Depot zu eröffnen, die Umstellung ihres Depots zu beauftragen und den neuen AGB zustimmen. Was sollen Kundinnen und Kunden tun?

Die Änderungen im Über­blick

Durch die Zustimmung ergeben sich für Kundinnen und Kunden aus unserer Sicht keine wesentlichen Nachteile. Die zentralen Änderungen:

  • Depotum­zug: Bisher liegen die Wert­papierdepots der Kundinnen und Kunden bei der Baader Bank, dem Koope­rations­partner von Scalable Capital. Nun tritt Scalable Capital als Wert­papier­institut auf und verwaltet die Depots seiner Kundinnen und Kunden selbst.
  • Mehr Zinsen: Geld, das auf dem „Guthaben-Konto“ liegt, wird mit 3,25 Prozent verzinst. Beim kostenlosen „Free“-Angebot gilt dies bis zu 50 000 Euro Anlagesumme, beim kosten­pflichtigen „Prime+“-Angebot bis zu 500 000 Euro.
  • Neue Börse: Parallel hat Scalable Capital mit der Börse Hannover zusammen die neue Wert­papierbörse European Investor Exchange (EIX) gegründet, über die Privat­anleger viele relevante ETF, Fonds und Aktien handeln können sollen. Trans­aktionen über die bisherige Börse Gettex und Xetra bleiben möglich, sind aber eventuell mit Kosten verbunden.
Depot zieht um

Neben den Kunden, die neu zu Scalable Capital kommen, sollen „inner­halb weniger Wochen“ auch die Bestands­kunden die neuen Angebote nutzen können. Die Über­tragung der Depots von der Baader Bank zu Scalable Capital soll im vierten Quartal 2025 statt­finden. Ein „Umzugs­service“ soll dafür sorgen, dass alle Wert­papiere und steuerlichen Informationen wie Verlusttöpfe über­tragen werden. Kundinnen und Kunden müssen dafür laut Scalable Capital nichts weiter tun. App und Zugangs­daten bleiben auch nach dem Umzug unver­ändert. „Im Rahmen unseres Umzugs­services werden wir Maßnahmen ergreifen, um den fort­laufenden Handel zu ermöglichen“, teilte uns eine Sprecherin von Scalable Capital auf die Frage mit, ob während des Umzugs mit Einschränkungen des Handels zu rechnen sei.

Für im Depot enthaltene Bruch­stücke von Fonds- oder Aktien­anteilen sieht Scalable Capital folgende Regelung vor: „Im Rahmen unseres Umzugs­service werden auch Bruch­stücke, soweit möglich, über­tragen. Wenn nur ganze Anteile über­tragen werden können, werden Bruch­stücke vor Depot­über­trag veräußert oder ausgebucht. Der Erlös oder rechnerische Gegen­wert wird dem Verrechnungs­kontos bei der Baader Bank AG gutgeschrieben und im Rahmen der Über­weisung des Rest­guthabens berück­sichtigt“, heißt es von Scalable Capital.

Tipp: In unserem Depot-Vergleich hat es die Depot-Variante Scalable Free Broker unter die zehn güns­tigsten geschafft.

Gute Zinsen mit einge­schränkter Sicherheit

Die 3,25 Prozent Zinsen, die Scalable Capital in Zukunft auf nicht investiertes Geld auf dem „Guthaben-Konto“ zahlen will, sind im Vergleich ein gutes Angebot. Allerdings: Ähnlich wie beim Konkurrenten Trade Republic liegt nicht unbe­dingt das ganze Geld auf einem Bank­konto, das der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt. Der Partner dafür ist die Deutsche Bank. Scalable Capital will Teile des angelegten Gelds auch in Geldmarkt­fonds investieren, als Partner dafür nennt sie die Fonds­gesell­schaften DWS, Black­rock und J.P. Morgan Asset Management. Wo das Geld liegt, ist laut Scalable Capital „jeder­zeit trans­parent über den Konto­auszug und in Kürze direkt im Web und in den Apps einsehbar“.

Mit Geldmarkt­fonds kann aktuell mit großer Sicherheit ein guter Zins erreicht werden. Aber: Geld in Sonder­vermögen wie Geldmarkt­fonds unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sollte Scalable Capital insolvent werden, gehört den Kunden zwar das Sonder­vermögen in den Geldmarkt­fonds, aber eine Garantie, dass die Anteile nach einer Insolvenz von Scalable Capital genau dem Gegen­wert der Einzahlungen und Zinsen entsprechen, gibt es dort nicht. Große Verlustrisiken gibt es mit Geldmarkt­fonds allerdings auch nicht, nur in extremen Krisensituationen gab es in der Vergangenheit kurz­fristige Verluste.

Eine feste Einlagensumme, ab der das Geld in Geldmarkt­fonds fließt, gibt es laut Scalable Capital nicht: „Wir verteilen die Guthaben unter Berück­sichtigung unserer strengen Auswahl­kriterien, der verfügbaren Kapazitäten, der Konditionen und der Handels­aktivität der Kunden – nicht nach der Höhe der Einlagen“.

Tipp: Alternativen fürs Tages­geld mit voller Einlagensicherung und guten Konditionen zeigen wir in unserem Tagesgeldvergleich.

Neue Börse für Privat­anleger

Mit der neu gegründeten European Investor Exchange (EIX) will Scalable Capital in Zukunft Wert­papier­geschäfte über eine eigene Börse abwi­ckeln, die sie mit der Börse Hannover betreibt. Damit kann Scalable Capital in Zukunft an den „Spreads“, also den Unterschieden zwischen An- und Verkaufs­kursen verdienen. Bisher verdient Scalable Capital an Provisionen, die Handels­plätze wie Gettex für Trans­aktionen zahlen. Diese Provisionen werden aber ab 2026 voraus­sicht­lich verboten sein.

Wir werden im Blick behalten, ob die Kurse an der neuen Börse fair für Anle­gerinnen und Anleger sind. Es soll zudem weiterhin die Möglich­keit geben, auch über die Börsen Gettex (Börse München) und Xetra (Deutsche Börse) zu handeln. Das allerdings mit auch schon bisher bestehenden zusätzlichen Kosten (Gettex: je nach Order 0 Euro oder 0,99 Euro, Xetra: 3,99 Euro).

Tipp: Durch die Verfügbarkeit verschiedener Börsenplätze können Sie jeder­zeit prüfen, ob die Kurse bei der EIX höher sind als etwa bei Xetra.

Früher oder später ist Zustimmung notwendig

Kundinnen und Kunden müssen sich nicht sofort entscheiden, ob sie den neuen Vertrags­bedingungen zustimmen. Sie können vor­erst auch weiter ihr Depot bei der Baader Bank über Scalable Capital weiterführen. Man wolle den Kunden „mehrere Monate“ Zeit geben, heißt es von Scalable Capital. Lang­fristig könne man aber nur mit Zustimmung zusammen­arbeiten. Kundinnen und Kunden, die den neuen Bedingungen nicht zustimmen wollen, müssten sich also ansonsten einen neuen Depotanbieter suchen, auf den sie ihr Depot über­tragen wollen.

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