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Paypal: Betrüger zahlen mit fremden Bankkonten

Дата публикации: 23-12-2024 13:07:15

Wer die Iban anderer Menschen kennt, kann via Paypal auf deren Kosten einkaufen. Betroffene können das nicht verhindern, aber zu Unrecht abge­buchtes Geld zurück­holen.

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Paypal steht für bequemes Bezahlen. Das nutzen auch Kriminelle aus, berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW): Der Zahlungs­dienst bietet nämlich eine Option namens „Bezahlen ohne Paypal-Konto“. Dabei nutzt man das Portal als Gast und gibt einfach eine Iban ein, um per Last­schrift zu zahlen.

Doch das muss nicht die eigene Iban sein, denn laut der VZ NRW prüft Paypal anscheinend nicht allzu genau, ob das jeweilige Bank­konto zum Gast­zahler gehört. Solange die angegebene Iban existiert, wird das Geld oft einfach abge­bucht.

Ibans sind leicht zu finden

An Iban-Nummern heran­zukommen, ist kein großes Problem: Kriminelle können dafür etwa Daten­lecks und unseriöse Gewinn­spiele nutzen – oder auf Klein­anzeigen antworten und nach der Konto­nummer fragen. Es reicht auch schon, früher mal ein Bank­geschäft mit dem Opfer abge­wickelt zu haben. Häufig ist dann im eigenen Bank­konto die Iban des Gegen­übers zu sehen.

Der Miss­brauch von fremden Iban-Nummern ist laut VZ NRW nicht nur bei Paypal möglich, sondern auch bei anderen Online-Händ­lern, die Last­schrift als Zahlungs­option anbieten.

Wie Sie sich schützen

Nach unseren Informationen gibt es für Paypal-Nutzer keine Möglich­keit, Gast­zahlungen eigen­ständig pauschal zu unterbinden. Dies sei nur über den Kunden­dienst möglich, berichten Betroffene in der Paypal-Community – doch selbst dann treten mitunter noch Komplikationen auf.

Auf Anfrage der Stiftung Warentest gab Paypal keinen einzigen Hinweis, was Verbraucher tun können, um unbe­rechtigte Gast­zahlungen zu verhindern. Die Firma erläuterte lediglich, was Betroffene tun können, wenn der Ernst­fall bereits einge­treten ist.

In seiner Antwort schreibt das Unter­nehmens trotz der zahlreichen Kunden­beschwerden: „Bei PayPal sind die finanziellen Informationen unserer Kunden geschützt. PayPal setzt Betrugs­erkennungs-Tools ein und führt eine starke Kundenau­thentifizierung gemäß den Bestimmungen der PSD2 durch. PayPal führt zudem im Rahmen der Maßnahmen zu Risikomanagement und Betrug­sprävention Sicher­heits­prüfungen bei der Abwick­lung von Zahlungen durch.“

Wir raten zu folgendem Vorgehen:

  • Kontrollieren Sie Ihr Paypal- und Bank­konto regel­mäßig auf unerwartete Abbuchungen, damit Betrugs­versuche nicht unbe­merkt bleiben. Sie können sich die Arbeit erleichtern, indem Sie Ihr Bank­konto nach einem der folgenden Inhalte durch­suchen:
    - Stich­wort „Paypal“,
    - für Paypal stehende Gläubiger-ID LU96ZZZ0000000000000000058,
    - für Paypal stehende Konto­nummern wie DE88 5007 0010 0175 5263 03 oder LU89 7510 0013 5104 200E.
  • Falls Sie kein Paypal-Konto haben, können Sie die oben genannte Gläubiger-ID auch von Ihrer Bank sperren lassen, damit Paypal gar nicht erst Geld von Ihrem Konto abbuchen kann.
  • Richten Sie Ihre Online-Zahlungs­mittel – falls möglich – so ein, dass Sie bei jeder Abbuchung eine Mail oder Push-Nach­richt auf dem Handy erhalten.
  • Geben Sie Ihre Iban nur an, wenn es unbe­dingt nötig ist.
  • Möchte Ihnen jemand Geld schi­cken, da Sie online etwas verkauft haben, geben Sie nicht die Iban Ihres Haupt-Bank­kontos an, sondern wickeln Sie die Trans­aktion über Onlinezahlungs­dienste oder – falls möglich – über ein Bank­konto ab, von dem keine Abbuchungen möglich sind (etwa Tagesgeld-Konten deutscher Banken).
  • Befolgen Sie unsere Tipps zum Schutz vor Phishing, um Ihre Daten zu schützen.
Wie Sie Ihr Geld zurück­bekommen

Wurde bereits Geld von Ihrem Konto abge­bucht, können Sie sich das Geld zurückholen. Dazu sind folgende Schritte wichtig:

  • Kontaktieren Sie den Kundenservice von Paypal und schildern Sie das Problem.
  • Ignorieren Sie weder Zahlungs­forderungen von Paypal noch von Inkasso-Unternehmen. Wider­sprechen Sie solchen Forderungen, da die Abbuchung unerlaubt statt­fand.
  • Fordern Sie dabei am besten eine Empfangs­bestätigung oder versenden Sie ein Einschreiben mit Rück­schein.
  • Lassen Sie den Betrag von Ihrer Bank zurück­buchen. Bei Last­schriften haben Sie dafür in der Regel acht Wochen Zeit, bei unbe­rechtigten Abbuchungen sind es 13 Monate.
  • Erstatten Sie Anzeige wegen Daten­miss­brauchs. Falls Inkasso­forderungen eintreffen, können Sie diese mit Vorlage der Anzeige bestreiten.
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