Die drastische Gewinnwarnung von Energiekontor zieht eine erste deutliche Reaktion auf Analystenseite nach sich. Die DZ Bank stuft die Energiekontor Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ ab und senkt den fairen Wert drastisch von 59 Euro auf nur ...
Die drastische Gewinnwarnung von Energiekontor zieht eine erste deutliche Reaktion auf Analystenseite nach sich. Die DZ Bank stuft die Energiekontor Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ ab und senkt den fairen Wert drastisch von 59 Euro auf nur noch 27 Euro. Das Analystenhaus hat nach der Prognosesenkung seine Schätzungen für das Vorsteuerergebnis des Wind- und Solarparkentwicklers aus Bremen bis einschließlich 2028 deutlich reduziert. Neben den Verzögerungen bei schottischen Projekten verweist er auf schwierige Marktbedingungen in Deutschland.
Auslöser ist die überraschende Prognosekorrektur von Energiekontor. Erst am Morgen hatte das Unternehmen mit Vorlage des Halbjahresberichts seine bisherige Erwartung eines Konzern-EBT von 40 bis 60 Millionen Euro für 2026 noch bestätigt. Wenige Stunden später folgte die Kehrtwende: Nun rechnet der Vorstand nur noch mit 5 bis 10 Millionen Euro. Hintergrund sind neue Informationen zu den Netzanschlüssen mehrerer schottischer Windparkprojekte. Bei drei Projekten verschieben sich die bislang für 2029 vorgesehenen Anschlusstermine auf 2031.
Damit können wesentliche Ergebnisbeiträge aus Projektverkäufen, die für 2026 eingeplant waren, voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr realisiert werden. Zwei der drei betroffenen schottischen Windparks befinden sich bereits im Verkaufsprozess und waren zentrale Bausteine der bisherigen Ergebnisprognose. Ursache der Verzögerungen ist ein Rechtsverfahren gegen die Genehmigung einer Überlandleitung von Scottish Power Transmission. Bis zur gerichtlichen Klärung, die nach Angaben des Netzbetreibers im ersten Halbjahr 2027 erwartet wird, können notwendige Arbeiten an der Netzinfrastruktur nicht wie geplant fortgeführt werden. Energiekontor geht derzeit eher von einer Verschiebung der entsprechenden Ergebnisbeiträge in das kommende Geschäftsjahr aus.
An der Börse fällt die Reaktion entsprechend heftig aus. Nachdem die Energiekontor Aktie bereits am Donnerstag schwach tendiert hatte, verliert sie am Freitag auf Xetra-Schlusskursbasis mehr als 19 Prozent auf 26,05 Euro. Zusätzliche Unsicherheit bleibt mit Blick auf die weitere britische Projektpipeline: Die noch ausstehenden Netzanschlussangebote aus der laufenden NESO-Grid-Reform werden bis Mitte September erwartet.
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