Die AfD will die Dachmarke des Landes umbenennen. Die Staatskanzlei rechnet mit „erheblichen Kosten“, neue Materialien sollen schon in Kürze produziert werden.
Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Regierung übernehmen, will sie die Landeskampagne „#moderndenken“ durch „#deutschdenken“ ersetzen. Ein solcher Wechsel würde nach Angaben der Staatskanzlei „erhebliche Kosten“ verursachen. Eine konkrete Summe konnte auf Anfrage dieser Zeitung derzeit aber nicht beziffert werden.
Der Grund: Der bisherige Slogan findet sich auf zahlreichen Materialien des Landes. Diese könnten nach einer Umbenennung nicht weiterverwendet werden und müssten ersetzt werden, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der Wechsel selbst sei hingegen schnell zu bewerkstelligen: Eine neue Landesregierung müsste den Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2019 aufheben oder ersetzen, auf dem die Anfang 2020 gestartete Kampagne beruht. Somit könnte die AfD eines ihrer Versprechen sofort umsetzen.
„#moderndenken“ für Tag der Deutschen Einheit eingeplantBetroffen wären davon möglicherweise bereits die nächsten größeren Auftritte des Landes. Für den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2026 in Bremen und den anschließenden Vorsitz Sachsen-Anhalts in der Ministerpräsidentenkonferenz bestehen bereits Verpflichtungen des Landesmarketings. „Im Rahmen der aktuellen Dachkampagne des Landes Sachsen-Anhalt ist geplant, den Slogan ‚#moderndenken‘ auch für den Auftritt zum Tag der Deutschen Einheit und zur Ministerpräsidentenkonferenz zu verwenden“, teilte die Staatskanzlei mit. Entsprechende Entwürfe seien bereits erstellt worden, die Produktion von Materialien solle „in Kürze“ beginnen.
Die AfD hatte bereits im vergangenen Jahr im Landtag beantragt, „#moderndenken“ durch „#deutschdenken“ zu ersetzen. Im Land verdichteten sich zentrale Stränge der deutschen Geschichte, sagte AfD-Abgeordneter Hans-Thomas Tillschneider. „In Sachsen-Anhalt steckt mehr Deutschland, als es den Anschein hat.“ Dabei verwies er unter anderem auf Martin Luther und Eike von Repgow. Sachsen-Anhalt habe „die Fundamente dessen gelegt, was es bedeutet, deutsch zu sein“. Alle übrigen Fraktionen stimmten dagegen.
In ihrem „100-Tage-Sofortprogramm“ zur Landtagswahl führt die Partei das Vorhaben erneut auf. Die Landtagswahl findet am 6. September statt. Die AfD liegt in den jüngsten Umfragen mit 41 bis 43 Prozent deutlich vor der CDU, die auf 22 bis 24 Prozent kommt.
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