Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Gasspeicher so schlecht gefüllt wie nie: Europa braucht jetzt 420 LNG-Ladungen mehr

Дата публикации: 19-08-2026 12:51:12

Asien lockt immer mehr LNG-Tanker weg. Europa müsste mit höheren Gaspreisen gegenhalten. Trotzdem überlässt die Bundesregierung die Wintervorsorge dem Markt.

Основное содержимое страницы с новостью.

Die Gasspeicher-Krise in Europa spitzt sich zu. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE) sind die EU-Speicher mit aktuell 61,4 Prozent so schlecht gefüllt wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011. In Deutschland ist die Lage noch angespannter: Hier liegt der Füllstand nur bei rund 50 Prozent – ebenfalls ein historischer Tiefstand für diese Jahreszeit.

Nun treibt der Wettlauf um Flüssigerdgas (LNG) die Preise weiter nach oben. Europa benötigt laut einer Analyse der Energieplattform Montel News bis Ende Oktober mehr als 420 LNG-Ladungen, um die Speicher bis Anfang November wenigstens zu 80 Prozent zu füllen. Das reguläre EU-Speicherziel für den Winter liegt sogar bei 90 Prozent. „Gleichzeitig verliert Europa zunehmend LNG-Ladungen an höher zahlende asiatische Märkte und könnte Gaspreise über 60 Euro/MWh brauchen, um ausreichend Angebot während der verbleibenden Einspeicherungssaison anzulocken“, warnt Montel-Gasmarktexperte Joachim Endress.

EU-Speicherziel laut Experten kaum noch erreichbar

Wie weit Europa sein Speicherziel verfehlen könnte, zeigen die Modellrechnungen von Montel. Je nach Einspeicherungsrate und Verfügbarkeit von LNG dürften die europäischen Speicher am 1. November lediglich zu 69 bis 84 Prozent gefüllt sein. Die reguläre EU-Zielmarke von 90 Prozent wäre damit selbst im optimistischen Szenario nicht erreicht. Von April bis Juli wurden netto 325 Terawattstunden Gas eingespeichert – elf Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt und 18 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025.

Ein wesentlicher Grund ist der verschärfte Wettbewerb um Flüssigerdgas. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten und der faktischen Schließung der Straße von Hormus sind Europas LNG-Importe von den Rekordwerten des ersten Quartals stark gesunken. Im Juli erreichten sie den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Dabei wirkt sich laut Montel nicht nur der Ausfall katarischer Lieferungen aus: Vor allem amerikanische LNG-Ladungen werden zunehmend nach Asien umgeleitet.

Die US-Lieferungen nach China, Japan, Südkorea, Taiwan und Indien haben sich zwischen März und Juli verdreifacht und erreichten einen Rekordwert. Im Juli ging erstmals mehr amerikanisches LNG an diese fünf asiatischen Märkte als nach Europa. Damit wird aus dem niedrigen Speicherstand ein globaler Preiskampf: Europa muss höhere Preise bieten, um Ladungen wieder aus Asien abzuziehen.

Deutschland bleibt bei der Befüllung weit zurück

In Deutschland ist die Lage besonders angespannt. Zwar ist der Füllstand seit Ende Juli von 45,5 auf 50,1 Prozent gestiegen. Der Rückstand zu den Vorjahren bleibt jedoch groß: Am 18. August 2025 waren die Speicher bereits zu 66,9 Prozent gefüllt, 2024 sogar zu 93 Prozent. Selbst im bisherigen Vergleichstief 2021 lag der Wert zu diesem Zeitpunkt mit 55 Prozent noch knapp fünf Prozentpunkte höher.

Der Gasspeicherverband Initiative Energien Speichern (Ines) hatte deshalb bereits im Juli politische Maßnahmen für eine stärkere Befüllung gefordert. Andernfalls bestehe „das Risiko, dass die Speicher vor Beginn der Heizperiode nicht ausreichend gefüllt werden“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. Insbesondere bei einem sehr kalten Winter seien Versorgungsengpässe möglich.

Kommt es zu Versorgungsproblemen im Winter? Der Gasspeicherverband Ines warnt, dass die Speicher vor Beginn der Heizperiode „nicht ausreichend gefüllt“ sein könnten.

Kommt es zu Versorgungsproblemen im Winter? Der Gasspeicherverband Ines warnt, dass die Speicher vor Beginn der Heizperiode „nicht ausreichend gefüllt“ sein könnten.

© Armin Weigel/dpa

Hinter der schleppenden Befüllung steckt auch ein wirtschaftliches Problem. Normalerweise speichern Händler Gas im Sommer günstig ein, um es während der Heizperiode zu höheren Preisen zu verkaufen. Doch der Iran-Krieg und der weltweite Wettbewerb um LNG haben die kurzfristigen Gaspreise stark steigen lassen. Zeitweise war Gas für die Wintermonate am Terminmarkt sogar günstiger als kurzfristig verfügbares Gas. Hinzu kommen die Kosten für Transport und Speicherung.

Der negative Sommer-Winter-Spread biete deshalb „kaum wirtschaftliche Anreize für die Einspeicherung von Gas“, erklärte die Ines-Sprecherin. Auch die Speicherbetreiber EWE, Sefe und Uniper hatten das derzeitige Speichersystem gegenüber der Berliner Zeitung kritisiert. Der Markt richte die Befüllung nach den aktuellen Preissignalen aus – und nicht nach staatlichen Zielen für die Versorgungssicherheit.

Auch die von der Bundesregierung geplante strategische Gasreserve kann diese Lücke im kommenden Winter nicht schließen. Sie soll rund 24 Terawattstunden und damit etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität umfassen. Ihre Befüllung ist jedoch erst ab Sommer 2027 vorgesehen und soll sich über mehrere Jahre erstrecken. Zudem ist die Reserve nur für außergewöhnliche Krisenfälle gedacht. Für die reguläre Wintervorsorge bleiben die Marktakteure verantwortlich.

Bundesnetzagentur hält Gasversorgung für gesichert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die reguläre Befüllung weiterhin den Unternehmen überlassen. Ihr Ministerium verweist darauf, dass 74 Prozent der deutschen Speicherkapazitäten gebucht seien und bis Anfang November befüllt werden sollen. Zudem könnten die deutschen LNG-Terminals ganzjährig zusätzliches Gas liefern. Eine Buchung garantiert allerdings noch keine Einspeicherung: Nach Angaben von Ines können Händler reservierte Speicherplätze ungenutzt lassen, wenn der Gaseinkauf wirtschaftlich nicht attraktiv ist.

Die Fernleitungsnetzbetreiber warnen hingegen, dass LNG die Speicher im Winter nicht ersetzen könne. Deutsche Terminals deckten an einem Wintertag nur knapp zehn Prozent des Leistungsbedarfs. „LNG allein reicht nicht aus“, betont FNB-Gas-Chef Matthias Jenn in einer Mitteilung, die der Berliner Zeitung vorliegt.

Die Bundesnetzagentur sieht derzeit keine akute Gefahr für den kommenden Winter. „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, heißt es in ihrer aktuellen Lagebewertung. Die Gefahr einer angespannten Versorgung schätzt die Behörde momentan als gering ein. Neben den Speichern könne Deutschland Gas über LNG-Terminals, Pipelines aus Norwegen sowie über Frankreich und Belgien beziehen.

Mit dem Tempo der Speicherbefüllung ist die Behörde dennoch nicht zufrieden. Deutschland habe die Marke von 50 Prozent 50 Tage später erreicht als im Vorjahr, kritisierte Behördenchef Klaus Müller am Dienstag auf X. Deshalb müssten die Gashändler nun „ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden für den Winter nachkommen“.

Höhere Gaspreise treffen Verbraucher und Industrie

Der Wettlauf mit Asien könnte die Speicherbefüllung verbessern, würde sie aber deutlich verteuern. Um zusätzliche LNG-Tanker nach Europa zu locken, müsste der europäische Gaspreis laut Montel auf mehr als 60 Euro je Megawattstunde steigen. Vor Beginn des Iran-Kriegs kostete Gas am europäischen Großhandelsmarkt nur etwa halb so viel.

Für Haushalte wirken sich höhere Großhandelspreise meist zeitversetzt aus, weil Versorger Gas zu unterschiedlichen Zeitpunkten und teilweise langfristig beschaffen. Die Bundesnetzagentur rät angesichts des bereits erhöhten Preisniveaus weiterhin zu einem sparsamen Verbrauch. Energieintensive Unternehmen können steigende Marktpreise dagegen schneller zu spüren bekommen.

„Teuerstes LNG“: Experten zerlegen Reiches Gas-Deal mit Kanada

Uniper-Chef Michael Lewis warnte zuletzt vor den wirtschaftlichen Folgen der Krise im Nahen Osten. Die hohen Gaspreise seien „schlecht für unsere Kunden, schlecht für die Industrie und schlecht für unseren Wohlstand“, sagte er vergangene Woche bei der Präsentation der Quartalszahlen. Abwarten könnte allerdings ebenfalls teuer werden: Je näher der Winter rückt und je niedriger die Speicherstände bleiben, desto heftiger könnten die Preise bei neuen Lieferausfällen oder Kälteperioden ausschlagen.

Eine akute Gasmangellage droht Deutschland derzeit nicht. Doch mit jedem LNG-Tanker, den Europa an Asien verliert, schrumpft der Puffer für den kommenden Winter. Die Bundesregierung setzt weiter darauf, dass der Markt rechtzeitig genügend Gas beschafft. Ob diese Rechnung aufgeht, wird immer ungewisser.

Lesen Sie mehr zum Thema

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Европа рискует столкнуться с зимним газовым кризисом из-за глобальной борьбы за СПГ: заполненность хранилищ - лишь 54%, а азиатские покупатели активно перенаправляют грузы из Европы в Азию — Bloomberg06.0724-07-2026
2Ukrainischer Energie-Manager mahnt: EU-Gasspeicher füllen sich zu langsam-2603-07-2026
3Экономика: Европа близка к провалу в подготовке к зиме без российского газа-7709-07-2026
4Хранилища Европы к июлю восполнили четверть из отобранных зимой объемов газа0001-07-2021
5Bloomberg: потребность Европы в российском газе растет на фоне сокращения запасов0022-06-2021
6Droht im Winter ein Engpass beim Gas?06.8714-08-2026
7Европа недобирает газа почти на месяц зимы011.6303-08-2026
8FT: ЕС рискует встретить зиму с минимальными за 15 лет запасами газа-2629-06-2026
9Запасы газа в хранилищах Европы на 15% ниже, чем обычно по итогам июня-5630-06-2026

Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 16.71. Источник: www.berliner-zeitung.de.