Der Staat fördert wieder, Händler geben zusätzlich Rabatte. Sich jetzt ein E-Auto zu kaufen, ist verlockend. Doch was ist beim Umstieg zu beachten? Sieben Tipps.
Dank der E-Auto-Förderung wird der Kauf eines neuen Elektrofahrzeugs für einige attraktiv, die bisher noch Verbrenner gefahren sind. So können Sie sich als Erstkäufer für den Besuch im Autohaus vorbereiten.
1. Batteriegröße wählenJe kleiner die Batteriekapazität, desto günstiger die Anschaffung. Für die Masse der Autofahrer reicht eine mittlere Batteriegröße. Denn laut Studien fahren mehr als 90 Prozent der Autofahrer an Werktagen weniger als 50 Kilometer. Für tägliche Stadtfahrten reichen daher Batterien mit 40 bis 55 Kilowattstunden. Für den Mix aus längeren und kürzeren Strecken sind 60 bis 77 Kilowattstunden sinnvoll. Für regelmäßige Langstrecken empfehlen sich Kapazitäten von mehr als 80 Kilowattstunden.
2. Echte Reichweite kennenDie Herstellerangaben für Reichweiten wurden unter Laborbedingungen gemessen. Im Alltag liegen sie meist um 20 bis 35 Prozent darunter. Ein Auto mit 400 Kilometern Normreichweite schafft real also häufig nur 260 bis 300 Kilometer. Autobahnfahrten erhöhen den Stromverbrauch um 30 bis 50 Prozent. Winterkälte reduziert die Reichweite um etwa 20 bis 35 Prozent. Bevor Sie eine Batterie wählen, sollten Sie also überlegen: Wie hoch ist meine jährliche Fahrleistung? Und wie weit geht die längste typische Einzelfahrt?
Langstrecken im Blick behalten
Planen Sie auf Reisen von mehr als 500 Kilometer Ladepausen ein. Wir raten, den Ladezustand auf der Autobahn nicht unter 10 bis 15 Prozent sinken zu lassen und Ladepausen von etwa 20 bis 30 Minuten einzuplanen. Fahrzeuge mit rund 150 Kilowatt Ladeleistung können dabei ungefähr 80 bis 120 Kilometer Reichweite nachladen. Eine Übersicht über Ladesäulen bieten Apps einschlägiger Stromanbieter oder der ADAC.
Am günstigsten ist das Laden zu Hause, etwa über dynamische Stromtarife. Der Haushaltsstrompreis lag im ersten Quartal 2026 im Schnitt bei knapp 31 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch von 18 bis 22 Kilowattstunden pro 100 Kilometer entstehen Ihnen Energiekosten von etwa 5,60 bis 6,80 Euro pro 100 Kilometer.
Laden Sie an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen, kostet das 35 bis 55 Cent pro Kilowattstunde, an Gleichstrom-Schnellladesäulen sind es sogar 55 bis über 80 Cent. Wer nur öffentlich lädt, vergibt einen großen Teil des Vorteils gegenüber Verbrennern.
4. Lademöglichkeiten zu Hause prüfenDie Verbraucherzentralen raten, Lademöglichkeiten vor dem E-Autokauf verbindlich zu klären. Seit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes 2020 haben Eigentümer Anspruch auf die Installation eines Ladepunkts auf eigene Kosten. Mieter können ihn grundsätzlich vom Vermieter verlangen. In der Praxis verzögern schwache Hausanschlüsse oder Abstimmungen in Eigentümergemeinschaften jedoch oft eine Installation.
5. Strom aus der Wallbox verwendenFür gemeinschaftliche Ladeanlagen entstehen Kosten zwischen 3 000 und 15 000 Euro, die auf ihre Nutzer umgelegt werden. Für Eigenheimbesitzer ist eine Wallbox mit 11 Kilowatt Ladeleistung der Standard. Sie lädt eine Batterie mit 60 Kilowattstunden in etwa sechs Stunden voll auf. Wallboxen mit einer Leistung von mehr als 3,7 Kilowatt müssen Sie beim Netzbetreiber anmelden. Die Installation kostet zwischen 800 bis 2 500 Euro. Das Laden über herkömmliche Schuko-Steckdosen ist keine gute Idee, warnen Fachverbände – die Dosen sind nicht für eine Dauerbelastung ausgelegt.
Nicht vergessen: Batterien altern!
Neben den Ladezyklen setzen auch Zeitablauf, Hitze und Kälte der Batterie zu. Üblich sind Garantien von mindestens 70 Prozent Restkapazität nach acht Jahren oder 160 000 Kilometern. Im Alltag sollte der Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent liegen. Den Wagen vollzuladen empfiehlt sich nur vor langen Reisen. Gleichstrom-Schnellladesäulen lieber nur im Ausnahmefall nutzen. Auch Langzeitparken bei Hitze oder Frost mit voller Batterie beschleunigt den Verschleiß. Ein Batterietausch außerhalb der Garantie wird teuer und kostet je nach Modell 8 000 bis 20 000 Euro. Informieren Sie sich also schon beim Kauf des Fahrzeug, wie teuer ein Austausch werden könnte.
In der Kfz-Haftpflichtversicherung werden Elektroautos behandelt wie andere Fahrzeuge auch. Wichtig: Im Vollkasko-Schutz sollte ausdrücklich auch die Batterie als versichertes Bauteil eingeschlossen sein. Und − die Pannenhilfe nicht vergessen: Ein Fahrzeug mit leerer Batterie muss abgeschleppt werden. Vergleichen lohnt also! Geeignete Tarife finden Sie in unserem Test von Autoversicherungen.
7. Alle Kosten einbeziehenWann lohnt sich ein E-Auto finanziell gesehen? Laut ADAC können Elektroautos in der Kompaktklasse bei etwa 15 000 Kilometern Jahresfahrleistung und überwiegendem Laden zu Hause günstiger sein als Benziner. Die Wartung ist meist billiger, da Ölwechsel entfallen und Bremsen weniger verschleißen.
Tipp: Wie Sie günstig mit selbst erzeugtem Strom fahren, den Ladevorgang smart steuern und das E-Auto als Stromspeicher nutzen, steht in unserem Ratgeber Umstieg aufs Elektroauto (256 Seiten, 39,90 Euro; E-Book: 36,99 Euro). Plus: Alles Wissenswerte zu den Themen Finanzierung, Versicherung, Steuern, THG-Quote.
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