Nach Jahren des Niedergangs kehrt Leben in griechische Werften zurück. Vor allem Verteidigungsprojekte sollen das Comeback bringen. Auch ein deutscher Schiffbauer hofft auf einen Auftrag.

Arbeiter säubern ein Trockendock der Werft Skaramagas Shipyards bei Athen: Neuer Aufschwung durch Rüstungsaufträge. Foto: REUTERS
Athen. Es ist eine bemerkenswerte Wende für eine Branche, die in Griechenland lange als Symbol des industriellen Niedergangs galt: Die großen Werften des Landes füllen sich wieder mit Schiffen, die Bücher mit Aufträgen. Der Wachstumstreiber liegt nicht allein in der Reparatur von Handelsschiffen. Griechenlands Werftindustrie setzt zunehmend auf Rüstungsprojekte – und damit auf einen Markt, der durch die neue europäische Sicherheitslage kräftig wächst.
Nach einer kürzlich veröffentlichten Analyse des Strategieberaters EY-Parthenon könnte der Jahresumsatz der griechischen Schiffbau- und Schiffsreparaturbranche in einem realistischen Szenario von derzeit rund 197 Millionen Euro auf 759 Millionen Euro wachsen. Der weltweite Marktanteil würde sich damit von 0,4 auf 1,6 Prozent vervierfachen. Noch ambitionierter ist ein optimistisches Szenario: Bei deutlich höheren Kapazitäten und entsprechender Nachfrage wären 2,25 Milliarden Euro Umsatz möglich. Einen Zeitrahmen nennt EY-Parthenon in der Studie nicht.
Die Branche spürt bereits einen Aufschwung. Die Zahl der gewarteten Schiffe stieg laut EY von 593 im Jahr 2022 auf 656 im Jahr 2024. Hatte die Branche noch im Jahr 2011 rund 6000 Beschäftigte, sind es aktuell mehr als 11.000. Werften, die jahrelang weitgehend stilllagen, werden modernisiert.
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