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Den Job empfehlen sie aber keinem - Wie Reise-Influencer ihr Geld verdienen

Дата публикации: 25-07-2026 10:10:32

Reise-Influencer können sechsstellige Summen verdienen, müssen aber dafür hart arbeiten.

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Kann ich auch Bahamas statt Büro?: Wie Reise-Influencer ihr Geld verdienen ... und warum sie den Job niemandem empfehlen

Biggi Bauer und Florian Westermann sind erfolgreiche Reise-Influencer – empfehlen würden sie den Job aber nicht unbedingt

25.07.2026 - 12:10 Uhr

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Bahamas statt Büro, Pool statt Pendler-Stress, Wasserrutsche statt U-Bahn. Auf Instagram, TikTok oder YouTube wirkt das Leben von Reise-Influencern wie ein Dauerurlaub. Die Realität: viel Arbeit und eine unsichere Zukunft. Für Biggi Bauer (41) und Florian Westermann (46) begann alles 2010 mit Florians Blog „Phototravellers“. Aus dem digitalen Reisetagebuch wurden bald verkaufte Fotos, später kamen Instagram, YouTube und TikTok hinzu. 2018 kündigten beide ihre Jobs und machten das Reisen zum Beruf.

Heute verdienen sie ihr Geld mit Affiliate-Links, Werbekampagnen, Bannerwerbung sowie eigenen E-Books und Fotokursen. „Unser Reiseblog gehört seit Jahren zu den größten im deutschsprachigen Raum und ist aktuell unsere wichtigste Einnahmequelle“, sagt Westermann. Gleichzeitig werde Instagram immer wichtiger. Hier gibt es Einnahmen fast ausschließlich durch bezahlte Partnerschaften mit Unternehmen.

Seit 2016 teilen Biggi und Florian ihren Reise-Content auf Social Media

Bei YouTube verdienen Creator über Werbeeinblendungen, die vor oder während der Videos laufen. Die Werbekunden zahlen an YouTube, die Plattform beteiligt die Creator mit 55 Prozent an den Einnahmen. „Wenn wir nur auf eine Plattform setzen müssten, wäre das YouTube, weil man hier recht schnell monetäre Erfolge erzielen kann.“ Insgesamt erzielen die beiden einen sechsstelligen Jahresumsatz.

Traumjob? Ja – aber mit viel Arbeit

Hinter den schönen Bildern steckt ein enormer Aufwand. Reiseziele müssen recherchiert, Texte geschrieben und aktualisiert, Videos geplant, gefilmt und geschnitten werden. Hinzu kommen Social Media, Buchhaltung, Vertragsverhandlungen und die technische Pflege des Blogs. Westermann: „Wir arbeiten heute deutlich mehr und härter als früher in unseren Festanstellungen. Dafür genießen wir eine Freiheit, um die uns viele beneiden.“

Wer bezahlt die Reisen?

Viele glauben, Influencer würden kostenlos verreisen. Tatsächlich gibt es sogenannte Barter-Deals. Dabei erhalten Creator kostenlose Hotelübernachtungen, Flüge oder Produkte und veröffentlichen im Gegenzug Inhalte darüber. Biggi Bauer und Florian Westermann verzichten bewusst auf solche Deals. „Mit kostenlosen Einladungen können wir weder Miete noch Mitarbeiter bezahlen“, sagt Westermann. Zudem seien solche Kooperationen steuerlich heikel. Denn das Finanzamt sieht kostenlose Leistungen als Einkommen – auch wenn kein Geld fließt. Sie müssen versteuert werden.

Auch Kreuzfahrten setzen auf Influencer

Auch Reedereien nutzen Social Media, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Der US-Amerikaner Alex Ojeda filmt für Royal Caribbean Wasserrutschen und Zip-Lines. Mit rund 14 Millionen Followern schaffte er es in die „Forbes 30 Under 30“-Liste.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram

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In Deutschland berichtet Matthias Morr (50) auf YouTube und Instagram über Kreuzfahrten. „Die Reisen bezahle ich mittlerweile selbst“, sagt er. Das gebe ihm mehr Unabhängigkeit. Kooperationen gehe er nur selten ein: „Ich muss inhaltlich dahinterstehen und meine Glaubwürdigkeit behalten. Mein Geschäft würde langfristig nicht funktionieren, wenn ich überwiegend Werbung machen würde.“

Matthias Morr ist mehrmals im Jahr auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs

Follower sind nicht mehr alles

Lange galt: Je mehr Follower, desto wertvoller der Influencer. Doch diese Rechnung geht heute oft nicht mehr auf. Für Unternehmen zählen heute Glaubwürdigkeit und Storytelling oft mehr als reine Reichweite. Gerade kleinere Creator profitieren davon, weil ihre Community Empfehlungen stärker vertraut und es so häufiger zu Buchungen kommt. Auch die Reedereien Royal Caribbean und Virgin Voyages setzen deshalb zunehmend auf kleinere Influencer mit engagierten Nischen-Communities.

Job ohne große Zukunft?

Ob er jungen Menschen den Beruf Reise-Influencer empfehlen würde? „Eher nein“, sagt Westermann. Erfolgreiche Kanäle erforderten Planung, Kreativität und Geduld. Außerdem bringe Reichweite nicht nur nette Menschen mit sich. Hinzu komme der Druck durch künstliche Intelligenz. Deshalb haben Biggi Bauer und Florian Westermann mit ihrem Buch „Foto-Eskapaden in Deutschland“ bewusst auch den Schritt zurück in die analoge Welt gemacht.

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