Der US-Präsident nennt den israelischen Premier „verrückt“, der weist dessen Gaza-Friedensplan brüsk zurück. Wie zerrüttet ist das Verhältnis der beiden Länder? Und wer könnte es kitten?
Tel Aviv, Washington. US-Präsident Donald Trump war erkennbar erfreut, als er Ende Juli einen Durchbruch bei seinem Friedensplan für Gaza verkündete. „Wir haben einen historischen Fortschritt erreicht“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Hamas werde komplett entwaffnet. „Gratulation an alle für diese unglaubliche Entwicklung, von der jeder gesagt hat, sie könne nicht erreicht werden!“, postete er in Großbuchstaben.
Doch es dauerte nur wenige Tage, bis ihm Israels Premierminister Benjamin Netanjahu eine brüske Abfuhr erteilte. „Israel akzeptiert das 15-Punkte-Dokument nicht“, sagte er. Und setzte noch nach: Israel brauche keine Ratschläge, es wisse selbst, wie es seine Position verteidigen müsse – „notfalls sogar gegenüber unseren besten Freunden“.
Die Beziehung zwischen den USA und Israel hat sich in den vergangenen Monaten rapide verschlechtert. Vor fünf Monaten flatterten an Israels Strandpromenaden und Landstraßen neben der Landesfahne noch oft auch die der USA. Auch kurz nachdem beide Länder am 28. Februar den Iran angegriffen hatten, schien die Allianz noch eng.
Experten bezeichnen die Beziehung der beiden Länder als „außergewöhnlich“. Doch nun sagen Kenner wie Aaron David Miller, Senior Fellow beim US-Thinktank Carnegie: „Ich habe noch nie erlebt, dass die israelisch-amerikanischen Beziehungen und insbesondere das Ansehen und die Glaubwürdigkeit Israels in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus so stark unter Druck standen.“
Ist das das Ende der jahrzehntelangen besonderen Beziehung der beiden Länder?