Gleicher Prozessor, gleich großer Akku, identisches Display, aber unterschiedliche Preise: Der Vergleich von Poco X8 Pro gegen Xiaomi 17T geht nicht so aus, wie Xiaomi sich das vorgestellt hat.
Wir haben das Poco X8 Pro und das Xiaomi 17T im Labor getestet und verglichen.
Foto: Christian Lohse / Volkmar Otto
Gleicher Prozessor, gleich großer Akku, identisches Display, aber unterschiedliche Preise: Der Vergleich von Poco X8 Pro gegen Xiaomi 17T geht nicht so aus, wie Xiaomi sich das vorgestellt hat.
Auf den ersten Blick haben das Poco X8 Pro (zum Test) und das Xiaomi 17T (zum Test) nicht viel miteinander zu tun. Aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man erstaunliche Gemeinsamkeiten, obwohl das Xiaomi 17T (UVP ab 749,90 Euro) von Haus aus 87,5 Prozent teurer ist als das Poco X8 Pro (UVP ab: 399,90 Euro). Ist das Xiaomi 17T wirklich so viel besser, oder ist das Poco X8 Pro am Ende der wesentlich smartere Kauf? Das zeigt der direkte Vergleich mit exklusiven Ergebnissen aus dem Testlabor.

Auf den ersten Blick haben Poco X8 Pro (links) und Xiaomi 17T nicht viel gemeinsam, aber der Schein trügt.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Poco X8 Pro misst 157,53x75,9x8,4 mm, das 17T weicht mit 157,6x75,2x8,2 mm allenfalls im Zehntelmillimeterbereich ab. Die Verarbeitung überzeugt bei beiden. Die matten Oberflächen fühlen sich angenehm an, Display und Rückseite sind plan, Ecken und Kanten abgerundet. Auf der Rückseite fällt der unterschiedliche Kamerabereich auf. Das 17T wirkt dort nicht nur besser ausgestattet, es hat auch eine Linse mehr, deren Nutzen wir im Kamerakapitel aufdröseln. Aber es gibt noch eine dicke Überraschung bei der Materialauswahl: Das teurere 17T hat eine Rückseite aus Glasfaserverbundstoff und einen Rand aus Kunststoff. Das billigere Poco kommt mit einer satinierten Glasrückseite und einem Rand aus Aluminium. Verkehrte Welt! Beide sind nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Die Bedienung funktioniert selbst bei Nieselregen, und der im Display integrierte Fingerabdrucksensor erkennt den Finger auch dann noch, wenn er leicht feucht ist. Alternativ lassen sich die Smartphones per Gesichtserkennung entsperren. Dank hochwertigerer Materialien geht die Verarbeitung an das Poco.
In beiden Smartphones arbeitet der MediaTek Dimensity 8500 Ultra, der nicht das Tempo der größeren Brüder Poco X8 Pro Max und Xiaomi 17T Pro erreicht, aber durchaus schon in Bereichen rechnet, wo das mobile Zocken Spaß macht. Ein Antutu-Wert von 2,28 Millionen Punkten verflüssigt auch anspruchsvolle Spiele. Das Bedientempo ist beim Poco und beim Xiaomi "sehr gut" – mit kleinem Vorsprung für das Poco, welches den Vorteil bis ins Ziel rettet und letztlich noch knapper an einer sehr guten Temponote vorbeischrammt als das Xiaomi. Unterm Strich kann sich das Poco einen winzigen Tempo-Vorsprung erarbeiten.
Mit 6.500 mAh stellt das Poco X8 Pro zwar keinen neuen Rekord auf wie der große Bruder Poco X8 Pro Max, aber mit einer Dauernutzungszeit von 15:23 Stunden hält es so lange durch wie Apples Rekordlangläufer iPhone 17 Pro (15:23 Std.) und länger als die Nummer eins der
Smartphone-BestenlisteSamsung Galaxy S26 Ultra (15:12 Std.). Da kann auch das Xiaomi mit (wen wundert´s?) gleich großem Akku nicht ganz mithalten: 14:46 Stunden Dauernutzungszeit für das 17T sind aber ebenfalls sehr gut. Trotzdem hat hier wieder das Poco die Nase vorn. Beim Laden herrscht Gleichstand: Nach 15 Minuten standen im Test 26 Prozent auf der Anzeige, nach 60 Minuten waren 99 Prozent erreicht. Für die letzten Prozentpunkte blieben die Geräte noch ein paar Minuten länger am Netzteil. Kabelloses Laden überlassen beide den großen Brüdern. Im Notfall geben X8 Pro und 17T per Kabel etwas von ihrer Energie an bedürftige Geräte ab. Beim Ladetempo herrscht Gleichstand, aber das Poco hielt im Dauertest etwas länger durch.
Während sich das Xiaomi 17T im Menü, auf der Rückseite und auf den (auch nachträglich) aufbringbaren Rändern mit dem Leica-Logo schmücken darf, bleibt dem Poco dieser Ritterschlag verwehrt. Mit der Auflösung von 50 Megapixel (MP) für die Hauptkamera, die im Standardmodus nach 4-in-1-Pixel-Binning Fotos mit 12,5 MP erzeugt und der Blende der Ultraweitwinkellinse von f/2.2 enden die Gemeinsamkeiten schon. Die Ultraweitwinkellinse im Poco löst mit 8 MP auf, das Xiaomi 17T weitwinkelt mit 12 MP.

Ein zweifacher Zoom (52 mm) in der Standardauflösung ist beim Poco X8 Pro ohne digitale Interpolation möglich. Das Xiaomi 17T hat dagegen eine 5-fach-Telelinse (115 mm).
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Im Poco kommt bei der Hauptkamera der Sony IMX882 zum Einsatz, im Xiaomi der Light Fusion 800. Bei Tageslicht machen beide sehr gute Fotos, das Poco hält gut mit. Bei schlechter Beleuchtung schnitt das X8 Pro sogar etwas besser ab. Im Test wird die Bildqualität bei praxisnaher vierfacher Vergrößerung bewertet. Hier kommt wieder die Hauptkamera zum Einsatz. Das Xiaomi erledigt diese Aufgabe sehr gut, aber auch das Poco macht gute 4x-Telefotos.
Erst ab 5-facher Vergrößerung kann das Xiaomi 17T seinen Trumpf ausspielen: Es hat im Gegensatz zum Poco eine zusätzliche Telelinse (f/3.0) an Bord, die mit 50 MP zudem hoch aufgelöst ist. Maximal erlaubt Xiaomi dem 17T eine 60-fache Vergrößerung. Aber so viel braucht es längst nicht, um die Zoom-Überlegenheit im Vergleich zum Poco zu zeigen. Schon bei 5-facher Vergrößerung bietet das Xiaomi wesentlich mehr Details.

Televergleich: Bei fünffacher Vergrößerung zeigt der Bildausschnitt des Poco X8 Pro schon sehr unscharfe Strukturen, wobei das Xiaomi 17T auch bei genauem Hinschauen noch viele Details bietet.
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Das Poco erlaubt maximal nur eine 10-fache Vergrößerung. Dann sind Fotos schon recht pixelig, während das Xiaomi das noch sehr souverän meistert. Höhere Zoomstufen liegen dem Xiaomi wesentlich besser. Und die Telelinse kann noch mehr, denn sie versteht sich auch auf Nahaufnahmen. Dem Poco fehlt eine Makro-Funktion.

Die Telelinse des Xiaomi 17T macht auch Telemakro-Fotos. Das Poco hat dem nichts entgegen zu setzen.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Poco hält bei den bewerteten Standard-Fotos noch ziemlich gut mit, aber schon hier hat das Xiaomi 17T die Linsen vorn. Der Abstand wird abseits des normalen Testparcours aber deutlich größer. Das Xiaomi 17T macht scharfe Telemakroaufnahmen, zoomt um Klassen besser und bietet die höher aufgelöste Ultraweitwinkellinse. All das ist aber nicht Bestandteil der Testnote. Das Xiaomi 17T ist bei Fotos noch weiter vorn, als es der Vergleich der Kameranoten nahelegt – nur bei Selfies schneidet das Poco besser ab.

Poco X8 Pro und Xiaomi 17T haben eine Diagonale von 6,53 Zoll.
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Nach Prozessor und Akku ist das Display das nächste prägende Gleichteil. Das 6,59 Zoll große Display wird von Gorilla Glass 7i geschützt und von einem schmalen Rahmen eingefasst. Die OLED-Technik sorgt für kräftige Kontraste und lebendige Farben; HDR10+ und Dolby Vision werden ebenfalls unterstützt. Mit 2.756x1.268 Pixeln und einer Pixeldichte von 461 ppi ist die Darstellung sehr scharf. Wir mussten schon im Labor alle Messwerte genau vergleichen, um einen Unterschied zu finden. Und siehe da: Das Poco schnitt bei der Ermittlung der Farbtreue besser ab. Wichtiger in der Praxis: Beide Displays sind sowohl mit Standard- als auch mit HDR-Material dermaßen hell, dass kein Galaxy oder iPhone da mithalten kann. Das erleichtert die Ablesbarkeit im Freien. Nur eine wirkungsvolle Entspiegelung vermissen wir – wie bei den allermeisten Handys.
Poco X8 Pro Max und Xiaomi 17T kommen mit HyperOS 3, das auf Android 16 basiert. Mit an Bord sind Google Gemini, Circle to Search und Xiaomis HyperAI, die unter anderem dynamische KI-Hintergründe erstellt. Für Fotos stehen zahlreiche Filter und Bearbeitungsfunktionen bereit. So lassen sich etwa der Himmel austauschen, störende Objekte entfernen, Bildausschnitte erweitern oder niedrig aufgelöste Fotos per KI in Ultra-HD-Bilder umwandeln. Beide Smartphones unterstützen Bluetooth 6.0 und haben zwei Kartenschächte für den Dual-SIM-Betrieb. Tarife wie
fraenk, die nur per eSIM funktionieren, können Sie nicht mit dem Poco nutzen. Das X8 Pro funkt im Wifi-6-Standard, das 17T zudem mit Wifi 6E. Mit Xiaomi Offline Communication können Sie zwischen kompatiblen Geräten auch ohne Netzverbindung telefonieren – etwa in Gegenden mit schlechtem oder fehlendem Empfang, auf dem Land, in Parkhäusern oder an stark frequentierten Orten. Poco verspricht fünf Jahre System-Updates sowie Sicherheitsupdates bis 2032. Xiaomi sagt für das 17T nur vier Jahre Android-Updates zu.
Xiaomi
316,00 EUR
So muss es sich anfühlen, wenn ein Zweitligaverein die Bayern wegputzt. Bei Prozessor, Display und Akkuleistung kämpfen Poco X8 Pro und Xiaomi 17T mit gleichen Waffen. Trotzdem kitzelt das Poco hier und da noch etwas mehr heraus. Lediglich bei der Kameraausstattung setzt sich das Xiaomi 17T deutlich ab. Hier fehlt dem Poco einfach die Telelinse. Für einige könnte auch die Weigerung, eine eSIM zu akzeptieren ein Partycrasher sein. Aber ansonsten bekommen Sie die gleiche und wenn nicht sogar die bessere Leistung im hochwertigeren Gehäuse – garniert mit dem Mini-Party-Ringlicht. Das Poco X8 Pro knackt so nicht nur das Xiaomi 17T, sondern praktisch
alle anderen Top-Handys bis etwa 300 Euro.

Hingucker: Für das Ringlicht um die beiden Kameralinsen stehen acht Farben zur Wahl, die sich bei eingehenden Anrufen, App-Benachrichtigungen oder während des Ladevorgangs aktivieren. Zudem lässt sich der Effekt beim Gaming oder der Musikwiedergabe synchronisieren.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Xiaomi
464,90 EUR
Das Xiaomi 17T gewinnt dank Tele deutlich im Kamerakapitel und bietet mit eSIM die komplettere Ausstattung. Es gibt keinen Bereich, wo es vom Poco richtig vermöbelt wird. Bei Tempo, Display und Akku kann man die beiden mit zusammengekniffenen Augen nicht voneinander unterscheiden. Peinlich ist, dass das 17T mit Kunststoff beplankt ist, während das billigere Poco in Aluminium und Glas gekleidet seinen Sieg feiert. Allerdings ist der echte Preisunterschied mit gut 150 Euro nicht mehr ganz so dramatisch wie beim Vergleich der UVPs.

Unter Laborbedingungen und mit zertifizierten, vergleichbaren Prüfmethoden blicken wir im Smartphone-Test besonders auf Kamera, Akku- und Ladeleistung, Arbeits- und Bedientempo, Ausstattung und den Bildschirm. Geht es etwa um die Kamera, schauen wir uns mehr als 1.000 Messwerte zu Auflösung, Bildschärfe und Farbtreue an. Ein Roboterarm beschäftigt das Testgerät über Stunden hinweg automatisch, um die Akkulaufzeit genau zu messen. Aufwendige 3D-Anwendungen bringen den Prozessor an die Grenzen, und ein Tauchgang in der Wasserröhre zeigt, wie wasserdicht das Gerät wirklich ist.