Ein Waldbrand im Hürtgenwald hat die Anwohner von Gey in Atem gehalten! Mittlerweile sind alle offenen Flammen gelöscht, zuvor Evakuierte können zurück Zuhause.
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Ein Waldbrand im Hürtgenwald hat die Anwohner von Gey in Atem gehalten! Mittlerweile sind alle offenen Flammen gelöscht, zuvor Evakuierte können zurück Zuhause.
Von Maurice Hossinger, Florian Fischer, Jonas Reihl, Alina Eultgem
Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) - In Nordrhein-Westfalen haben sich seit Donnerstagnachmittag (13. August) dramatische Szenen abgespielt. Während im Hürtgenwald inzwischen alle offenen Flammen gelöscht sind, kämpft die Feuerwehr in der Nähe gegen die nächste Feuer-Walze aus Belgien.
In der Gemeinde Hürtgenwald haben seit Donnerstagnachmittag 300 Hektar Wald gebrannt - seit Sonntagmittag sind alle offenen Flammen gelöscht. © Jan Ohmen/dpa
Insgesamt sollen beim größten Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen rund 300 Hektar verbrannt worden sein - das entspricht der Größe von 420 Fußballfeldern.
Nach der Evakuierung von 1800 Bewohnern des Ortsteils Gey konnten diese am Samstag zurück in ihre Häuser und Wohnungen.
Allerdings: Nur rund 20 Kilometer entfernt bahnen sich die Flammen schon den nächsten Weg nahe der belgischen Grenze.
TAG24 hält Euch in einem Liveticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
Am Kampf gegen die verheerenden Brände im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn werden sich auch in der Nacht auf Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte aus Deutschland beteiligen.
Die Brandlinie sei derzeit rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt, sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.
"Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten." In mehreren Schichten seien insgesamt 240 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz.
Nach dem Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel hat sich die Lage weiter entspannt. Dies teilte der Kreis Düren mit.
Die Löscharbeiten hätten ihre Wirkung gezeigt. Auch Regen habe geholfen. "Petrus ist ein guter Feuerwehrmann", erklärte Landrat Ralf Nolten laut der Mitteilung.
Beim Einsatz im belgischen Hohen Venn ist eine Einsatzkraft der unterstützenden Feuerwehr aus Monschau mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen.
Das berichtete der Leiter der Feuerwehr in der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt. Aktuell löschen 60 Brandschützer aus Monschau mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden.
Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand. © Federico Gambarini/dpa
17. August, 16.23 Uhr: Wegen Klimawandel: Mehr Tage mit Waldbrandgefahr
Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr in den vergangenen Jahrzehnten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zugenommen.
Die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser.
Belgiens König Philippe (66) hat sich im Krisenzentrum der Gemeinde Herstal über die verheerenden Brände im Hohen Venn informieren lassen. Anschließend waren Gespräche mit den Einsatzkräften direkt am Brandort geplant.
Das Feuer war am Sonntag bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze bei Monschau herangerückt. Der einsetzende Regen sorgt bei den Einsatzkräften zwar für Erleichterung, ist bislang aber noch zu schwach, um den Brand entscheidend einzudämmen. Für die kommenden Tage ist weiterer Regen vorhergesagt.
Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn. © Marius Burgelman/AP/dpa
17. August, 13.05 Uhr: Feuerwehr-Gewerkschaft fordert mehr Fokus auf Waldbrände
Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert angesichts zunehmender Waldbrände ein bundesweites Gesamtkonzept.
Einsatzkräfte bräuchten unter anderem mehr Spezialfahrzeuge, Drohnen, Pumpen und bessere Schutzausrüstung. Auch Ausbildung und die Unterstützung freiwilliger Feuerwehren müssten verbessert werden. Zudem solle die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft besser vorbereitet werden.
Wegen der erhöhten Wasserentnahme für die Löscharbeiten im Hohen Venn kann das Trinkwasser in der Region Monschau derzeit leicht eingetrübt sein.
Laut Wasserversorger ist das gesundheitlich unbedenklich. Das Leitungsnetz soll bis Montagnachmittag wieder vollständig ausgespült sein.
Die am Sonntagabend vorsorglich evakuierten rund 30 Menschen aus Monschau-Kalterherberg können noch nicht in ihre Häuser zurück. Weitere Evakuierungen seien laut Einsatzleiter Philipp Krüger aber aktuell nicht nötig.
"Die nächste Linie zur weiteren Evakuierung liegt noch weit, weit entfernt", stellte er klar. Entlastung bringt der einsetzende Regen sowie der geringe Wind.
Auf deutscher Seite sind derzeit rund 200 bis 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Im Laufe des Tages könnte die Zahl der Kräfte möglicherweise reduziert werden.
Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge kämpfen gegen den Waldbrand im Hürtgenwald. © Federico Gambarini/dpa
17. August, 10.07 Uhr: 100.000 FFP2-Masken für Einsatzkräfte im Hohen Venn
Angesichts der starken Rauchentwicklung im Hohen Venn sollen die Helfer vor Ort besser geschützt werden. Das belgische Gesundheitsministerium stellt dafür rund 100.000 FFP2-Masken zur Verfügung.
Die ersten Exemplare sollen bereits am Montagabend an Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte ausgegeben werden. Auch die Provinz Lüttich empfiehlt der Bevölkerung, in besonders stark verrauchten Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
Am Sonntag wurden dort erhöhte Feinstaubwerte festgestellt. Über die Website Wallonair.be können sich Anwohner über die aktuelle Luftqualität informieren.
Die Feuerwehr kämpft am Montag weiter gegen den Waldbrand im Hürtgenwald. Die Lage ist zwar weitgehend unter Kontrolle, dennoch müssen die Einsatzkräfte weiterhin Glutnester und Bodenfeuer bekämpfen.
Bürgermeister Stephan Cranen (54) zufolge erleichtert eine rund zwei Kilometer lange Schneise am Rennweg inzwischen den Zugang zum Brandgebiet. Auch der anhaltende Landregen hilft: Er durchfeuchtet die Vegetation und kühlt den Boden ab.
Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa
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