Am späten Sonntagabend mussten mehrere Häuser im nordrhein-westfälischen Monschau evakuiert werden. Jetzt stehen die Flammen laut Feuerwehr etwa 300 Meter vor den Gebäuden. Es gibt noch Hoffnung, sie zu retten.
Blick von dem Ortsteil Monschau-Kalterherberg auf die belgische Seite, wo das Hohe Venn in Flammen steht
Foto:Thomas Banneyer / dpa
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt aus Belgien auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor: Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den kürzlich evakuierten Gebäuden in Monschau in Nordrhein-Westfalen, sagte Feuerwehrsprecher Tobias Schell in der Nacht.
Die 17 Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnerinnen und Bewohnern waren am Sonntag gegen 22 Uhr evakuiert worden. Die Einsatzkräfte hoffen, die Gebäude retten zu können: »Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.«
Der Kampf gegen die Flammen werde die ganze Nacht fortgesetzt, sagte Schell: »Wir ziehen durch.«
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In der Nacht rauschten im Minutentakt Transporter mit Wassertanks durch Monschau-Kalterherberg ins Einsatzgebiet. Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks für die Löschfahrzeuge ständig aufgefüllt. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden.
Die allermeisten Bewohnerinnen und Bewohner der evakuierten Straßenzüge in Monschau seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen, sagte der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden. Eine eingerichtete Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von ein paar Betroffenen genutzt, hieß es weiter.
Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.
Auf rund 3000 Hektar lodert jenseits der Grenze der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Am Sonntag kamen auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen zu Hilfe, die ins belgische Küchelscheid ausrückten, einem Nachbarort von Monschau. Auch andere europäische Länder helfen.
Die zerklüftete Landschaft des Hohen Venn erschwert die Löscharbeiten: Es gibt nur wenige Zufahrten, und ausgedehnte Torfmoore behindern die Brandbekämpfung zusätzlich. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll. Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite Feuerwehrsprecher Schell: »Das wird eine wochenlange Aktion werden.«
Das Foto entstand in der Nacht in Monschau-Kalterherberg mit Blick auf die belgische Seite
Foto: Thomas Banneyer / dpaErst am Freitag mussten wegen des größten Waldbrandes der NRW-Geschichte etwa 2000 Menschen im Hürtgenwald ihre Häuser oder Wohnungen verlassen. Der von Flammen bedrohte Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald wurde gegen vier Uhr evakuiert. Tagelang kämpfte ein Großaufgebot – unterstützt von Löschhubschraubern und Bergepanzern – gegen den Waldbrand. Er ist inzwischen unter Kontrolle.
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Seit Samstagabend können Bewohner nach Gey zurück. Im Hürtgenwald dauern die Löscharbeiten weiter an. Bis alles endgültig gelöscht sei, werde noch einige Zeit vergehen, teilte Dürens Landrat Ralf Nolten mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar großen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.
Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Waldbrandsaison, wo brennt es derzeit und wie viele Flächen sind den Flammen schon zum Opfer gefallen? Den fortwährend aktualisierten Überblick in Karten und Grafiken finden Sie hier .