Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Atem: Bei Schramberg in Baden-Württemberg erschwert das Gelände das Löschen. Im Hohen Venn in Belgien unterstützt die Bundeswehr. Aus Waldaschaff gibt es gute Nachrichten.
Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Atem: Bei Schramberg in Baden-Württemberg erschwert das Gelände das Löschen. Im Hohen Venn in Belgien unterstützt die Bundeswehr. Aus Waldaschaff gibt es gute Nachrichten.
17.08.2026, 08.33 Uhr
Rauchwolke über einer Waldfläche im Bereich Schramberg
Foto: Christian Klemm / Blaulichtreport Rottweil / dpaAn mehreren Orten in Deutschland kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Der zuletzt deutlich größer gewordene Brand in einem steilen Waldstück bei Schramberg (Landkreis Rottweil) in Baden-Württemberg lässt sich nach Angaben der Feuerwehr nur schwer löschen. »Die Einsatzkräfte können nicht näher an die Brandherde rücken, weil das Gelände es nicht zulässt«, teilte der Landkreis mit. »Die Sicherheit unserer Feuerwehrleute geht vor.« Insgesamt sind derzeit laut Feuerwehr 250 Einsatzkräfte am Ort des Brandes.
Es gebe inzwischen in Richtung Lauterbach eine »statische Flanke«, an der sich das Feuer nicht mehr weiterbewege. Richtung Tennenbronn und Richtung Schramberg hingegen seien die Ränder dynamisch.
Das Feuer hatte sich in der Nacht deutlich ausgebreitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers brennen inzwischen rund zehn bis zwölf Hektar Waldfläche, das ist etwa so viel wie 14 Fußballfelder. Am Sonntagabend hatten zunächst noch etwa zwei Hektar in Flammen gestanden.
Zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten mit ihren Gülle- und Wasserfässern. »Um die Wasserversorgung in Schramberg-Stadt auch weiterhin sicherzustellen, kann nur begrenzt Wasser aus dem Trinkwassernetz gezogen werden«, teilte der Landkreis mit. Wasser komme auch aus einem Löschteich und aus dem Freibad im Stadtteil Tennenbronn. Die Bevölkerung soll im Bereich Schramberg-Tal, Sulgen, Tennenbronn und Lauterbach vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten und Klima- sowie Lüftungsanlagen vorerst abschalten.
Bei dem Waldbrand im Hohen Venn in Belgien direkt an der Grenze zu Deutschland beteiligt sich die Bundeswehr an der Bekämpfung. Dazu würden zwei Hubschrauber vom Typ NH-90 bereitgestellt, die Löschwasserbehälter trügen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit. »Der Einsatz beginnt noch heute und ist zunächst für sieben Tage vorgesehen«, hieß es. Die Transporthubschrauber sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden.
Das Feuer in dem Naturschutzgebiet rückt derzeit nicht mehr weiter auf die deutsche Grenze zu. Leichter Regen, kein Wind und hohe Luftfeuchtigkeit spielten den Einsatzkräften in die Hände. »Das ist gut für uns«, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Einsatzleitstelle in Kalterherberg, einem Stadtteil von Monschau. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr evakuiert worden. Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können. Es handelt sich mit rund 3000 Hektar Fläche um den größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens.
Im Westerwald in Rheinland-Pfalz hat die Feuerwehr das Übergreifen eines Waldbrands auf Gebhardshain verhindert. Die Flammen fraßen sich am Sonntagabend bis auf etwa 20 Meter an erste Gebäude des Ortes heran, bis die Entwarnung kam. Die Lage war zwischenzeitlich so brenzlig, dass eine Straße mit 20 Haushalten rasch evakuiert werden musste.
Gegen 19 Uhr dann die Entwarnung: »Ein Übergreifen der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern«, teilte der Kreis Altenkirchen auf Instagram mit. Die Lage sei insofern unter Kontrolle, »dass das Feuer in die gewünschte Richtung gelenkt wird, das Waldgebiet wird aufgegeben«. Die Anwohnerinnen und Anwohner durften wieder zurück in ihre Häuser. Der Einsatz soll aber noch bis weit in den Montag hinein andauern.
Der Wald- und Flächenbrand im unterfränkischen Waldaschaff (Landkreis Aschaffenburg) ist unter Kontrolle. Am späten Sonntagabend meldete die Feuerwehr, dass der Einsatz zurückgefahren werde, da alle festgestellten Brandstellen und Glutnester abgelöscht seien. Das Gebiet werde aber weiterhin kontrolliert.
Seit Samstagnachmittag seien rund 1000 Einsatzkräfte beteiligt gewesen, hieß es. »Insbesondere die Kombination aus großer Hitze, Trockenheit, Wind, schwierigem Gelände und teilweise tief im Waldboden liegenden Brandnestern stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.« Teilweise habe man Brandnester, die tief im Boden lägen, mit Baggern freilegen müssen. Auch Hubschrauber waren im Einsatz.
Durch den »massiven Einsatz« sei es gelungen, zu verhindern, dass die Flammen auf eine angrenzende Wohnbebauung und einen unmittelbar gefährdeten Waldkindergarten übergriffen, hieß es von der Feuerwehr. Im Verlauf des Einsatzes wurden insgesamt sieben Feuerwehrleute leicht verletzt, zudem wurde auch eine verletzte Passantin versorgt.
Einsatzkräfte verletztDer Waldbrand bei Illingen im saarländischen Landkreis Neunkirchen ist ebenfalls unter Kontrolle. »Aktuell laufen weiterhin umfangreiche Nachlöscharbeiten im gesamten Einsatzgebiet«, sagte der Pressesprecher der Feuerwehren Landkreis Neunkirchen, Andreas Kuhn.
Am Morgen waren noch rund 380 Einsatzkräfte vor Ort – unter anderem von Feuerwehr, Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW). Laut den jüngsten Angaben waren zwischen den Ortsteilen Wustweiler, Hirzweiler und Hüttigweiler inzwischen rund 18 Hektar Wald und Wiesen betroffen. Während des Einsatzes waren neun Einsatzkräfte verletzt worden, drei von ihnen mussten vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.
Auch der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald in der Eifel ist mittlerweile nach einem tagelangen Großeinsatz unter Kontrolle.
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