PolitikDonald Trump hielt stolz einen Zeitungsartikel in die Kamera, der den stärksten Rückgang der Medikamentenpreise seit über 60 Jahren feiert - und übersah offenbar, dass derselbe Bericht...
Es sollte ein triumphaler Moment werden – und entpuppte sich als kommunikatives Eigentor. Das Weiße Haus teilte stolz ein Foto von US-Präsident Donald Trump, der zuletzt ein Haar-Geheimnis lüftete, in den sozialen Medien, auf dem er einen ausgedruckten Bericht der "Washington Post" in die Kamera hält. Doch das vermeintliche Lob entpuppte sich als Bumerang.
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Donald Trump schwenkt begeistert vermeintliches LobDie Schlagzeile lautete: "Verschreibungspflichtige Medikamente verzeichneten den stärksten Preisrückgang seit über 60 Jahren". Dazu kam der selbstbewusste Kommentar: "POV: Du lieferst die Belege." Trump hatte den Ausdruck vor Journalisten geschwenkt und gefragt:
Das Problem dabei: Wer den zitierten Artikel tatsächlich liest, stößt schon nach wenigen Absätzen auf eine für das Weiße Haus äußerst unbequeme Erklärung für den Preisrückgang - und die trägt den Namen seines Vorgängers Joe Biden.
Donald Trump prahlt ausgerechnet mit Bidens ErfolgDenn im selben "Washington Post"-Bericht kommen Fachleute zu Wort, die eine ganz andere Ursache für den historischen Preisverfall sehen: den Inflation Reduction Act, den Joe Biden 2022 unterzeichnete. Dieses Gesetz gab dem staatlichen Krankenversicherungsprogramm Medicare erstmals in seiner Geschichte die Möglichkeit, Preise für bestimmte besonders kostspielige Medikamente ohne generische Alternativen direkt mit den Herstellern auszuhandeln.
Die ersten zehn auf diesem Weg ausgehandelten Preise traten 2026 in Kraft - und senkten die Kosten um mindestens 38 Prozent gegenüber den Listenpreisen von 2023. Für Medicare-Versicherte bedeutet das geschätzte Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Dollar jährlich bei den Eigenkosten. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens fällt zwar in Trumps Amtszeit - die politische Vorarbeit leistete jedoch sein Vorgänger.
Weißes Haus jubelt: "Alles dank Präsident Trump"Dass der Bericht die Verdienste eher bei Biden verortet, hinderte Trumps Kommunikationsteam nicht daran, ihn als Beweisstück für die eigene Politik zu vermarkten. Steven Cheung, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, postete einen Screenshot des "Washington Post"-Artikels auf X und kommentierte:
Dass weder Trump selbst noch sein Kommunikationsteam den Bericht offenbar über die Überschrift hinaus gelesen haben - oder die unbequemen Details bewusst ausblendeten -, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Öffentlichkeitsarbeit dieser Regierung.
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rut/news.de/stg