Schlechtes Timing, Instinktlosigkeiten, schlichte Naivität – ausgerechnet die Sommerferien sind für Parteispitzen voller riskanter Karrierefallen. Das gilt auch für Friedrich Merz, der sich bislang der Rentendebatte entzieht.
Schlechtes Timing, Instinktlosigkeiten, schlichte Naivität – ausgerechnet die Sommerferien sind für Parteispitzen voller riskanter Karrierefallen. Das gilt auch für Friedrich Merz, der sich bislang der Rentendebatte entzieht.
Das politische Berlin liegt in Sommerpausen-Agonie schläfrig darnieder. Sie könnten jetzt sagen: „Also alles wie immer, nur in heiß.“ Aber Urlaube sind für Spitzenpolitiker inzwischen deutlich riskanter als das proaktive Stuhlkreis-Gesitze, das man ihnen bisweilen in ihrem eigentlichen Amt unterstellt. Fragen Sie gern mal den spanischen Regierungschef!
Er heißt Pedro Sánchez und hat zurzeit eigentlich jede Menge fremdbestimmter Krisen zu bewältigen: von Waldbränden bis zum Migrationschaos in seiner nordafrikanischen Exklave Ceuta. Was machte der alerte Sozialistenführer: Am Samstag flog er trotz allen Elends im Privatjet mit Familie für dreiwöchige Ferien in seine staatliche Sommerresidenz „La Mareta“ auf Lanzarote.
Das muss man sich erst mal trauen. Während im Mittelmeer noch tote Migranten geborgen wurden, präsentierte er auf Instagram obendrein fröhlich im lockeren Freizeit-Look seine Lieblings-Sommerhits. So instinktsicher wie jemand, der sich im Haifischbecken selbst ins Bein beißt.
Seither brennt nicht nur der Wald, sondern die Hütte. Es geht dabei übrigens nie um den Urlaub an sich, sondern meist um falsches Timing, womit wir bei Friedrich Merz sind. Wo? Ist? Der? Kanzler? Radfahren im heimischen Sauerland? Elektroboot fahren auf dem Tegernsee?
Sein Sprecher macht daraus ein Staatsgeheimnis, als ginge es um nukleare Abschusscodes. Dabei brennt auch hier allerlei, etwa die Rentenfrage. Wie lange will Merz den Hinterbänklern der Koalition noch beim Zerdeppern seines liebevoll geschnürten Reformpakets zuschauen? Ein Machtwort dazu könnte er auch aus Meschede oder Arnsberg schicken.
Erreichbarkeit ist in den Ferien Pflicht. Das hatten schon seine Vorgänger Helmut Kohl und Angela Merkel verstanden. Der eine weilte jahrzehntelang mit seiner Hannelore in St. Gilgen am Wolfgangsee. Die andere wanderte in Multifunktionskleidung durch wechselnde Bergpanoramen. Die Paparazzi-Fotos transpirierten zwar den Glamour nasser Wollsocken, halten für den Politnachwuchs aber bis heute eine wichtige Lehre parat:
Wer in der deutschen Politik was werden will, hat auch im Urlaub bescheiden aufzutreten. Bildungsministerin Karin Prien etwa buchte diesen Sommer in Frankreich. SPD-Chefin Bärbel Bas bleibt in ihrer Duisburger Heimat. Ihren Parteifreund, Umweltminister Carsten Schneider, zieht es – was könnte noch volksnäher sein? – nach Mallorca, das einem anderen Genossen indes schon zum Verhängnis wurde.
Als Verteidigungsminister ließ sich Rudolf Scharping 2001 im Pool mit seiner damaligen Flamme fotografieren, einer richtigen Gräfin. Das alles hätte Deutschland verziehen, wenn sich Bundeswehrsoldaten nicht zur gleichen Zeit auf einen heiklen Nato-Einsatz in Mazedonien hätten vorbereiten müssen. So begann mit dem frivolen Geplansche Scharpings Abstieg, bis er später wegen weiterer Affärchen auch im Kabinett unterging.
Oder erinnern Sie sich an Anne Spiegel? Als Mainzer Umweltministerin verabschiedete sich die Grünen-Politikerin 2021 kurz nach der verheerenden Ahrflut für vier Wochen mit ihrer Familie nach Frankreich. Viel schlimmer war, dass sie später fälschlicherweise behauptete, sich aus dem Urlaub zu Kabinettssitzungen zugeschaltet zu haben.
Bei Unaufrichtigkeiten oder gar Lügen wie zuletzt bei Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner verstehen wir Wähler keinen Spaß. Im April 2022, inzwischen war sie in der Ampel-Koalition zur Bundesfamilienministerin aufgestiegen, musste auch Frau Spiegel zurücktreten.
Insofern kann man dem Kanzler nur raten: Obacht, man kann sogar in Sommerlöchern untergehen!
Die Fakten am MorgenDas FOCUS Briefing von Tanit Koch und Thomas Tuma. Kompakt die wichtigsten Informationen aus Politik, Wirtschaft und Wissen ab jetzt werktags immer um 6 Uhr in Ihrem Postfach.
„Ihm fehlt Gespür für Situationen, Spannungen und Kommunikation”
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Biograf: Sein Kanzler-Traum bringt Friedrich Merz jetzt an die Grenzen | 0 | 8.36 | 07-08-2026 |
| 2 | Forsa-Chef Güllner seziert 7 Umfrage-Klatschen für Merz | 0 | 18.95 | 14-08-2026 |
| 3 | Friedrich Merz: Kanzler, sprechen Sie endlich ein Renten-Machtwort! | 0 | 8.87 | 04-08-2026 |
| 4 | Jetzt kommt der Merz-Frust auch in der CDU-Basis an | 0 | 13.13 | 06-08-2026 |
| 5 | Токсичность и непопулярность: почему соратники Мерца задумались о его возможной отставке | 0 | 9.7 | 07-08-2026 |
| 6 | Politico: Мерц столкнулся с кризисом из-за скандала внутри партии | 0 | 9.22 | 29-07-2026 |
| 7 | В ХДС допустили отставку канцлера Мерца к концу года | 0 | 11.23 | 03-08-2026 |
| 8 | Spahn-Erleichterung – dann ist Schluss mit Merz' Sommerlaune | 0 | 10.73 | 19-07-2026 |
| 9 | Bas ist plötzlich zahm: Die Renten-Gefahr für Merz lauert in der Union | 0 | 14.65 | 04-08-2026 |
| 10 | Politico: соратники Мерца все активнее обсуждают его возможную отставку осенью | 0 | 9.11 | 07-08-2026 |