Taiwan baut seine Küstenwache für einen möglichen Konflikt mit China um. Zwölf Schiffe können im Ernstfall mit bis zu 192 Schiffsabwehrraketen bewaffnet werden.
Taiwan baut seine Küstenwache für einen möglichen Konflikt mit China um. Zwölf Schiffe können im Ernstfall mit bis zu 192 Schiffsabwehrraketen bewaffnet werden.
Taiwan bereitet seine Küstenwache auf einen möglichen Angriff Chinas vor. Während des laufenden Militärmanövers Han Kuang führte eines der neuen Anping-Schiffe eine Übung an der Südwestküste der Insel an. Beteiligt waren auch Raketenboote, Spezialkräfte und Drohnen.
Präsident Lai Ching-te beobachtete die Übung vom Hafen Tsoying aus, Taiwans größtem Marinestützpunkt. Das Küstenwachschiff Bali blieb zunächst im Hafen und lief später aus. Nach Angaben des US-Portals „Business Insider“ simulierte das Manöver einen amphibischen Angriff chinesischer Truppen.
Die Anping-Klasse ist im Alltag vor allem für Patrouillen, Rettungseinsätze und die Kontrolle der Seewege vorgesehen. Im Ernstfall kann Taiwan die Schiffe jedoch innerhalb weniger Stunden mit Raketenstartern ausrüsten. Dadurch erhält Taiwan neben seiner regulären Marine eine zusätzliche maritime Kampfflotte.
Die rund 750 Tonnen schweren Schiffe beruhen technisch auf Taiwans Tuo-Chiang-Korvetten. Ihr Katamaran-Rumpf soll auch bei rauer See eine hohe Geschwindigkeit und gute Stabilität ermöglichen. Nach Angaben von „Business Insider“ kann jedes Anping-Schiff im Ernstfall bis zu 16 Hsiung-Feng-Schiffsabwehrraketen tragen. Dabei handelt es sich um taiwanische Eigenentwicklungen.
Sind alle 12 Schiffe vollständig bewaffnet, könnten sie gemeinsam bis zu 192 Raketen einsetzen. Die taiwanische Zeitung „Liberty Times“ berichtet zudem, dass weitere 96 Raketen als Reserve eingelagert werden. Damit würde das Arsenal für die Küstenwachflotte insgesamt 288 Raketen umfassen.
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In Friedenszeiten verzichten die Schiffe auf eine vollständige militärische Ausrüstung. Sie verfügen stattdessen unter anderem über Wasserwerfer und das Raketensystem Zhenhai. Im Kriegsfall würden die Schiffe Zielkoordinaten von der Marine und anderen Einheiten erhalten. Teure militärische Radarsysteme sind laut „Liberty Times“ nicht fest installiert. Stattdessen soll sie im Einsatz auf Informationen aus dem gemeinsamen militärischen Netzwerk zurückgreifen.
Taiwan reagiert damit auf Chinas zunehmende Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges. Dazu zählen das Abfangen taiwanischer Boote und wiederholte Bewegungen chinesischer Schiffe in taiwanischen Hoheitsgewässern.
Auch China verfügt über eine große Küstenwache. Nach Angaben von „Business Insider“ umfasst sie mehr als 250 Schiffe mit einer Verdrängung von jeweils über 500 Tonnen. Internationale Beobachter halten es für möglich, dass diese Schiffe im Konfliktfall die chinesische Marine unterstützen könnten.
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