Mehrere Seeleute sollen versucht haben, von Bord der USS Abraham Lincoln zu springen. Familien berichten von Erschöpfung und wachsender Sorge.
Mehrere Seeleute sollen versucht haben, von Bord der USS Abraham Lincoln zu springen. Familien berichten von Erschöpfung und wachsender Sorge.
Die Lage an Bord des US-Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln sorgt für wachsende Unruhe. Laut dem Fachmagazin „Navy Times“ haben mehrere Seeleute während der monatelangen Mission versucht, von dem Flugzeugträger zu springen.
Rund 5000 Soldaten befinden sich seit November an Bord. Die ursprünglich für Mai geplante Rückkehr wurde mehrfach verschoben, ein fester Termin für die Heimkehr nach San Diego steht bislang nicht fest
Laut dem Bericht versuchte der Ehemann von Annabelle Loma, von dem Träger zu springen. Er befindet sich inzwischen unter medizinischer Beobachtung und fürchtet nach Angaben seiner Frau, wegen des Vorfalls aus der Navy entlassen zu werden.
In einem weiteren Fall verhinderte ein Besatzungsmitglied, dass ein Kamerad über die Reling sprang. Seine Frau Maria Rodriguez berichtete der „Navy Times“, ihr Mann habe den Soldaten noch rechtzeitig gepackt und zurück an Deck gezogen.
Die US-Navy weist einen Anstieg von Suizidversuchen an Bord zurück. Gegenüber „Newsweek“ erklärte ein Sprecher, nach den der Führung vorliegenden Informationen sei keine Zunahme von Suizidgedanken oder Suizidversuchen festgestellt worden.
Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns in diesem Fall entschieden, über das Thema Suizid zu berichten. Sollten Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Hilfe finden Sie bei kostenlosen Hotlines wie 0800-1110111 oder 0800 3344533.
Die Familien beklagen laut dem „Guardian“ nicht nur die psychische Belastung, sondern auch lange Arbeitszeiten und Probleme bei der Versorgung. Der Träger soll über lange Zeit nur selten Landgang gehabt haben.
Besonders belastend ist die Ungewissheit über das Ende des Einsatzes. Angehörige berichten von Schwierigkeiten bei der Kommunikation und davon, dass sie nicht wissen, ob wichtige Familienereignisse wie Geburtstage, Schulabschlüsse oder Weihnachten gemeinsam gefeiert werden können.
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Bei einem Treffen in San Diego sprachen mehr als 200 Angehörige mit dem kommissarischen Marineminister Hung Cao über die Situation. Laut der britischen Zeitung ging es dabei vor allem um Erschöpfung, psychische Gesundheit und die Sicherheit der Besatzung.
Die Navy verweist auf Seelsorger, medizinisches Personal und psychologische Betreuer an Bord. Zudem soll der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt die Abraham Lincoln ablösen. Einen Zeitpunkt für die Rückkehr nannte die Navy aus Gründen der Einsatzsicherheit bisher nicht.