In Russlands neuer S-71M steckt offenbar Nvidia-Technik. Die Rakete könnte ihr Ziel im Endanflug selbst erkennen und ansteuern.
In Russlands neuer S-71M steckt offenbar Nvidia-Technik. Die Rakete könnte ihr Ziel im Endanflug selbst erkennen und ansteuern.
Russland soll seine neue Tarnkappenrakete S-71M mit westlicher KI-Technik aufgerüstet haben. In geborgenen Teilen der Waffe fand der ukrainische Militärgeheimdienst nach Angaben des Portals „War&Sanctions“ ein Rechenmodul vom Typ Jetson Orin des US-Konzerns Nvidia. Der Hochleistungsrechner ist für maschinelles Sehen und autonome Steuerung ausgelegt.
Die S-71M wird von Russlands Tarnkappenjäger Su-57 getragen. Sie soll seit Anfang 2026 in geringen Stückzahlen im Einsatz sein. Nach Angaben von „United24 Media“ trägt die Rakete einen 250-Kilo-Sprengkopf, fliegt mit etwa 500 bis 600 Stundenkilometern und hat eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern.
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR arbeitet das Nvidia-Modul mit einer Bordkamera zusammen. Im letzten Teil des Flugs soll das System Bilder auswerten, das Ziel erkennen und die Rakete dorthin lenken.
Wenn die Rakete ihr Ziel im Endanflug selbst findet könnte laut der finnischen Technik und Wirtschaftsplattform „Teknikka & Talous“ die Waffe unabhängiger agieren und widerstandsfähiger gegen Störungen werden.
Nach Herstellerangaben schafft das Jetson-Orin-Modul im besten Fall bis zu 275 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Diese Leistung ist eigentlich für anspruchsvolle Aufgaben wie maschinelles Sehen, Robotik und autonome Systeme gedacht.
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Die S-71M besitzt einen Tarnkappenrumpf und soll dadurch auf dem Radar nur sehr schwer zu entdecken sein. „United24 Media“ nennt eine extrem kleine Radarquerschnittsfläche von 0,007 Quadratmetern bei einem bestimmten Anstrahlwinkel.
In anderen russischen Systemen wurden bereits ähnliche technische Lösungen gefunden. Dazu zählen nach ukrainischen Angaben das V2U-System und die Angriffsdrohne Shahed-236. Auch bei der Drohne Molnija wurden demnach ein Rechner und eine Kamera entdeckt, aber keine Antenne für die Datenübertragung. Das deutet darauf hin, dass auch sie ihr Ziel eigenständig finden sollte.
Nach ukrainischen Angaben wurden bis August 2026 tausende Bauteile aus dem Ausland in russischen Waffensystemen nachgewiesen. Trotz Sanktionen gelangt solche Elektronik also offenbar weiter in militärische Projekte.