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Teure Motorhauben-Falle kann Sie den TÜV kosten

Дата публикации: 13-05-2026 12:32:00

Ein einziger Blick unter die Motorhaube kann vor dem TÜV viel Geld sparen. Denn die Dämpfungszylinder haben bei modernen Autos ein Ablaufdatum.

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Schlechte Bremsen, abgefahrene Reifen: Es gibt viele Gründe, durch den TÜV zu fallen. Was viele nicht wissen: Ein einziger Blick unter die Motorhaube kann vor dem TÜV viel Geld sparen. Damit nicht, wie in diesem Fall, unnötig zweimal TÜV fällig wird.

Eine ältere Dame bringt Ihren 1er BMW zum TÜV in eine ATU-Filiale. Das Auto wurde zuletzt wenig gefahren, ist aber mit fünf Jahren und rund 70.000 Kilometern in gutem Zustand. Nur die Batterie ist schwach, daher wird in der ATU-Filiale gleich ein Austausch vereinbart, zudem der übliche Räderwechsel. 

Als die Werkstatt anruft „Sie können den Wagen jetzt abholen”, ahnt die Autobesitzerin denn auch nichts Böses. Und fällt aus allen Wolken, als der ATU-Mitarbeiter ihr die Rechnung auf den Tisch knallt: Fast 600 Euro, ergänzt um den lapidaren Satz: "Ach ja, das Auto bekommt übrigens keinen TÜV". So hat es unser Autor bei einer ATU-Werkstatt jetzt selbst miterlebt.

Zweimal TÜV, weil Zylinder der Motorhaube abläuft

Doch nicht etwa defekte Bremsen, eine nicht bestandene Abgasprüfung oder sonst irgendein Verkehrssicherheits-Mangel waren das Problem, sondern ein simpler Aufkleber. Auf den Dämpfungszylindern der Motorhaube steht ein Ablaufdatum, nämlich Januar 2026. 

Der Grund: Der BMW und viele andere moderne PKW haben eine sogenannte aktive Motorhaube. Erkennen die Sensoren an der Fahrzeugfront eine Kollision mit einem Fußgänger, aktiviert ein elektronisches Steuersystem einen Mechanismus, der die Motorhaube um 5 bis 8 Zentimeter anhebt und den Abstand zwischen der Oberseite des Blechs und den harten Komponenten im Motorraum erhöht. Bei Bedarf entsteht so eine Art Knautschzone.

TÜV

Teure Falle beim TÜV: Bei Autos mit aktiver Motorhaube können die Hauben-Zylinder ein Ablaufdatum haben. Wenn das überschritten ist, wird die Plakette verweigert Viehmann
Fehlender Blick unter die Haube wird teuer

Beim BMW erfordert dieses System sogenannte aktive Dämpfer, und für die gewährt der Hersteller nur eine begrenzte Haltbarkeit. Ergebnis: Obwohl der BMW ansonsten technisch ok ist und auch die Zylinder augenscheinlich völlig intakt, gilt das Ganze wegen des überschrittenen Datums als „erheblicher Mangel”. Die TÜV-Plakette wird verweigert. Stattdessen wartet auf die BMW-Besitzerin nun ein zweiter Werkstatt-Termin, der sie noch einmal zwischen 400 und 500 Euro kostet: aktive Dämpfer tauschen (120 Euro pro Stück plus Einbau) und die erneute TÜV-Prüfung.

„Dann suchen Sie sich halt eine andere Werkstatt”

Auf die Frage, ob man denn als Werkstatt, bei der die Dame seit Jahren Kunden ist, nicht mal eben zehn Sekunden vor dem TÜV unter die Haube schauen könne, damit wenigstens die TÜV-Prüfung bis nach dem Dämpfer-Tausch verschoben werden kann, hat der ATU-Mann nur die Antwort: Man könne sich ja nicht jedes Auto vorher anschauen und wenn einem das nicht passe, solle man halt die Werkstatt wechseln. 

Was einen an der Erfahrung der ATU-Leute dann doch zweifeln lässt: Ein kurzer Blick in Internet-Foren wie „Motor-Talk” zeigt, dass das Problem seit mehreren Jahren bekannt ist, eine sorgfältige Werkstatt also im Interesse ihrer Kunden die zehn Sekunden für einen Blick unter die Haube durchaus investieren könnte.

TÜV vorbereiten spart Zeit und Geld

Sowohl für den TÜV als auch Werkstätten sind solche Fallstricke bei der Hauptuntersuchung (HU) freilich ein lukratives Geschäft. Autobesitzerinnen und -besitzer können daran nichts ändern, sollten aber zumindest vor jedem TÜV einige Dinge selbst checken, damit solche vermeidbaren Kostenfallen durch doppelte TÜV-Prüfungen nicht auftreten. 

Zudem sollte man sich bei Ersatzteilen, in diesem Fall den aktiven Haubendämpfern, genau informieren. Dann kann man unter Umständen günstigere Ersatzteile im Netz kaufen und der Werkstatt zum Einbau gleich mitbringen, sofern die Teile für das Fahrzeug zugelassen sind.

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