Der Mini Aceman SE ist das erste reine Elektromodell der Marke. Mit 218 PS, 405 km Reichweite und rundem OLED-Display macht er vieles anders – und das meiste richtig.
Der Mini Aceman SE ist das erste reine Elektromodell der Marke. Mit 218 PS, 405 km Reichweite und rundem OLED-Display macht er vieles anders – und das meiste richtig.
Wer heute einen Mini kaufen will, hat die Qual der Wahl: Cooper, Countryman, John Cooper Works. Verbrenner, Hybrid, Elektro. Aber den Aceman gibt es nur elektrisch. Keine Ausweichmöglichkeit, keine Kompromissversion. Mini zieht hier eine klare Linie.
Der Aceman SE ist das stärkere der beiden Basismodelle. 160 kW, das sind 218 PS, und 330 Nm Drehmoment aus einem Elektromotor an der Vorderachse. Der Grundpreis liegt bei 33.200 Euro. Unser Testwagen – ein Aceman SE CHN in Chili Red II mit JCW Trim, Paket XL und einer langen Liste an Sonderausstattungen – schlägt mit 44.980 Euro zu Buche. Das zeigt, wo die Reise hingeht, wenn man anfängt zu konfigurieren.
Gebaut wird der Aceman nicht in Oxford, sondern im chinesischen Zhangjiagang, wo BMW mit Great Wall Motors kooperiert. Das ist für viele Käufer ein Punkt, der Fragen aufwirft. Technisch spricht wenig dagegen.
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Der Aceman misst 4,08 Meter von vorne nach hinten. Er ist damit deutlich kürzer als der Countryman (4,45 m) und merklich länger als der dreitürige Cooper (3,86 m). Fünf Türen, fünf Sitzplätze, 300 bis 1005 Liter Kofferraum. Das klingt nach einem vernünftigen Erwachsenenauto, sieht aber aus wie ein Mini.
Die Karosserie trägt die neue Designsprache der Marke. Die Scheinwerfer sind nicht mehr rund, sondern kantig. Die Radkästen sind eckig und von viel unlackiertem Kunststoff gerahmt – das schützt vor Parkremplern und erklärt die Crossover-Zugehörigkeit auf einen Blick. Die Rückleuchten sind ein kleiner Gag: Drei Leuchtgrafiken lassen sich im Menü einstellen – klassisch, Union Jack oder Pfeilmuster. Wer morgens die Laune wechselt, kann auch das Heck des Autos entsprechend ummodeln.
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Innen hat MIni radikal aufgeräumt. Kein Tacho hinter dem Lenkrad, keine konventionellen Schalter auf dem Armaturenbrett. Stattdessen dominiert ein kreisrundes OLED-Display mit 24 Zentimetern Durchmesser die Mitte des Cockpits. Darunter sitzt eine Kippschalterleiste für die wichtigsten Direktfunktionen. Das Ergebnis ist ein Innenraum, der gleichzeitig puristisch und verspielt wirkt. Unser Testwagen trägt den JCW Trim mit der Vescin-Strick-Kombination in Schwarz.
Die Platzverhältnisse fallen für ein 4,08-Meter-Fahrzeug anständig aus. Vorne sitzt man gut, hinten sind Knie- und Kopffreiheit für zwei Erwachsene ausreichend – nicht üppig, aber okay. Das serienmäßige Panorama-Glasdach unseres Testwagens öffnet den Raum wahrnehmbar. Der Kofferraum streckt sich bei umgeklappter Rücksitzlehne auf 1005 Liter – das genügt für einen Familienausflug.
Das OLED-Display ist das Herzstück des Aceman. Die Auflösung ist scharf, die Reaktionszeiten sind schnell, und die Menüführung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase durchaus intuitiv. Navigation, Medien, Telefon und Klimasteuerung sind im unteren Displaybereich jederzeit direkt erreichbar. Oben zeigt das Display permanent Geschwindigkeit und Ladezustand. Wer eine Hand am Lenkrad möchte, nutzt den Sprachassistenten "Hey MIni" – er versteht Anweisungen in natürlicher Sprache und löst viele Menüwege auf.
Das fehlende Tacho hinter dem Lenkrad ist Gewöhnungssache. Unser Testwagen hat das optionale Mini-Head-Up-Display an Bord – es projiziert auf eine ausfahrende Scheibe, nicht in die Windschutzscheibe.
Ebenfalls dabei: das Mini Navigation AR, die Ablage für Wireless Charging, DAB-Tuner, Personal eSIM und das Harman Kardon Surround Sound System. Dazu kommen die Mini Experience Modes, die per Projektion Leuchtgrafiken auf das Armaturenbrett werfen und die Ambientebeleuchtung im Rhythmus des gewählten Modus verändern.
Mit dem Mini Operating System 9 lassen sich Fahrprofile, Sitzpositionen und Klimapräferenzen persönlich speichern. Der Digital Key Plus macht das Smartphone zum Schlüssel.
Der Aceman SE schöpft 160 kW (218 PS) und 330 Nm aus einem Permanentmagnet-Synchronmotor an der Vorderachse. Der Antrieb ist einachsig – einen Allradantrieb gibt es beim Aceman nicht. Das merkt man bei kräftigem Herausbeschleunigen auf nasser Fahrbahn: Die Reifen suchen kurz nach Grip, bevor sie ihn finden. Im normalen Stadtbetrieb und auf trockener Straße spielt das keine Rolle.
Von null auf 100 km/h vergehen laut Mini 7,1 Sekunden. Das ist solide, aber kein Sportwagen-Wert. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 170 km/h begrenzt. Wer regelmäßig auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, bemerkt diese Grenze. Für Pendler und Stadtbewohner ist sie irrelevant.
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Die Bruttobatteriekapazität beträgt 54,2 kWh, netto stehen 49,2 kWh zur Verfügung. Mini gibt den WLTP-Verbrauch mit 14,0 bis 14,8 kWh pro 100 Kilometer an, die Reichweite mit 385 bis 405 Kilometern. In der Praxis kamen wir eher auf Werte von mehr als 17 kWh, was die Reichweite auf etwas 330 km begrenzt. Auf der Autobahn mit Tempo 130 sind rund 300 Kilometer realistisch, im Stadtverkehr deutlich mehr. Das genügt für den Alltag.
Geladen wird mit bis zu 11 kW Wechselstrom und bis zu 95 kW Gleichstrom. Von 10 auf 80 Prozent soll das Schnellladen rund 31 Minuten dauern. Konjunktiv, weil es beim Test in der Praxis nicht so schnell ging wie versprochen.
Die Wärmepumpe gehört serienmäßig zum Lieferumfang – das schützt die Reichweite im Winter.
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Mini hat den Aceman straff abgestimmt. Das ist Absicht: Das Go-Kart-Gefühl, für das die Marke steht, lebt von direkter Lenkung und wenig Karosseriebewegung. Die Lenkung ist präzise und angenehm gewichtet. In Kurven bleibt der Aceman neutral und spurstabil, der tief im Boden sitzende Akku sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt.
Auf schlechten Straßen kommt die straffe Abstimmung allerdings ans Licht. Kopfsteinpflaster und tiefe Asphaltschäden gibt das Fahrwerk ungefiltert an die Insassen weiter. Wer weichen Komfort erwartet, sucht ihn hier vergebens. Die 19-Zoll-Felgen unseres Testwagens verstärken diesen Effekt.
Das Bremsverhalten ist gut, die Rekuperation lässt sich über das Fahrprogramm einstellen. Im Green-Modus verstärkt sich die Bremswirkung beim Lupfen des Pedals merklich, was Einpedalfahren in der Stadt möglich macht. Drei Fahrmodi – Core, Green, Go-Kart – ergänzen die Abstimmung. Dazu kommen der serienmäßige Driving Assistant und der Driving Assistant Plus sowie der Parking Assistant Plus aus dem Ausstattungspaket unseres Testwagens.
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Der Einstieg in den Aceman SE beginnt bei 33.200 Euro zuzüglich 950 Euro Bereitstellungspauschale. Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl: Essential Trim, Classic Trim, Favoured Trim und JCW Trim. Der Essential Trim bringt OLED-Display, Klimaautomatik, Spurhalteassistent und Parkassistent serienmäßig mit.
Unser Testwagen zeigt, wohin die Reise geht: JCW Trim (3650 Euro Aufpreis), Paket XL (6930 Euro), Sport Stripes in Schwarz (150 Euro) und die 19-Zoll-Felgen in Zwei-Ton-Ausführung (400 Euro) summieren sich auf 11.130 Euro an Sonderausstattung. Zusammen mit der Lackierung Chili Red II (650 Euro) und dem Grundpreis landet der Testwagen bei einem Bruttolistenpreis von 44.980 Euro.
Im JCW Trim stecken unter anderem JCW Sportsitze, JCW Sportlenkrad, JCW Sportbremse, Komfortzugang, elektrisch verstellbare Sitze mit Memory, Sitzheizung vorn, Panorama-Glasdach, Innenspiegel automatisch abblendend, Innenraumkamera und MIni Experience Modes. Dazu kommen aus dem Paket XL Head-Up Display, Harman Kardon Soundsystem, Navigation AR, Wireless Charging, Active Guard und weiteres. Das ist für dieses Fahrzeugsegment ein üppiges Angebot.
Die Wärmepumpe gehört in jedem Aceman zur Serienausstattung – das ist keine Selbstverständlichkeit in dieser Klasse. Euro NCAP vergab 2024 fünf Sterne.
Der Mini Aceman SE ist der beste Beweis dafür, dass Mini die elektrische Zukunft nicht auf dem Reißbrett entworfen, sondern ernst genommen hat. Das Auto passt: vom Format über das Cockpit bis hin zum Fahrgefühl. Es ist kein Kompromiss, es ist ein Standpunkt.
Das runde OLED-Display braucht etwas Eingewöhnung, überzeugt dann aber mit Logik und Geschwindigkeit. Die straffe Fahrwerksabstimmung ist Geschmackssache, gefällt aber Mini-Fans. Der fehlende Allradantrieb und die auf 170 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit sind auf der Autobahn spürbar. Das straft das Gesamtkonzept aber nicht ab – der Aceman ist ein Stadtauto mit Landstraßenqualitäten und gelegentlicher Autobahnbefähigung.
Wer den Aceman E mit kleinerer Batterie kauft, spart beim Anschaffungspreis. Wer regelmäßig weitere Strecken fährt, ist mit dem SE besser bedient. In beiden Fällen bekommt man ein Auto, das Mini ist – und sich dabei nicht verbiegt.
Plus- und Minuspunkte
Plus
Minus
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Karosserie: Fünftüriger Crossover-SUV, fünf Sitze
Länge / Breite / Höhe: 4079 mm / 1754 mm / 1514 mm
Radstand: 2605 mm
Kofferraumvolumen: 300 - 1005 Liter
Leergewicht: ab 1720 kg
Zuladung: ca. 525 kg
Antrieb: Elektromotor, Frontantrieb, 1-Gang
Leistung: 160 kW (218 PS)
Drehmoment: 330 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h (elektronisch begrenzt)
0-100 km/h: 7,1 Sekunden
Batterie brutto / netto: 54,2 kWh / 49,2 kWh
WLTP-Reichweite: 385 - 405 km
Verbrauch WLTP: 14,0 - 14,8 kWh / 100 km
Laden AC: 11 kW (dreiphasig)
Laden DC: max. 95 kW (CCS)
Laden 10-80% DC: ca. 31 Minuten
Wärmepumpe: serienmäßig
Euro NCAP: 5 Sterne (2024)
Felgen Testwagen: 19 Zoll (JCW Lap Spoke 2-tone)
Farbe Testwagen: Chili Red II (0C74), Lack 650 Euro
Polster Testwagen: Vescin-/Strick Kombination JCW Schwarz
Grundpreis Aceman SE: 34.450 Euro (Stand: Mai 2026)
Bruttolistenpreis Testwagen: 44.980 Euro (noch kalkuliert mit Grundpreis von 33.200 Euro)
Produktion: Zhangjiagang, China (BMW / Great Wall Motors)
Alle Angaben laut Hersteller (WLTP). Preise Stand Produktionsjahr 2024.
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