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Der neue Spectre zeigt, warum Rolls-Royce mit E-Autos hadert

Дата публикации: 02-06-2026 13:03:00

Rolls-Royce spendiert dem Spectre Series II mehr Reichweite, mehr Leistung und noch feinere Innenraumdetails. Doch der große technische Wurf bleibt aus.

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Der Spectre Series II bekommt mehr Reichweite, neue Luxusdetails und edle Bambusstoffe im Innenraum. Technisch bleibt das Elektro-Coupé aber überraschend vorsichtig.

Man muss tief in die Details eintauchen, um die zweite Generation erkennen zu können, denn optisch präsentiert sich der Rolls-Royce Spectre nach seiner Überarbeitung unverändert. Technische Feinheiten sind es, die den Unterschied zum Vorgänger machen. Ob das neue Elektrokunden ins Luxussegment holt?

Im Innenraum setzt Rolls-Royce stärker auf neue Materialien, edle Oberflächen und handwerkliche Details.

Im Innenraum setzt Rolls-Royce stärker auf neue Materialien, edle Oberflächen und handwerkliche Details. Rolls-Royce
Im Luxussegment bleibt der Verbrenner begehrt

Was für Rolls-Royce gilt, ist bei anderen Luxusmarken nicht anders. Lamborghini, Aston Martin, Ferrari, Bentley oder Maybach – sie alle tun sich schwer mit einem Elektroantrieb und der entsprechenden Nachfrage. Nicht, dass deren Kunden nicht das eine oder auch andere Elektromobil in der eigenen Großgarage parken würden, doch das vermeintliche Aushängeschild – egal ob Limousine, Crossover, Coupé oder Sportwagen – soll gerne weiter von einem Zwölfzylinder – bevorzugt ohne Hybridmodul - angetrieben werden. Da macht Rolls-Royce keinen Unterschied, denn auch bei den elitären Briten aus Goodwood tut sich das vermeintliche Aushängeschild Spectre, ein spektakuläres Coupé mit allem nur erdenklichen Luxus durch sein Batteriepaket im Unterboden betont schwer. Die Folge: Firmen-CEO Chris Brownridge verkündete vor einiger Zeit die Abkehr von den mittelfristigen Planungen, ab 2030 komplett auf Elektroantriebe umzusteigen. 

Der Rolls-Royce Spectre Series II tritt äußerlich nur dezent verändert auf.

Der Rolls-Royce Spectre Series II tritt äußerlich nur dezent verändert auf. Rolls-Royce

Der Grund ist einfach – die elitären Kunden eines Rolls-Royce machen keinen Unterschied zu anderen Luxusmarken und hier ist der Elektroantrieb bisher nur sehr eingeschränkt angekommen. Jetzt verabreicht Rolls-Royce seinem ersten Serienmodell mit Elektroantrieb, dem spektakulären Spectre, eine Überarbeitung. Doch diese fällt derart dezent aus, dass es kaum reichen wird, den Spectre Series II nunmehr auf die betont kurze Einkaufsliste der potenziellen Kunden zu spülen. Denn nicht allein optisch hat sich am eleganten Coupé nichts Grundlegendes getan, auch bei Technik gibt es nur minimale Verbesserungen. 

Der Spectre bleibt das erste vollelektrische Serienmodell von Rolls-Royce.

Der Spectre bleibt das erste vollelektrische Serienmodell von Rolls-Royce. Rolls-Royce
Die alte Ladetechnik bremst den Luxus-Anspruch

Der Grund liegt auf der Hand, denn der Rolls-Royce Spectre ist in Sachen Antrieb mit der elektrischen Luxuslimousine BMW i7 verwoben. Der bekommt aktuell ebenfalls eine Modellpflege, die technisch hinter vielen Erwartungen zurückblick. Nachdem nicht allein in der Premium- und Luxusklasse die schnelle 800-Volt-Ladetechnik längst in den neuen Modellen angekommen ist, bleibt der BMW i7 im Gegensatz zur asiatischen Konkurrenz oder auch einem Mercedes EQS bei der alten 400-Volt-Technik. Das kostet Ladegeschwindigkeit und ist ein Dämpfer für jeden Hightech-Anspruch, der in diesen Ligen selbstverständlich sein sollte. 

Die neue Modellgeneration ist eher Feinschliff als Neuanfang.

Die neue Modellgeneration ist eher Feinschliff als Neuanfang. Rolls-Royce
Der Spectre legt nur vorsichtig nach

Darunter hat auch der 5,47 Meter lange Rolls-Royce Spectre Series II zu leiden, auch ihm bleibt ein 800-Volt-Bordnetz vorenthalten. Immerhin vergrößert sich die Normreichweite durch das 112-kWh-Akkupaket um knapp 20 Prozent auf rund 630 Kilometer und auch die Ladegeschwindigkeit verbesserte sich leicht. Nicht viel anders sieht es bei der Motorleistung aus, denn die besonders exklusive Black-Badge-Version ist nunmehr 500 kW / 680 PS und 1.100 Nm zu leisten imstande. Dass die großen Fortschritte optisch wie technisch fehlen, mag man dem Rolls-Royce Spectre kaum vorwerfen, denn seine Stückzahlen sind winzig und es dürfte seit der Vorstellung im Jahre 2022 kaum einen Kunden gegeben haben, der sich beim Rolls-Royce-Concierge seines Vertrauens über die zu geringe Ladegeschwindigkeit von damals rund 200 kW oder gar die Reichweite von 500 Kilometer beschwert haben dürfte. Auch der elektrische Allradantrieb mit 430 kW / 584 PS / 900 Nm gab bei Durchzug, Vortrieb und Image diesseits der maximal 250 km/h keinen Anlass zur Klage. Doch die neue Antriebstechnik des BMW i7 macht es möglich – der technische Nachschlag bringt nur minimale Aufmerksamkeit, mehr nicht.

Für viele Rolls-Royce-Kunden dürfte der Innenraum wichtiger sein als die Ladeleistung.

Für viele Rolls-Royce-Kunden dürfte der Innenraum wichtiger sein als die Ladeleistung. Rolls-Royce
Handwerkskunst bleibt das stärkste Argument

Wichtiger dürfte den Kunden sein, dass die Detailliebe wie üblich in einem Rolls-Royce kaum irdische Grenzen kennt. So erweitert die 2,9 Tonnen schwere Spectre Series II die Palette für den Innenraum deutlich und bietet den finanziell bestens ausgestatteten Kunden neue Materialien, einzigartige Oberflächenbehandlungen und handwerkliche Details in neuen Dimensionen. Ein Beispiel ist Duality Twill – ein Viskosestoff aus natürlichem Bambus, der erstmals im Spectre erhältlich ist. Und da Rolls-Royce für seine Kreationen zumeist eine bunte Geschichte aus der Vergangenheit ziert, soll das Material vom weitläufigen Bambushain im Jardin des Méditerranées an der Côte d’Azur inspiriert sein, der an Sir Henry Royces ehemaliges Winterdomizil Villa Mimosa angrenzt. Dann kann der nächste Winter getrost kommen und wir warten gespannt auf den Preisaufschlag, denn mit den ehemals rund 390.000 Euro wird es bei der Series II kaum getan sein. 

Stefan Grundhoff; press-inform

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