E-Fuels lassen sich nun einfacher herstellen: Ein neues Verfahren für synthetische Kraftstoffe verspricht CO2-neutrale Fahrten mit Verbrennungsmotoren.
Die EU verbietet 2035 alle neuen Benziner, Diesel und Hybride. Für E-Fuels könnte es Ausnahmen geben. Ein neues Verfahren zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe verspricht CO2-neutrale Fahrten mit Verbrennungsmotoren.
Die Diskussion um die Zukunft des Verbrennungsmotors ist im Sommer 2026 aktueller denn je: Während etwa die USA ihre Klimaziele abgesagt haben und China gar kein verbindlichen Ziele hat, beharrt die EU auf ihrem Ziel der sogenannten Klimaneutralität. In Brüssel gibt es erbitterte Diskussionen, ob das Verbrenner-Verbot 2035 wirklich nötig und umsetzbar ist. Mitten in dieses Spannungsfeld zwischen regulatorischem Druck und technologischen Grenzen platzt nun eine Nachricht aus der Schweiz, die neue Hoffnung auf eine pragmatische Lösung weckt.
Das Start-up Gota Energy, hervorgegangen aus Forschungen an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) und der ETH Zürich, hat ein chemisches Verfahren entwickelt, das Alkohol – gewonnen durch Gärung aus erneuerbaren Rohstoffen – in einen flüssigen Treibstoff umwandelt.
Was diesen Ansatz von bisherigen E-Fuels unterscheidet, ist seine Effizienz. Ein Forscherteam um Alessia Cesarini setzen auf ein Verfahren namens Oligomerisierung und eine speziell entwickelte, patentierte Katalysatorfamilie. Das Ergebnis:
Die Brisanz dieser Technologie liegt in ihrer sofortigen Nutzbarkeit. Angesichts der Tatsache, dass weltweit Millionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterwegs sind und auch noch jahrelang neue gebaut werden, deren Austausch Jahrzehnte dauern kann, bietet dieser Treibstoff eine Möglichkeit, Emissionen sofort zu senken – ganz ohne den Aufbau einer neuen Infrastruktur.
Während die EU-Kommission derzeit über eine Aufweichung der ursprünglichen Ziele diskutiert und prüft, ob Autos mit E-Fuels auch über 2035 hinaus eine Rolle spielen können, liefern Projekte wie das von Gota Energy die nötige technologische Grundlage. Alessia Cesarini betont: „Unsere Vision ist eine Lösung, die mit bestehenden Fahrzeugen und Infrastrukturen funktioniert – ökologisch wie ökonomisch nachhaltig“.
Derzeit betreibt das Team einen Labor-Demonstrator mit einer Kapazität von 10.000 Litern pro Jahr. Doch die Ambitionen sind groß: Die Kapazität soll in den kommenden Monaten auf eine Million Liter gesteigert werden. In diesem Jahr steht nun die Akquise von Risikokapital an, um die Technologie in die industrielle Produktion zu überführen.
Ob dieses Verfahren die Brüsseler Gesetzgeber überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Doch für die Millionen von Autofahrern, die an ihrem Verbrenner festhalten wollen oder müssen, ist der Schweizer Weg ein vielversprechendes Signal, dass der von den EU-Politikern erhoffte Abschied von herkömmlichen Kraftstoffen nicht zwangsläufig den Abschied vom vertrauten Antrieb bedeuten muss.
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