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Die nächste IAA steht und fällt mit den „Open Spaces”

Дата публикации: 17-06-2026 13:30:00

Die Autoshow IAA funktioniert nur wegen ihres einzigartigen Konzepts mit den kostenlosen „Open Spaces” in der Innenstadt. Doch deren Zukunft bleibt unklar.

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Die IAA in München ist die letzte wichtige Automesse in Deutschland. Sie funktioniert nur wegen ihres einzigartigen Konzepts mit den kostenlosen „Open Spaces” in der Innenstadt. Doch deren Zukunft bleibt unklar.

Im September 2027 soll die nächste IAA in München stattfinden. Die letzte wurde 2025 ebenfalls in der bayrischen Landeshauptstadt abgehalten und war sehr erfolgreich. Die berühmte Autoshow hatte 2019 nach Jahrzehnten in der Messestadt Frankfurt ihre Zelte abgebrochen. Das geschah vor allem deshalb, weil es zahlreiche Auto-feindliche Proteste diverser NGOs gab und nicht einmal der damalige Oberbürgermeister Peter Feldmann die Messe verteidigte.

Greenpeace, von der Bundesregierung finanziell geförderte Vereine wie der Verkehrsclub VCD und die Fridays-for-Future-Demonstranten erwählten die Messe als Symbol für eine angeblich verfehlte Verkehrspolitik mit dem Auto als angeblichem Klimasünder. Die Demonstrationen beherrschten das Bild und die Schlagzeilen und viele Autohersteller hatten keine Lust mehr, dafür auch noch Millionen auszugeben. Der Abschied von Frankfurt war ebenso bitter wie konsequent.

Frankfurt mobbte die IAA weg. Passiert in München dasselbe?

Die IAA in München gab es bereits dreimal und sie war deutlich harmonischer. Demonstrationen sah man nur am Rande und es gab ein entscheidendes Erfolgsrezept: Die „Open Spaces”, große Präsentationsflächen in der City. Besucher konnten dort ganz ohne Ticket neue Autos anschauen und Probefahrten vereinbaren. Das Messegelände im Osten der Stadt dagegen blieb Fachbesuchern vorbehalten. Ein Konzept, dass von allen Beteiligten positiv aufgenommen wurde.

Doch nun gab es einen Regierungswechsel in München. Der neue grüne Oberbürgermeister Dominik Krause will nicht nur den Autoverkehr zurückdrängen, er gilt auch als Kritiker der Automesse. So sagte er noch im März 2026 in einem Interview: „Wir Grüne sind für die IAA, aber gegen die 'Open Spaces' in der Innenstadt. Wir geben keine öffentlichen Plätze flächendeckend für Werbung frei, warum die Ausnahme für die IAA? Die IAA wird auch ohne Innenstadt-Flächen nicht wegziehen.”

Genau da liegt der Knackpunkt: Die Messe und die Open Spaces sind nur deshalb ein Erfolg, weil sie mitten im Zentrum liegen und es dort eine hohe Publikumsfrequenz und Attraktivität gibt. Die Befürchtung, die vor dem Hintergrund von Krauses Äußerungen nicht unbegründet erscheinen: Die Stadt könnte mit Auflagen die Open Spaces unattraktiv machen oder sie weit weg vom Stadtzentrum in Außenbezirke verlagern. 

Hintergrund Rückblick auf die IAA 2025 in München

IAA 2025 in München Hersteller / VDA
Stadt gibt kein klares Bekenntnis ab

Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der die Show ausrichtet, verweist auf einen Beschluss des Stadtrats aus dem September 2025, der nach wie vor gültig sei. „Es gibt einen klaren Beschluss des Stadtrates für die Fortführung des Konzepts des Open Space als Teil der IAA MOBILITY”, sagt ein VDA-Sprecher auf Anfrage von FOCUS online. Fragt man direkt bei der Stadt nach, klingt das im Detail allerdings etwas anders. „Es gibt gültige Verträge zwischen Stadt und VDA bis ins Jahr 2031, diese werden selbstverständlich eingehalten. Die Open Spaces sind Teil der Verträge. Über die genaue Ausgestaltung entscheidet der Münchner Stadtrat”, so ein Sprecher der Stadt. Und die Fragen zu entscheidenden Details, etwa ob die gleichen Plätze wie 2025 zur Verfügung stehen werden, beantwortet das Rathaus nicht. 

„Die IAA gehört nicht auf eine Hundewiese in Trudering”

Um Klarheit zu schaffen, hat der ehemalige CSU-Stadtrat und Chef des Autoclubs „Mobil in Deutschland” Michael Haberland im April zusammen mit den Freien Wählern einen Antrag gestellt und will klare Zusagen aus dem Rathaus. In dem Antrag wird unter anderem gefordert, dass die Stadt „auch für die kommenden drei Ausgaben der IAA MOBILITY in den Jahren 2027, 2029 und 2031 am bewährten hybriden Konzept 'Messegelände & Open Spaces' festhält und damit zugleich ein klares Bekenntnis zum Automobil-, Technologie- und Messestandort München abgibt”.

Michael Haberland vom Autoclub Mobil in Deutschlad klagt gegen neue Radwege in München. Die nun dauerhaft installierten "Pop-up-Radwege" werden seiner Ansicht nach zu wenig genutzt, als dass sie die verursachten Staus im Autoverkehr rechtfertigen würden

Michael Haberland vom Autoclub „Mobil in Deutschland” fordert von München ein klares Bekenntnis zu den „Open Spaces” der IAA Mobil in Deutschland

Gegenüber FOCUS online fordert Haberland, dass die Stadt ein viel deutlicheres Bekenntnis zur Messe abgeben müsse: „Eine Weltleitmesse wie die IAA Mobility lebt von ihrer Sichtbarkeit im Herzen Münchens und gehört nicht auf eine Hundewiese nach Trudering. Das einzigartige Konzept mit den Open Spaces mitten in der Stadt wurde genauso vereinbart und Vereinbarungen sollten gelten. Die IAA muss dort stattfinden, wo die Menschen sind: Im Zentrum auf den Prachtplätzen Münchens. Ausgerechnet den erfolgreichsten und publikumsstärksten Teil der IAA abschaffen zu wollen, wie es manche Grüne gerne hätten, wäre ein verheerendes Signal, das weit über München hinaus für Verwunderung sorgen würde”, so Haberland. Die Antwort der Stadt auf den Antrag steht noch aus.

Messen können sich Autohersteller durchaus sparen

Die Frage, wie attraktiv die nächste IAA für die Autohersteller wird und ob sie sich überhaupt noch lohnt, ist auch vor dem Hintergrund relevant, dass der Münchner Autobauer BMW gerade erst harte Sparziele verkünden musste. Veranstaltungen wie Automessen landen während solcher Sparrunden erfahrungsgemäß schnell auf der Streichliste, wie man zuletzt etwa am Genfer Salon oder auch den letzten IAA-Ausgaben sah, bei der chinesische Hersteller einige Lücken füllten, die große Autobauer nicht mehr füllen wollten. Sollte die Stadt München die Messe für Besucher und Hersteller nun auch noch wegen der eigenen Verkehrspolitik unattraktiv machen, könnte das das endgültige Aus für die IAA bedeuten.

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